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BR Kultur Geschenktipps Die besten Filme und Serien des Jahres 2017

Welche Filme aus 2017 bleiben in Erinnerung? Welche Serien haben sich zu einer Sucht entwickelt? Und was ließe sich Filmfreunden am besten unter den Weihnachtsbaum legen? Persönliche Empfehlungen aus der BR Kultur Redaktion.

Stand: 30.11.2017

Capricat auf dem Cover einer Serien-DVD | Bild: Br, Colourbox, picture-alliance/dpa, Montage: BR

Die BR Kultur Redaktion hat ausgewählt: Das sind unsere Filme und Serien des Jahres 2017. Und gleichzeitig unsere wärmsten Geschenk-Empfehlungen für Weihnachten.

"Beuys" von Andres Veiel

Bis vor kurzem war mir gar nicht klar, dass Joseph Beuys wirklich sehr witzig ist. In dem Dokumentarfilm "Beuys" von Andres Veiel sagt er aber selbst: "Wollen sie eine Revolution ohne Lachen?" Und alle lachen. Sonst schauen wir dem Künstler beim Arbeiten und Denken und Diskutieren und Provozieren zu. Keine langweilige Exegese, sondern großartig montiertes Archivmaterial!
Moritz Holfelder

"Big Little Lies" (Serie)

Drei Grundschulmütter, ein Mord und die üblichen bösen Intrigen gelangweilter Kleinstädter – das ist, grob gesagt, die nicht so wahnsinnig spannende Handlung von "Big Little Lies". Aber der Oscar-prämierte Cast (Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Laura Dern) ist so brillant, dass man förmlich am Bildschirm kleben bleibt. "Big Little Lies" ist Kammerspiel, schwarze Komödie, Thriller und Seifenoper – mit dem perfekten Soundtrack. Wer da jetzt jemanden umgebracht hat – und vor allem wer das Opfer ist – das ist bis zur letzten, wirklich überraschenden Folge maximal egal.
Vanessa Schneider

"Manchester by the Sea" von Kenneth Lonergan

Die Geschichte eines Mannes, der durch eine Unachtsamkeit das Leben seiner Familie und damit auch sein Leben zerstört. Was an "Manchester by the Sea" beeindruckt, ist, dass er fast alle Fehler vermeidet, die ein solcher Film machen könnte. Er stellt das Leid nicht aus und bricht die Tragik immer wieder durch absurde, leise, alltägliche Komik. Das ist mutig und wirkt lange nach.
Sylvia Griss

"The Leftovers" (Serie)

Dieses Jahr ging eine der besten Serien des vergangenen Jahrzehnts zu Ende – und niemand hat's gemerkt. "The Leftovers" ist anstrengend, brillant, stellenweise total verkorkst, aber immer sehenswert. Während die erste Staffel noch dem zentralen Mysterium der Serie hinterherhechelt (Was wäre, wenn zwei Prozent der Menschheit von einem auf den anderen Moment vom Erdboden verschluckt würde?), heben die fantastische zweite und dritte Staffel zur metaphysischen Suche nach Gott ab. Eine Serie, die nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Mängel so sehenswert ist – so menschlich wie ihre Hauptfiguren.
Christian Alt

"Lion – Der lange Weg nach Hause" von Garth Davis

Großes Gefühlskino. Ein fünfjähriger Junge eingesperrt in einem Zug wird über 1.000 Kilometer entfernt von seinem Heimatdorf ausgespuckt in Kalkutta. Niemand spricht seine Sprache. Kinderalptraum und Odyssee, ist "Lion – Der lange Weg nach Hause" ein echter Tearjerker und vermeidet dennoch klug (fast) alle Kitschfallen. Hintergrund ist übrigens die reale Geschichte von Saroo Brierley, der auch die Romanvorlage für den Film lieferte. Unbedingt Taschentücher bereithalten!
Lars Friedrich

"The Square" von Ruben Östlund

Der schwedische Regisseur hat sich in den letzten Jahren zu einem wahren Analytiker der Kommunikationsprobleme in der modernen Gesellschaft gemausert. In dieser Tragikomödie um einen Kunstkurator, die 2017 bei den Filmfestspielen in Cannes völlig zurecht die Goldene Palme gewonnen hat, zeigen sich bei der Panik um ein verschwundenes Handy das mangelnde Verständnis und die Aggressionen zwischen Arm und Reich. Darüber hinaus kann man sich über merkwürdig ausartende Kunstaktionen und museumstypische Performances köstlich amüsieren.
Stefan Mekiska


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