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Durch Salzhandel Boomtown der Wittelsbacher

Stand: 26.11.2007 | Archiv

Zum Ende des 12. Jahrhunderts ist München inzwischen zu einem kleinen Oval herangewachsen - in West-Ost-Richtung nicht größer als vom heutigen Dom bis zum heutigen Alten Rathaus; im Süden reicht es bis zum Rindermarkt, im Norden nicht ganz bis zur heutigen Oper. Noch Heinrich der Löwe lässt eine erste Befestigungsmauer bauen. Doch der Stern des Welfenherzogs sinkt und nach etlichen Konfrontationen mit Barbarossa wird er 1180 abgesetzt. Die Herrschaft geht an die Wittelsbacher. Sie werden Bayern bis zu ihrem unrühmlichen Ende 1918 regieren.

Bevorzugte Residenzstadt

Erstes Stadtwappen

Um 1210 erhält München den Rechtsstatus einer Stadt. 1239 ist erstmals der Gebrauch des Siegels mit dem Mönch belegt. Im Zuge der Landesteilung von 1255 splitten die Wittelsbacher ihren Herrschaftsbereich in Nieder- und Oberbayern auf. München ist nicht nur wichtigste Stadt in Oberbayern, Herzog Ludwig II. (der Strenge, 1253-1294) macht es auch zu seinem bevorzugten Residenzort. Er baut eine Stadtburg, später unter dem Namen Alter Hof bekannt.

Wachstum durch Salzhandel

Alter Hof, erste Residenz

Salz benötigt die mittelalterliche Gesellschaft in rauen Mengen, vor allem zur Konservierung von Lebensmitteln oder Herstellung von Gerbmitteln. München ist im Besitz des sogenannten Stapelrechts, das heißt: Das aus Berchtesgaden und Bad Reichenhall kommende weiße Gold muss für einige Tage in der Stadt abgeladen und zum Verkauf angeboten werden, bevor es weitertransportiert werden darf.

Der florierende Salzhandel lässt die Stadt im 12. und 13. Jahrhundert boomen - nicht zuletzt, weil Kaiser Ludwig der Bayer (1317-1347) München 1332 ein Salzhandelsmonopol für den süddeutschen Raum gewährt. München platzt aus allen Nähten. Schon zwischen 1255 und 1271 war die erste kleine Stadterweiterung fällig: Das halbe heutige Tal, Transportstraße für das Salz, wurde integriert.

Isartor, 1337 von Ludwig dem Bayern erbaut

Den großen Ausbau ordnet dann Ludwig der Bayer an. Er lässt im Osten das Isartor, im Süden das Sendlinger Tor und im Westen das Neuhauser Tor (heute Karlstor) errichten. Im Norden begrenzt das Untere Herrntor (später Schwabinger Tor) die Stadt, etwa an der Stelle des heutigen Odeonsplatzes. erbunden werden die Tore durch den zweiten Mauerring. Er sollte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts halten und das befestigte Stadtgebiet begrenzen.

Pogrome gegen Juden

Im Mittelalter werden auch in München Juden zum Teil grausam verfolgt. Das erste Pogrom in der Stadt mit vielen Toten ist von 1285 überliefert.


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