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Von der Schöpfung zur Abschöpfung Tropenwald in Gefahr

Die Bedeutung globalen Klimaschutzes und nachhaltiger Entwicklung wird am Beispiel des Raubbaus im tropischen Regenwald Amazoniens deutlich. Täglich lässt der Mensch hier riesige Flächen artenreichsten Lebens verschwinden - eine ökologische Katastrophe!

Stand: 12.03.2019

Rodung am Amazonas | Bild: picture-alliance/dpa

Der tropische Regenwald ist die feuchteste Vegetationszone der Erde. Die Jahressumme der Niederschläge liegt hier zwischen 2.000 und 6.000 Millimeter. Wo abgeholzt wurde, regnet es immer seltener, der entblößte Boden wird schnell weggeschwemmt. Die tropischen Regenwälder schrumpfen unter der Hand des Menschen. Seit Kolumbus wurden 37 Prozent der südamerikanischen Regenwälder vernichtet! Dabei ist der Regenwald nicht nur für das lokale Klima entscheidend, er beeinflusst das Klima weltweit. Umso wichtiger ist es, alles für die Erhaltung des Regenwaldes zu tun.

Tropenwald Ade!

Mit schweren Maschinen bauen Privat-Unternehmen nach der systhematischen Rodung des Regenwaldes Straßen im Amazonasgebiet.

Täglich lässt der Mensch riesige Flächen artenreichsten Lebens verschwinden. Es geht um viel Geld. Ein Kubikmeter Tropenholz hat, in Südamerika frisch eingeschlagen, einen Wert von fünf Euro - bis zum Parkett- oder Möbelhändler in Deutschland, Holland, England oder USA kann er auf 25.000 € steigen. Kein Wunder also, dass die Holzmafia weiter hemmungslosen Raubbau betreibt. Für Brasilien stehen auch Kredite der Weltbank auf dem Spiel, wenn die international vereinbarte Abholzquote überschritten wird. Die Holzmafia verlässt sich auf die unkontrollierbaren Weiten des tropischen Regenwaldes. Und das Risiko hier aufzufliegen, ist äußerst gering. Länder wie Brasilien können den Raubbau aus eigener Kraft nicht stoppen. Die Bäume heißen Ipé, Maçaranduba, Angelim Vermelho. Die begehrtesten Arten wie Mahagoni oder Jatoba sind schon sehr selten geworden. Die Natur bleibt auf der Strecke und mit ihr unser Klima. Wir sind mitverantwortlich!

Kampf für den Regenwald

Greenpeace arbeitet weltweit als NGO, als Nicht-Regierungs-Organisation, die sich von Spenden finanziert. Eines ihrer Schiffe, die Artic Sunrise, war schon in allen Weltmeeren im Einsatz - und auch im Amazonasgebiet. Der Eisbrecher ist ein Hoffnungsträger für den Regenwald, aber ein Stachel im Fleisch der Holzmafia: Das Schiff ist groß, doch klein im Vergleich zu den hoch organisierten Wirtschaftskriminellen. Paolo Adario, der Leiter der Kampagne und des Greenpeace Büros Brasilien, hat schon einige Morddrohungen erhalten. Mit seiner GPS-Kamera hält er alle Siedlungen fest, um sie in Landkarten zu dokumentieren. So soll die Landnahme durch Großgrundbesitzer unterbunden werden. So soll die Landnahme durch Großgrundbesitzer unterbunden werden. Die Besitzverhältnisse der Ländereien sollen geklärt, den Siedlern gegen die Landvertreibung geholfen werden und die Öffentlichkeit auf die sozialen und ökologischen Probleme aufmerksam gemacht werden.

Eine ökologische Katastrophe

Der tropische Regenwald Brasiliens ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der Erde und macht 40 Prozent der weltweiten Regenwälder aus. Diese gelten als Lunge der Welt. Doch überall ist der Bestand der Wälder bedroht, weil Tropenholz als "grünes Gold" in einem Umfang auf den Weltmarkt kommt, der weder nötig ist noch ökologisch verantwortbar. Sind schon die Abholzquoten der Regierungen in Indonesien oder Brasilien sehr hoch, so übersteigt der illegale Raubbau durch weltweit operierende kriminelle Vereinigungen das zulässige Maß allein in Amazonien um das Vierfache. Nutznießer des mafiösen Systems sind Sägewerksbesitzer, Ketten von Händlern und Produzenten und wir als meist uninformierte Konsumenten. Der Wald, Träger des artenreichsten Lebens, verschwindet - eine ökologische Katastrophe!

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