Kultur - Kunst und Design


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Pinakothek der Moderne Sanierung erzwingt halbes Jahr Pause

Ab Februar 2013 wird die Pinakothek der Moderne voraussichtlich sieben Monate lang geschlossen bleiben. Grund sind Mauerrisse in der Rotunde des vom Architekten Stephan Braunfels entworfenen Gebäudes.

Stand: 11.09.2012

Pinakothek der Moderne in München | Bild: picture-alliance/dpa

Das Münchner Museum für moderne Kunst ist erst zehn Jahre alt - und schon muss es es wegen Bauarbeiten mehr als ein halbes Jahr lang schließen. Ab Februar 2013 wird die Pinakothek der Moderne für ein halbes Jahr die Türen schließen, kündigte Klaus Schrenk, der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, an.

Kunstwerke vor Staub schützen

Die eigentliche Sanierung dauert laut Schrenk nur 14 Wochen. Da dafür aber das komplette Museum ausgeräumt werden muss, schließt es schon im Februar 2013 und öffnet erst wieder im September. Obwohl die Bauarbeiten nur die Rotunde, also die Eingangshalle, betreffen, wird das gesamte Museum leergeräumt, da die Kunstwerke vor dem Staub in Sicherheit gebracht werden müssen.

"Ich bin schon sehr verwundert gewesen, dass nach zehn Jahren hier saniert werden muss."

Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP)

Provisorium in unmittelbarer Nachbarschaft

Das Vorhaben wird nach Angaben des staatlichen Bauamtes München, Kurt Bachmann, voraussichtlich rund 1,5 Millionen Euro kosten. Die eine Hälfte davon wird für die Sanierung benötigt, die andere für den Bau eines Provisoriums aus Baugerüsten, das für die Zeit der Arbeiten in unmittelbarer Nachbarschaft als Ausweichstätte aufgebaut werden soll. Grundlage dafür ist der Entwurf des Berliner Architekten Jürgen Mayer H. Die teuersten und empfindlichsten Werke aus der Bayerischen Staatssammlung werden dort aber nicht zu sehen sein.

Ein Bild, das es von Februar bis September 2013 nicht geben wird

Der provisorische Bau wird darum wohl in erster Linie dem Designmuseum oder der Sammlung Moderne Kunst zu Gute kommen. Museumschef Schrenk kündigte bereits an, dass das geplante Ausstellungsprogramm wahrscheinlich abgeändert werden müsse. Die Pinakothek versucht aber, das positiv zu sehen und wirbt für die "Schaustelle an der Baustelle". Möglicherweise soll es auch eine Aussichtsterrasse geben, der Eintritt soll frei sein.

Schon zweite Schließung

Schon im Oktober 2011 war die Pinakothek der Moderne vorübergehend geschlossen worden, nachdem Risse in den Mauern der Eingangshalle entdeckt worden waren. Die Gründe dafür: Betonschwund und Ziegel, die sich mit der Zeit dehnten. Der Bau ohne Fugen sei damals zwar völlig vertretbar, aber schon ein kleines Wagnis gewesen, sagte Bachmann.

Architekt beschuldigt das Land Bayern

Architekt Stephan Braunfels

Der damalige Architekt Stephan Braunfels glaubt, dass das Land Bayern als Bauherr die Schäden zu verantworten habe. Man habe die Baukosten derart gedrückt, "dass kein vernünftiger Bau möglich war", sagte er in einem Interview mit dem Focus. Es sei deshalb "nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die ersten Probleme auftreten".


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