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Der Schmied von Kochel Stolz, Widerstand und die Liebe zu Bayern

Er ist der Held vom Feld. Der legendäre Schmied von Kochel spielt in den Erzählungen von der Sendlinger Mordweihnacht von vor 300 Jahre immer eine herausragende Rolle. Er verkörpert Stolz, Widerstand, Ausdauer und die Liebe zu Bayern in einer Person. Schriftliche Belege, die seine Existenz bezeugen könnten, gibt es nicht. Erzählungen über seine Heldentaten dafür jede Menge.

Stand: 08.12.2011

Der Schmied von Kochel auf dem Gedenkbrunnen in München | Bild: picture-alliance/dpa

Laut der Legende soll der Schmied von Kochel schon immer der wichtigste Soldat im bayerischen Heer gewesen sein. So soll er an der Seite des bayerischen Kurfürsten gegen die Türken in Wien gekämpft haben und an vorderster Front beim Sturm auf Belgrad dabei gewesen sein.

Rebellen und Reichstruppen

Immer mutig, immer kampfbereit

Er sei ein treuer Bayer gewesen, der sich immer für sein Land und den Kurfürsten eingesetzt habe. Bereits mit grauem Bart und als alter Mann von 70 Jahren sei er an der Seite der Oberländer-Bauern noch einmal in den Krieg gezogen - nach München, um Bayern von den Österreichern zu befreien. Bewaffnet war er laut Überlieferung nur mit einer großen Keule, bewehrt mit eisernen Spitzen.

Unbezwingbarer Kämpfer auf dem Schlachtfeld

Das Fresko an der Alten Sendlinger Kirche "St. Margaret" zeigt ...

Am roten Turm - dem Fadenkreuz des Bauernaufstandes - habe er mit seiner geballten Kraft das Tor aufgestoßen und sei als Anführer in Richtung Isartor vorangeprescht. Als manche Bauern während des Aufstandes umkehren wollten, habe er sie an ihren Eid erinnert: "Lieber bayerisch sterben als kaiserlich verderben". Als jedoch die Armee der Österreicher immer stärker wurde, sei auch der Schmied von Kochel zurück zum Hauptquartier nach Sendling geflüchtet.

Stundenlang habe er dort eingekesselt zwischen Soldaten und seinen toten Kameraden für sein Land gekämpft. Keiner jedoch sei an ihn heran gekommen, so dass er schließlich heimtückisch von hinten erschossen worden sei. Mit der bayerischen Flagge in der Hand, die stolz nach oben gereckt war, sei er den Erzählungen zufolge als Letzter der Aufständischen gefallen.

Die Legende lebt weiter

"Der Schmied von Kochel" kämpft jedes Jahr ...

Mittlerweile ist der Schmied von Kochel, der mit bürgerlichem Namen Balthasar Mayer oder Balthasar Riesenberger geheißen haben soll, das Wahrzeichen der Gemeinde Kochel am See. Dort ist er - egal ob er nun wirklich existiert hat oder nur ein Mythos ist - ein Vorbild für Treue und Vaterlandsliebe. Ebenso wie Wilhelm Tell für die Schweizer, ist der Schmied von Kochel zum Helden von Bayern aufgestiegen. Jedes Jahr wird er in seiner Heimat mit den "Schmied von Kochel"- Festspielen geehrt.


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