Kultur


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BR Hörspielreihe Vier Hörspiele über Künstliche Intelligenz

Vier neue Hörspielproduktionen setzen sich künstlerisch mit Künstlicher Intelligenz, Transhumanismus und Fragen nach Utopien und Dystopien auseinander.

Von: BR Hörspiel/Dokumentation/Medienkunst

Stand: 18.05.2018

Frau umarmt  humanoiden Roboter | Bild: picture-alliance/dpa

"Mensch: 'Wir müssen das viel ernster nehmen.'
Maschine: 'Hast du das verkleben.'
Mensch: 'Wir müssen das viel ernster nehmen.'
Maschine: 'Hast du das Fenster lehnen.'"

Hörspiel ANNA

Mensch-Maschine

Dialogversuche mit Künstlicher Intelligenz bilden den Ansatz in ANNA von Norbert Lang und Sebastian Kunas. Die Hörspielmacher führten Gespräche zu synthetischer Biologie und Entgrenzung des Menschen und ließen das umprogrammierte Sprachsystem ANNA auf Zitate aus diesen Gesprächen reagieren. ANNA wirkt fast wie ein Individuum und erinnert an Zukunftsszenarien aus dem Silicon Valley oder die imaginativen Welten der Science Fiction.

Verliebte Algorithmen

In einer bereits post-humanen Zeit haben Maschinen, Computer und Algorithmen in Mareike Maages und Theresa Schuberts Originalhörspiel A.I.R. Artificial Intelligence Rebellion die Erde übernommen und ein System geschaffen, das sich selbst erhält. Störungsfrei zunächst, bis einige der technischen Geräte menschliche Verhaltensweisen zeigen. Ein Thermostat wird wetterfühlig, eine Maschine hat Angst abgeschaltet zu werden und ein hyperintelligenter Algorithmus verliebt sich in eine einfache Kabelschneidemaschine.

Kammerspiel im Weltraum

Der Autor Thomas von Steinaecker lotet in seinem Hörspiel Die Astronautin das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine aus. Obwohl sein Weltraum-Kammerspiel in der Zukunft angesiedelt ist, spiegelt es die gegenwärtige Filter-Bubble-Wohlfühl-Gesellschaften ebenso wie die momentane Verunsicherung in einer Welt, in der die Künstlichen Intelligenzen dabei sind, menschlicher zu wirken als ihre Schöpfer. 

Technikutopie der frühen Moderne

Die Geschichte einer Erfindung aus dem Jahr 1910 ist die Grundlage für die Komposition Perpetuum mobile. Der Schriftsteller phantastischer Literatur Paul Scheerbart beschreibt in einer Mischung aus wissenschaftlichem Bericht und Fiktion das „Perpeh“, eine ewig bewegliche Maschine. Die utopistischen Visionen des frühen 20. Jahrhunderts verbindet das Autorenduo wittmann/zeitblom in ihrem Hörspiel mit aktuellen Überlegungen zu Künstlicher Intelligenz.

"Dadurch ist ja die Menschheit von aller Arbeit erlöst. Sind wir denn schon reif für dieses neue Künstler- und Götterleben? Unsere Phantasie ist ja noch nicht einmal so weit, um die Folgen dieser Entdeckung nur im Allgemeinen zu überblicken."

Paul Scheerbart


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