Kultur


2

Französische Rock-Ikone Zum Tod von Johnny Hallyday

Der französische Rock 'n' Roll-Musiker Johnny Hallyday ist tot. In den 60ern hatte er den Rock'n'Roll nach Frankreich gebracht avancierte dort bald zum Superstar. Auch Emmanuel Macron würdigte den Musiker. Er starb im Alter von 74 Jahren.

Stand: 06.12.2017

ARCHIV - Der französische Rockstar Johnny Hallyday am 26.01.2004 in Paris, Frankrteich, auf dem Weg zu einer Trauerfeier für den Schauspieler Holgado. Der französische Sänger und Schauspieler Johnny Hallyday ist tot. Der 74-jährige starb an dem Folgen einer Krebserkrankung, wie die Agentur AFP unter Beruufung auf eine Mitteilung seiner Frau Laeticia berichtete. (zu dpa «Johnny Hallyday gestorben» vom 06.12.2017) Foto: epa Niviere-Aslan/SIPA/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Bild: dpa-Bildfunk/epa Niviere-Aslan

In den 60er-Jahren hatte er den Rock'n'Roll nach Frankreich gebracht und avancierte dort zum Superstar – im Lauf seiner Karriere verkaufte Johnny Hallyday mehr als hundert Millionen Platten. Er hatte über Jahrzehnte hinweg Stadien gefüllt und galt als der französische Elvis Presley. In jedem Franzosen stecke etwas von Hallyday, würdigte der französische Präsident Emmanuel Macron den Rockstar: "Er hat einen Teil von Amerika in unser nationales Pantheon gebracht."

Eine musikalische Institution in Frankreich

Johnny Hallyday wurde 1943 in Paris als Sohn eines belgischen Varieté-Künstlers und eines französischen Models geboren. Nach der Trennung seiner Eltern kümmerte sich eine Tante um den Jungen, der sich früh für amerikanische Musik interessierte und mit Elvis-Presley-Songs auftrat. Hallyday verkörperte die Antithese zum französischen Heldentum – mit seinem Rockstar-Look, seiner tiefen, rauen Stimme und nicht zuletzt seinem so gar nicht französisch klingenden Künstlernamen. Trotzdem war er eine Institution im Land, bekam sogar eine Briefmarke zu seinen Ehren. Sein künstlerisches Schaffen spannte sich über mehr als fünf Jahrzehnte und acht Präsidenten hinweg.

Beileid von Macron und Céline Dion

Neben Macron war Céline Dion unter den ersten Prominenten, die ihr Beileid bekundeten. Auf Twitter schrieb sie, Hallyday sei ein Riese im Showbusiness und eine wahrhaftige Ikone gewesen. Musikalisch inspiriert wurde Hallyday von Größen wie Chuck Berry und Buddy Holly. 1960 gab der mit bürgerlichem Namen Jean-Philippe Smet heißende Sänger sein erstes professionelles Konzert. Zwei Jahre später heiratete er die Chanson-Sängerin Sylvie Vartan, mit der er bis zu seinem Lebensende befreundet blieb.

Von seiner sanften Seite zeigte sich Hallyday vor allem bei Gesprächen über seine Kinder, etwa die aus Vietnam adoptierten Töchter Jade und Joy: "Ich bin kein Star. Ich bin nur ein einfacher Mann", sagte er 2006 in einem Interview mit dem Fernsehsender France 3. Hallyday war an Lungenkrebs erkrankt und starb in der Nacht auf Mittwoch im Alter von 74 Jahren, wie seine Frau mitteilte. Er hinterlässt zwei weitere Kinder, darunter den gemeinsamen Sohn mit Vartan, David Smet, und Laura Smet.


2