Heimatsound


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Heimatsound-Festival 2018 Das waren die Bands

Am 27. und 28. Juli war es wieder soweit: Das Passionstheater Oberammergau öffnete die Pforten für das Heimatsound-Festival.

Stand: 29.07.2018

Heimatsound-Festival 2016 | Bild: Fabian Stoffers/BR

DIE KÜNSTLER VON FREITAG

Buck Roger & The Sidetrackers (Gewinner-Band)

Den fünften Heimatsound-Wettbewerb von Bayern 2 und BR Fernsehen haben Buck Roger & The Sidetrackers aus München gewonnen. Per Online-Voting wurde aus fünf Finalisten die Gewinner gewählt. Die Band eröffnet das bereits ausverkaufte Heimatsound-Festival am 27. Juli im Passionstheater Oberammergau. Stimmgewaltig, variabel, unberechenbar – das ist der Sound von Buck Roger & The Sidetrackers, der den Rock ’n’ Roll zitiert und gleichzeitig Brassmusik und Mundart-Pop Raum lässt. Die Musiker, ursprünglich aus Texas, Caracas oder Kinding in Oberbayern, haben alle in München eine neue Heimat gefunden und sind dabei, wenn sich am letzten Juli-Wochenende zum sechsten Mal die Fans neuer Musik aus Bayern und dem Alpenraum treffen.

Express Brass Band

Das Münchner Kollektiv Express Brass Band zelebriert seit 15 Jahren im Geiste des Sun Ra Arkestra oder des Art Ensemble of Chicago einen unverwechselbaren Brass-Band-Stil, tief verwurzelt im Jazz, Soul, Afrobeat, mit Einflüssen orientalischer Musik vom Maghreb bis Afghanistan. Wobei die Bandkultur auch mit wechselnden Besetzungen und Gastauftritten befreundeter Musiker der internationalen Szene stets heterogen bleibt.

Kofelgschroa

„Die Melancholie, die Traurigkeit, die Müdigkeit, ein Lebensgefühl von Freude und Dankbarkeit, Szenen und Beobachtungen versuchen wir in unseren Liedern, in unserem Auftreten und in den Videos zu vereinen. Das leicht Endlose und die Lust auf Ekstase entdecken wir immer wieder neu. Es geht um Freud und Leid, um Einsamkeit oder pure Zufriedenheit und überdruckventilische Ausschüttung. Wir sind vier Freunde, die gerne miteinander musizieren, Gefühle transportieren und unterhalten. Wo die geeigneten Plätze sind, in denen unser Spielen die gewünschte Wirkung bringt, lässt  sich nicht pauschal sagen. Es passt so gut wie überall und das Ideal bewegt sich zwischen Kneipe, Club, Hausbank, Natur und U-Bahnschacht. Wir lieben es, bedingungslos zu spielen, überraschend, spontan und dabei von den Menschen belauscht zu werden.“ O-Ton Kofelgschroa.

FLUT

Angefangen hat alles mit einem tragbaren VHS Rekorder. Die 5 Jungs von FLUT haben in ihrer Jugend und Freizeit zuhause in Oberösterreich analoge Filme gedreht und sich dabei in die bunte, aber auch dreckige Ästhetik der 1980er Jahre verliebt. Das spiegelt sich auch in ihrer Musik wider, ist jedoch kein nostalgischer Blick, weil sie ganz einfach zu jung sind um selbst dabei gewesen zu sein. Mittlerweile wohnen sie in Wien und veröffentlichen am 24. März ihre Debüt-EP Nachtschicht. Die erste Single daraus hieß Tiefschlaf, das Video dazu ist eine dunkle Geschichte in VHS-Ästhetik und erinnert an alte Rockpalast Aufnahmen. Das Video zur neuen Single Linz bei Nacht ist ebenso angelehnt an 80er Jahre TV Ästhetik: ein Tauchgang in die Nebelschwaden dunkler Gassen von Fernsehkrimis und Detektivserien; Tatort trifft Kottan ermittelt.

Fanfare Ciocărlia

Die Erfolgsgeschichte der Roma-Blaskapelle liest sich wie ein Märchen. 1997 lädt ein deutscher Toningenieur die Musiker aus dem kleinen rumänischen Dorf Zece Prăjini, von denen es viele bis dahin nicht einmal in ihre Landeshauptstadt Bukarest geschafft hatten, zu Auftritten nach Deutschland ein. Ihre mitreißenden Live-Shows sind so erfolgreich, dass sich schnell Tourneen durch Städte und Kontinente anschließen. Inzwischen hat die Gruppe viele CDs veröffentlicht, Preise erhalten (darunter den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für das beste Weltmusikalbum), und ihr Werdegang inspirierte sogar die BBC zu einer TV-Dokumentation.
In ihren Ursprüngen war Fanfare Ciocărlia eine jener Dorfkapellen, die bei Festlichkeiten im Ort aufspielen. Ihre Musik geht auf die Marschmusik der Osmanen zurück. Inzwischen hat die Band mit Balkan Brass im Stil der Roma ihr 20-Jähriges gefeiert – und begeisterte mit ihrer neuen Veröffentlichung wieder einmal die Zuhörer.

Fatoni

Aufgepasst: Fatoni gibt uns die Ehre. Mit einem Augenzwinkern setzt sich der junge Münchner mit dem Zeitgeist auseinander. Jede Zeile sitzt, jeder Song unterhält, jeder Beat frisst sich in die Gehörgänge. Seine herausragenden Livequalitäten konnte Fatoni nach Touren mit Fettes Brot, Antilopen Gang und Weekend unter Beweis stellen und lassen nur einen Schluss zu - 2018 wird er das Heimatsound-Festival zum Beben bringen! Im Falle von „Yo, Picasso“ kann man guten Gewissens verkünden: Believe the hype!

Moop Mama

Moop Mama ist physisches Entertainment, Hip-Hop als Erfahrung. Mit zehn Mann auf der Bühne verwandelt die Band auch neugierige Novizen in überzeugte Fans, bevor diese überhaupt so recht begriffen haben, was da eigentlich los ist. “Live sind wir ein Brett”, sagt Saxofonist Marcus Kesselbauer. “Wenn wir alle auf der selben Welle reiten, dann gibt es kein Halten.” 2016 haben sie eine fast ausverkaufte Tour gespielt und auf den großen Festivals wie „Deichbrand Festival“, „Highfield Open Air“, „Chiemsee Summer“ oder „Frequency Festival“ ordentlich abgeräumt.

DIE KÜNSTLER VON SAMSTAG

Zitronen Püppies

Die Band gibt es schon seit über 10 Jahren. Und dass die Zitronen Püppies dabei ihre punkigen Anfänge nicht verleugnen, macht die Sache nur besser. Dass sich die Texte fast ausschließlich um die weibliche Seite des Universums drehen, bei denen mit den Klischees des jeweils anderen Geschlechts jongliert und gespielt wird, ist noch so eine Besonderheit dieser Zitronen Püppies-Songs. Und ob das dann in Bayerisch oder Hochdeutsch passiert, ist wirklich völlig egal.

Balloon Pilot

Balloon Pilot ist keine Partyband. Ihre Liveperformance benötigt Konzentration und Stille, sowie ein Publikum, das sich gerne der inneren Reise der Künstler anschließt. Immer ist es dann für die Piloten und das Publikum eine erfüllende Erfahrung, sich auf die Musik einzulassen, sich gemeinsam auf eine offene Reise zu begeben.
Auf der Bühne entwickeln die Stücke von Balloon Pilot eine Dynamik, der man sich kompromisslos hingeben sollte: das vom einfach strukturierten Akustikgitarrenlied bis zum ausarrangierten Song mit verschiedensten Instrumenten hin reichenden Repertoire der 5-köpfigen Band glänzt durch seine Vielseitigkeit und stürzt dabei mitunter auch mal den ein oder anderen ursprünglich beinahe geflüsterten Song systematisch ins Chaos.

Folkshilfe

Einst als Straßenmusiker gestartet, ist die österreichische Band Folkshilfe aus der deutschsprachigen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Trotz ihres Erfolgs bleiben sie aber immer noch ihren Anfängen treu und verbinden Gitarre und Schlagzeug mit ihrem charakteristischen Quetschsynth.
„Quetschn“ steht im Steirischen für Harmonika. Folkshilfe hat dem Instrument einen Synthesizer eingebaut, der für den vollmundigen Sound sorgt. Ihre Konzerte sind wahrhaft mitreißend für jedes Publikum, was oft dem schnellen und kräftigen Beat zu verdanken ist, mit dem sie ihren steirischenTexten den nötigen Nachdruck verleihen. Bestens zeigt sich das in der Single-Auskopplung von BAHÖ „Mir laungts“. Mit ihrem „Quetschn-Synthi-Pop“ verbinden die drei Musiker Florian Ritt, Paul Slaviczek und Gabriel Haider ihre steirische Heimat mit impulsiven Rhythmen, die kaum jemanden auf den Stühlen hält.

Lenze und de Buam

Die „gefährlich“ ansteckende Freude und Leidenschaft bei den Konzerten vom Lenze und seinen Buam war in den letzten Jahren neben einer Club-Tour durch Bayern und Österreich auch bei den großen Namen wie z.B. dem Woodstock der Blasmusik, Noppenair Festival, dem Chiemsee Summer-Festival und auch dem Heimatsound-Festival 2015 zu sehen und spüren. Damit aber nicht genug... denn das neue Studio-Album ist bereits in Arbeit und wird voraussichtlich im Herbst 2018 das Licht der Musikwelt erblicken. Dazu wird natürlich und selbstverständlich schon jetzt an einer ausgedehnten Club- und Festivaltour gearbeitet, um somit das nächste erfolgreiche Kapitel von Lenze und de Buam zu schreiben.

Ernst Molden & Willi Resetarits

Ernst Molden und Willi Resetarits - beide Amadeus-AustrianMusicAward-Preisträger 2017 - legten im selben Jahr mit ihren Lieblingspartnern Soyka und Wirth die umjubelte Platte vor und spielen in Oberammergau nicht nur die schönsten Lieder der mittlerweile zehnjährigen Zusammenarbeit, sondern auch bereits die ersten Songs der brandneuen "Hurra". Mitreißende Übertragungen von Woody Guthrie und anderen ins Wienerische. Eine berührende Zusammenarbeit war es von Beginn an, schon der Einsteiger „Ohne Di“ wurde von Kritik und Publikum gefeiert. Mit „Ho Rugg“ wurde 2014 nicht nur ein künstlerischer Höhepunkt abgeliefert, sondern für 2015 auch der deutsche Liederpreis abgeholt – erstmals wurde eine österreichische Produktion für die besten Songs des deutschen Sprachraums geehrt.
Mit ihren Konzerten verzaubern sie die Menschen – die gemeinsamen Auftritte des „besten Singer-Songwriters auf Gottes Erden“ (Willi Resetarits über Ernst Molden) und der „schönsten Stimme der Welt“ (Ernst Molden über Willi Resetarits) funktionieren perfekt und berühren das Publikum vom Neusiedlersee bis zum Bodensee - und nun auch darüber hinaus!

Bananafishbones

Im kollektiven Musikgedächtnis der 90er sind sie fest verwurzelt, denn summen kann ihn jeder: "Come to Sin", diesen Song mit der eingängigen Glöckchenmelodie, der als Untermalung eines Werbespots den Bananafishbones 1998 zum Durchbruch verhalf. Seitdem sind sie unermüdlich auf Rockfestivals und mit ihrer "Live&Unplugged"-Show unterwegs, steuern Musik zu Kinofilmen, Hörbüchern und Theaterstücken bei. Seit 1999 haben die Fishbones über 1000 Konzerte in ganz Deutschland, Österreich, Spanien, Italien und der Schweiz gegeben, 11 Tonträger veröffentlicht, Soundtracks zu Kinofilmen und Hörbüchern produziert und sich den Ruf als "eine der besten Livebands Deutschlands" erspielt. Da soll nochmal einer fragen, was die Bananafishbones eigentlich so machen...

Jesper Munk

Für den Senkrechtstarter Jesper Munk aus München ging es nach dem Abi von der Straßenmusik direkt auf die großen Bühnen. Sieht man den jungen Musiker mit seinen blauen Augen und seiner blonden Wuschelmähne, glaubt man kaum, was für ein außergewöhnliches, sexy dreckiges Organ hinter der sanften Optik steckt. Der charismatische, tiefsinnige Sänger und Gitarrist hat einfach den Blues und sorgt für New Orleans-Feeling. Der Künstler, der im April dieses Jahres sein drittes Album Favourite Stranger veröffentlicht hat, beehrt das Heimatsound-Festival bereits zum zweiten Mal und wird mit Sicherheit wieder für großartige Stimmung im Passionstheater sorgen.

Info: Das Heimatsound-Festival 2018 ist bereits ausverkauft! Aber keine Sorge: Wir streamen das komplette Festival live auf dieser Webseite!

Alle Informationen zum Festival gibt es unter:


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