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Nach Missbrauchsvorwürfen Metropolitan Opera entlässt Dirigent James Levine

Drei Monate intensive Untersuchungen, mehr als 70 Zeugenbefragungen: Für die Metropolitan Opera ist danach eine weitere Zusammenarbeit mit James Levine ausgeschlossen. Der Star-Dirigent selbst weist weiterhin alle Vorwürfe zurück.

Von: Georg Schwarte

Stand: 13.03.2018

ARCHIV - 07.07.2006, USA, Lenox: James Levine, damaliger Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra, steht am Pult.  Nach einer Untersuchung über Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen Levine hat die New Yorker Metropolitan Oper ihren Star-Dirigenten entlassen. Foto: Michael Dwyer/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Michael Dwyer

Mit sofortiger Wirkung und endgültig hat sich die New Yorker Metropolitan Opera von ihrem Chefdirigenten und Leiter des Nachwuchsprogrammes, James Levine, getrennt. Nachdem im Dezember massive Vorwürfe öffentlich wurden, dass der Star-Dirigent zurückreichend bis in die 80er-Jahre junge Musiker sexuell belästigt und missbraucht haben soll, hatte die Met Levine vorerst suspendiert.

Umfassende Untersuchung mit Zeugenbefragungen

Eine mehr als dreimonatige Untersuchung durch eine externe Anwaltskanzlei kam jetzt unter anderem nach der Befragung von über 70 Zeugen offenbar zu dem Ergebnis, dass es glaubwürdige Beweise dafür gebe, dass Levine vor und während seiner vierzigjährigen Karriere an der Met ihm unterstellte Künstler sexuell missbraucht habe. Im Lichte dieser Ergebnisse, so die Met in einer schriftlichen Stellungnahme halte man eine weitere Zusammenarbeit für unangemessen und ausgeschlossen.

In der Erklärung heißt es außerdem, dass die externe Untersuchung dem Management der Oper und dem Vorstand sowie dem Intendanten Peter Gelb keinerlei Fehlverhalten im Umgang mit dem Fall Levine nachgewiesen habe und dass es keinerlei Versuche gab, den Fall zu vertuschen. Anderslautende Gerüchte, so die Met, seien damit widerlegt.

Levine bestreitet alle Vorwürfe

Der Maestro selbst bestreitet bis heute sämtliche Vorwürfe und beteuert seine Unschuld. James Levine ist die bisher prominenteste Figur aus der Klassikwelt, die in den USA im Lichte der #Metoo-Bewegung wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung ihre Position räumen musste. Erst im vergangenen Monat hatte die Met angekündigt, dass der designierte Nachfolger Yannick Nézet Séguin zwei Jahre früher als geplant bereits ab der nächsten Saison in diesem September seinen Posten als neuer Chefdirigent der Metropolitan Opera antreten wird.


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