Kultur

Neue Star-Wars Episode: "Die letzten Jedi" Skywalker - in Würde gealtert

"Die letzten Jedi" ist eine spektakuläre Abfolge von gewohnten Versatzstücken der Star-Wars-Reihe - mit Referenzen auf den aktuellen Zeitgeist von Waffenhandel bis zum Verzehr von Tieren. Und für Fans gibt es ein Star-Wars-historisches Highlight zu sehen.

Von: Roderich Fabian

Stand: 12.12.2017

Erfolgreiche Fernsehserien aus den USA haben die Eigenschaft, keinen wirklichen Anfang und kein wirkliches Ende zu haben. So lange die Quote stimmt, werden sie fortgesetzt. Neue Erzählstränge werden dazu erfunden, ebenso wie neue Haupt- und Nebenfiguren. "Serielles Erzählen" nennt man das. George Lucas hat das schon seit 1977 vorgetanzt, als seine Star-Wars-Saga mit Sequels und Prequels erweitert wurde. 2014 nun verkaufte Lucas das Komplettpaket an den Disney-Konzern, der nun den zweiten Teil der neuen Star-Wars-Triologie ins Kino bringt: "Die letzten Jedi".

Natürlich noch einmal Gut gegen Böse

Am grundsätzlichen Konflikt wurde natürlich nichts geändert: "Die Dunkelheit erhebt sich, genau wie das Licht, um sich zu messen." Profaner gesagt: Gut gegen Böse, der ewige Kampf, bei dem beide Seiten zwar gelegentlich die Oberhand bekommen, aber nie wirklich besiegt sind. Kern der Geschichte ist diesmal die Flucht der aufrechten Widerständler gegen die Diktatur der sogenannten "Ersten Ordnung". In einem Raumschiff fliehen sie vor der eigentlich ja übermächtigen Flotte des Bösen. Immer wieder werden sie gestellt und in Schlachten verwickelt, immer wieder können sie dann - unter beträchtlichen Verlusten - entkommen. Zur verjüngten Riege der Hauptfiguren gehört der Haudegen Poe, gespielt von Oscar Isaac, in einer Nebenhandlung sehen wir die junge Ray, die im letzten Film als galaktische Schrotthändlerin eingeführt wurde. Sie fühlt sich inzwischen zu Höherem berufen ist, weil sie nun "die Macht" in sich spürt: "In mir ist etwas, das schon immer da war. Und jetzt ist es erwacht. Und ich brauche Hilfe."

Das Highlight: Auftritt Skywalker, gealtert

Ray - gespielt von der Britin Daisy Ridley - hat auf einer felsigen Insel die Star-Wars-Legende Luke Skywalker aufgespürt und will den eremitisch lebenden letzten Jedi-Ritter zum Kampf gegen die Diktatur bewegen. Der Auftritt von Skywalker, also dem in Würde gealterten Schauspieler Mark Hamill, ist das Stars-Wars-historische Highlight dieses Films. Entsprechend werden die Diskussionen zwischen Ray und Skywalker mit der typischen Star-Wars-Mythologie aufgeladen, über die von den Fans so gerne spekuliert wird. Sie ist die junge Ungestüme, die noch über die Zusammenhänge rätselt, er der weise Alte mit den guten Ratschlägen: "Der Weg ist ein anderer, als du ihn dir vorgestellt hast."

Lange Zeit pendelt der Film zwischen diesen "bedeutenden" Dialogen - umgeben von Disney-tyischen, knuddeligen Fantasietierchen - und dem Schlachtengetümmel im All hin und her. Auf der dunklen Gegenseite haben wir es wieder mit dem schrumpelgesichtigen Darth-Vader-Ersatz Snoke und dem zum Bösen konvertierten Kylo Ren zu tun. Der wird wieder vom hippen Indie-Filmstar Adam Driver gespielt und ist als ambivalente Figur angelegt. Kylo Ren, der in Folge sieben seinen leiblichen Vater Han Solo meuchelte, hinterfragt immer wieder seine Konversion zum Bösen. Auch hier wird also eine Star-Wars-Tradition fortgeschrieben: Von Gut nach Böse und zurück? Wer weiß. Der Knackpunkt kommt, als er seine eigene Mutter, die einstige Prinzessin Leia vor der Kanone hat: "Töte sie, wenn es sein muss. Nur so kannst du werden, wozu du bestimmt bist!"

Neuer Cast, aktueller Zeitgeist

Nachdem Leia-Darstellerin Carrie Fisher nach Ende der Dreharbeiten im Dezember 2016 verstarb, geht - nach Harrison Ford - nun ein weiteres Star-Wars-Gründungsmitglied von Bord. "Die letzten Jedi" dient insgesamt auch dazu, endlich den alten Cast durch einen neuen zu ersetzen. Auch Luke Skywalker bleibt eigentlich eine Nebenfigur. Viel mehr darf man eigentlich nicht verraten, um die Fangemeinde nicht durch schäbiges Spoilern aufzuregen. Aktueller Zeitgeist ist jedenfalls zu spüren, wenn Waffenhandel oder das Essen von Tieren in Frage gestellt werden und auch darin, dass fast alle Hautfarben der Erde in Nebenrollen repräsentiert werden.

Vier Milliarden Dollar hat George Lucas von der Disney-Company für das Komplettpaket kassiert. Das heißt: Auch die gewaltigen Merchandise-Nebengeschäfte zahlen jetzt auf Disney ein. Dazu gehören in diesem Jahr neben Games, Bekleidung, Spielfiguren, Haushaltswaren usw. auch eine Augmented-Reality-App, die den Pokemon-Wahnsinn von 2016 überrunden soll. Der Lucas-Deal hatte sich schon 2015 amortisiert, jetzt geht’s mit Schwung und hohem Unterhaltungswert in die Gewinn-Zone. Langweilig wird der neue Star-Wars-Film eigentlich nie, auch wenn er eigentlich nur eine spektakuläre Abfolge von gewohnten Versatzstücken ist. Die Fans können jedenfalls beruhigt sein: Auch mit dem dritten Teil dieser Trilogie, der für 2019 geplant ist, ist nicht Schluss. Das Disney-Imperium wird nämlich in den 20er-Jahren mit einer weiteren Trilogie zurückschlagen. Theoretisch ist eine Fortschreibung in die Unendlichkeit ohne weiteres vorstellbar.