Kultur

Muttertag Die 10 coolsten Mütter aus Pop, Kunst und Literatur

Zum Muttertag zeigen wir zehn Frauen, die ihre Künstlerkarriere und das Familienleben vereinen, ihr eigenes Ding durchziehen und mit allen Stereotypen vom Muttersein brechen.

Von: Anna-Elena Knerich

Stand: 13.05.2018

Beyoncé bei ihrer Performance bei den Grammys 2017 | Bild: picture alliance/AP Images

Am Muttertag feiern wir unsere Mütter und alles, was sie für uns geleistet – und manchmal auch aufgegeben haben. Das gilt natürlich auch für Stars, die von ihren Eltern geprägt werden – in ihrem künstlerischen Schaffen, genauso wie im Muttersein. Manche der berühmten Mütter wurden selbst schon als Kind zu Auftritten ihrer Eltern mitgenommen und wuchsen im Rampenlicht auf. Andere arbeiten später gemeinsam mit ihrer Mutter an Projekten – oder beziehen ebenso selbstverständlich ihre eigenen Kinder in ihre Arbeit mit ein. Wieder andere machen gar kein Aufhebens darum, dass sie neben der Karriere als Designerin, Schriftstellerin oder Sängerin auch noch eine Familie haben. Das sind die zehn coolsten Mütter aus der Pop- und Kulturwelt:

Erfolg liegt in der Familie: Charlotte Gainsbourg

Sie stand schon als Jugendliche vor der Kamera, bekam mit 15 ihren ersten César, 2009 dann eine Goldene Palme. Auch musikalisch trat Charlotte Gainsbourg das Erbe ihres berühmten Vaters Serge an und ist als Sängerin erfolgreich. Gainsbourg verkörpert den Prototyp französischer Weiblichkeit – nicht zuletzt, weil sie bei Beruf und Familie keine Kompromisse macht: Mit 40 bekam sie ihr drittes Kind von ihrem langjährigen Partner, dem Schauspieler und Regisseur Yvan Attal. Im gleichen Jahr saß sie in der Wettbewerbsjury der Berlinale und veröffentlichte ein neues Album. Und egal wo sie ist und was sie tut, ihre Kinder sind immer dabei. Da verwundert nicht, dass Sohn Ben und Tochter Alice in mehreren Filmen ihrer Eltern mitspielen.

Göttin, Mutter, Popheiligtum: Beyoncé

Beyoncé gilt längst als Ikone. Doch bei der Grammy-Verleihung 2017 setzte die Sängerin, hochschwanger, noch einen drauf: Da sang sie – statt wie üblich tanzend – auf einem Stuhl sitzend, die Hand auf ihrem deutlich gewölbten Bauch. Statt ihren Bauch zu verstecken, machte sie ihn zum Teil ihrer Performance. Mit ihrem goldenen Kleid, einem sakral anmutenden Strahlenkranz auf dem Haupt und geschickter Beleuchtung wirkte sie wie eine Göttin der Fruchtbarkeit. Dieses Bild trieb sie kurz nach der Geburt ihrer Zwillinge auf die Spitze: an Botticellis Venus erinnernd, posierte sie mit ihren Babys vor einem Blumentor - und brach mit dem Klischee, dass Frauen mit Kindern nicht mehr begehrenswert sind.

Für eine bessere Zukunft: Stella McCartney

Wie ihr berühmter Vater Paul setzt sich auch Stella McCartney für Tierschutz ein: In den Kollektionen der britischen Modedesignerin gibt es weder Leder noch Pelz. Außerdem widmet sie sich – nach ihren Anfängen als Chefdesignerin bei Chloé – immer mehr der nachhaltigen und fairen Mode. Sie entwickelte eine natürliche Hautpflegeserie, stattete die englische Paralympics- und Olympiamannschaft aus und entwarf einen BH für Brustkrebspatientinnen. Stella McCartney verbindet aber nicht nur Luxus und Nachhaltigkeit, sie schafft es auch, sich als vierfache Mutter in einer knallharten Branche zu behaupten.

Der weibliche Blick: Annie Leibovitz

Sie fotografierte Yoko Ono und John Lennon kurz vor dessen Ermordung, begleitete die Rolling Stones auf einer Tournee, machte Fotos von der Queen und von Obama: Die FotografinAnnie Leibovitz hatte schon so ziemlich alle berühmten Persönlichkeiten vor der Linse. Ihr Spezialgebiet aber sind dokumentarische, sensible Porträts von Frauen, denen sie sich seit Jahren widmet: Das Projekt "Women" (1999) führt sie mit "Women - New Portraits" 2016 fort. Mit 52 Jahren brachte Leibovitz ihre erste Tochter auf die Welt – von einem fremden Samenspender, denn seit 1988 war sie in einer Beziehung mit der Philosophin Susan Sontag. Ein Jahr, nachdem diese an Leukämie starb, bekam Annie Leibovitz 2005 Zwillingsmädchen von einer Leihmutter, einem der beiden gab sie den Namen ihrer langjährigen Lebenspartnerin, Susan.

Familie ist Privatsache: Adele

Als Oscar-, Golden-Globe- und fünfzehnfache Grammy-Gewinnerin zählt Adele zu den erfolgreichsten Sängerinnen des 21. Jahrhunderts. Sie verkaufte mehr als 100 Millionen Tonträger und gibt sich trotzdem bescheiden: Als ihr 2017 ein Grammy für das "beste Album" verliehen wurde, sagte sie, eigentlich habe Beyoncé diesen mehr verdient. Anders als die gibt Adele kaum etwas über ihr Privatleben preis. Über ihren Sohn, den sie 2012 mit ihrem Mann Simon Konecki bekam, sagte sie jedoch: "Ich hatte das Gefühl, dass ich wahrhaftig lebe. Ich hatte eine Aufgabe – im Gegensatz zu vorher". Ihr erklärtes Erziehungsziel: ihm Respekt gegenüber Frauen zu vermitteln.

Zieht ihr Ding durch: Miuccia Prada

Miuccia Prada ist promovierte Politikwissenschaftlerin, absolvierte eine Schauspiel- und Pantomimenausbildung, war Mitglied der Kommunistischen Partei Italiens und engagierte sich in der Frauenrechtsbewegung. Mit 28 übernahm sie 1978 von ihrem Großvater die Luxusmarke Prada und entwickelte sich zur bedeutendsten Modeschöpferin der Welt: Gegen den Trend setzte Miuccia Prada in den 90er-Jahren auf Schlichtheit und Minimalismus. Sie erweiterte den Pradakonzern kontinuierlich und zog währenddessen gemeinsam mit ihrem Ehemann und Businesspartner Patrizio Bertelli auch noch zwei Söhne groß. Einer davon ist der Rallyfahrer Laurenzo Bertelli.

Steht für ihre Ideale ein: P!nk

Pink oder Alecia Beth Moore, wie sie eigentlich heißt, hat einen Lebenslauf wie aus der Rock'n'Roll-Klischeebibel: Drogen als Teenie, von der Mutter vor die Tür gesetzt, Schule abgebrochen – aber mit Musik dann doch noch den Absprung geschafft. Glücklicherweise hat Pink auch ein außergewöhnliches Talent und eine mindestens genauso große Persönlichkeit. Aus dem Vorprogramm der Boygroup *NSYNC landete Pink dank dem Hit "Lady Marmalade" 2001 direkt auf Platz eins in den Charts weltweit und ist seitdem auch nicht mehr aus diesen wegzudenken. Mit dem Motocross-Rennfahrer Carey Hart, dem sie 2005 einen Heiratsantrag machte, hat sie einen Sohn und eine Tochter. Und Pink wäre nicht Pink, wenn sie ihren Kindern nicht ihr Lebensmotto vorleben würde: "Hör nicht hin, wenn andere über dich reden. Sei, wer du sein willst."

Wie die Mutter, so die Tochter: Laurie Simmons

Lange bevor sie als Mutter der "Girls"-Schauspielerin und Autorin Lena Dunham berühmt wurde, war Laurie Simmons als eigenwillige Künstlerin bekannt: Das Museum of Modern Art stellte ihre Fotografien aus, auf denen sie mit verschiedenen Puppen häusliche Szenen inszeniert. In einer filmischen Erweiterung ließ sie den Puppen von Puppenspielern, Musikern, Tänzern und Schauspielern Leben einhauchen. Laurie Simmons und ihr Mann, der Künstler Carrol Dunham, sind sicherlich eine Inspiration für ihre Tochter, deren Schaffenskraft sich ebenfalls nicht nur in einem Genre äußert. In Lena Dunhams erstem Independent-Film "Tiny Furniture" bekam Mutter Laurie sogar eine eigene Rolle.  

Ihre Fantasie prägt Generationen: Joanne K. Rowling

"Alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin schreibt Weltbestseller" – wie oft hat man diese Schlagzeile gelesen. Natürlich ist es beeindruckend, dass eine Schriftstellerin wie aus dem Nichts zu größerem Vermögen als die Queen kam, aber das ist nur die halbe Geschichte. Ihren ersten Roman schrieb Rowling mit elf, später studierte sie Französisch und Klassische Altertumswissenschaften, unterrichtete in Paris und in Portugal, arbeitete für Amnesty International. Sie ist Präsidentin der schottischen Multiple-Sklerose-Gesellschaft, weil ihre Mutter an dieser Krankheit starb, gründete die Kindergesundheitsorganisation Lumos und engagiert sich politisch. Sie schrieb den ersten Harry Potter-Band als alleinerziehende Mutter, inzwischen ist sie aber mit einem Arzt verheiratet und lebt mit ihrer Familie in Schottland. 

Erreicht jedes ihrer Ziele: Madonna

Sie trägt den Namen der Mutter Jesu und wird oft als "Queen of Pop" bezeichnet – doch Madonna hat auch keinen Grund, bescheiden zu sein. Neben ihrer inzwischen 35 Jahre andauernden Karriere als Sängerin hat sie sich als Schauspielerin, Autorin, Regisseurin, Produzentin und Designerin versucht und ist außerdem Mutter von sechs Kindern. Vier davon hat sie in Malawi adoptiert. Ihre älteste und leibliche Tochter Lourdes folgt dem Vorbild ihrer Mutter: Mit 13 brachte sie ihre erste Modekollektion auf den Markt, absolvierte später eine renommierte Schauspielschule in New York und studiert nun Musik, Tanz und Theater an derselben Uni wie einst Madonna. Und die unterstützt die ehrgeizigen Karrierepläne ihrer Tochter, wo sie kann.