Telekolleg - Geschichte


7

Telekolleg Geschichte (7) Die Teilung der Welt – Der kalte Krieg beginnt

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die vier Besatzungszonen in Deutschland vom Alliierten Kontrollrat regiert, in den Vertreter der USA, der UdSSR, Großbritanniens und Frankreichs entsandt waren. Es kam jedoch bald zu Streitigkeiten.

Stand: 11.02.2014 | Archiv

Wie bei der Konferenz von Potsdam beschlossen, wurden die vier Besatzungszonen in Deutschland vom Alliierten Kontrollrat regiert, in den Vertreter der USA, der UdSSR, Großbritanniens und Frankreichs entsandt waren. Bald aber kam es zu Streitigkeiten zwischen den Vertretern der UdSSR einerseits und den Abgesandten der Westmächte andererseits über die Demontage von deutschen Industrieanlagen und die Versorgung der hungernden Zivilbevölkerung.

Im September 1946 erklärte der amerikanische Außenminister James Byrnes, dass Frieden in Europa ohne den Wiederaufbau Deutschlands und seine Eingliederung in ein demokratisches Staatensystem unmöglich sei. Viele Menschen in Deutschland, aber auch in den Nachbarländern, hungerten und froren.

Angeregt durch den amerikanischen Außenminister George Marshal, begannen die USA mit dem European Recovery Program (ERP). Die UdSSR und die von ihr abhängigen Staaten in Osteuropa waren ebenfalls zur Teilnahme am ERP eingeladen. Stalin aber sah in ihm die Absicht einer Einflussnahme der USA auf sein Interessengebiet und verbot den osteuropäischen Regierungen eine Beteiligung.

Das ERP begann 1947 und dauerte vier Jahre, allein nach Deutschland flossen 1,5 Milliarden Dollar an Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und anderen Waren.

Die Führung der USA erkannte allmählich die wahren Absichten der sowjetischen Regierung, in den von der Roten Armee besetzten Ländern auch gegen den Willen der Bevölkerung kommunistische Regierungen einzusetzen. Zudem unterstützte die UdSSR den kommunistisch gelenkten Aufstand in Griechenland. Daher erklärte der amerikanische Präsident Harry S. Truman im März 1947, dass die USA alle freien Völker im Kampf gegen totalitäre Systeme unterstützen würden. Verhandlungen mit der Führung der UdSSR über eine gesamtdeutsche Währungsreform scheiterten. So wurde im Juni 1948 die nahezu wertlos gewordene Reichsmark in den drei Westzonen durch die neue D-Mark ersetzt.

Als Reaktion auf die Einführung der D-Mark auch in den Westsektoren Berlins verhängte die sowjetische Führung eine Blockade über Westberlin, d.h. auf dem Landweg konnten keine Waren in die mitten in der Sowjetzone gelegene Stadt gelangen – ein erster Höhepunkt des sog. „Kalten Kriegs“. Die Amerikaner versorgten deshalb die hungernden und frierenden Westberliner durch Flugzeuge mit Lebensmitteln, Heizmaterial und anderen lebenswichtigen Gütern, über die sog. „Luftbrücke“. Im Mai 1949 hoben daraufhin die Sowjets die Blockade wieder auf. Im März 1952 bot Stalin den Westmächten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an, da er eine Wiederbewaffnung und eine Eingliederung der Bundesrepublik Deutschland in ein westliches Bündnissystem befürchtete – damit stellte er auch den Bestand der DDR in Frage. Der Vorschlag wurde jedoch von den Westmächten und von Bundeskanzler Adenauer abgelehnt.

Die Zuspitzung des Kalten Krieges in Deutschland

Wirtschaftswunder in der BRD

Nach der Währungsreform wurde die Zwangswirtschaft in Westdeutschland abgeschafft, und dank einer liberalen Wirtschaftspolitik entwickelte sich die Wirtschaft stürmisch, die Bundesrepublik Deutschland wurde bald eine der führenden Wirtschaftsnationen in Europa und sogar weltweit. Vom sog. „Wirtschaftswunder“ profitierten auch viele Arbeitnehmer, die sich nun über die Grundversorgung hinaus Güter für einen gehobenen Lebensstandard anschaffen konnten.

In der Deutschen Demokratischen Republik dagegen war die Industrie durch die Demontage vieler Anlagen geschwächt, und die staatlich gelenkte Planwirtschaft schaffte es kaum, die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen. Stattdessen wurden die Produktionsnormen für die Arbeiter ständig erhöht. So kam es schließlich zu einem Aufstand der Bauarbeiter in Ostberlin.

Am 17. Juni 1953 schlossen sich immer mehr DDR-Bürger dem Streik an und forderten freie Wahlen. Der Aufstand wurde schließlich mit Hilfe der sowjetischen Besatzungsstreitkräfte niedergeschlagen, viele Aufständische wurden verhaftet und zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Ereignisse des 17. Juni hatten für die SEDFührung zwei Konsequenzen: Der Überwachungsapparat wurde ausgebaut, gleichzeitig gab es Zugeständnisse an die Arbeiter.

Beide deutsche Staaten wurden seit Mitte der 1950er-Jahre von ihren Verbündeten mit Waffen beliefert und gründeten eigene Armeen: In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Wehrpflicht eingeführt und eine neue Armee geschaffen, die Bundeswehr. Auch die Führung der DDR stellte eine Streitmacht mit Wehrpflichtigen auf, die Nationale Volksarmee (NVA). Zudem gab es paramilitärische Einheiten, die sog. Betriebskampfgruppen. Die Bundeswehr wurde in die NATO eingebunden, die NVA in den Warschauer Pakt.

In der Bundesrepublik demonstrierte ein Teil der Bevölkerung gegen die Wiederbewaffnung, teils aus pazifistischen Motiven, teils weil man eine Vertiefung der Spaltung der Nation befürchtete.

Wegen der schlechten Wirtschaftslage, der ideologischen Bevormundung oder auch aufgrund politischer Verfolgung verließen Hunderttausende von Menschen die DDR über die noch offene Grenze. Die DDR ließ nun einen Sperrgürtel mit Stacheldrahtzaun, Minengürteln, Selbstschussanlagen und Wachtürmen errichten, den „Eisernen Vorhang“. Nur in Berlin blieb die Grenze zwischen Ostberlin und den Westsektoren zunächst offen.

Als durch dieses Schlupfloch immer mehr Menschen nach Westberlin und von da in die BRD flüchteten, ließ die Regierung der DDR am 13. August 1961 entlang der Sektorengrenze eine Betonmauer mit aufgesetztem Stacheldraht errichten. Zwar gelangen noch einzelne Fluchtversuche, doch viele endeten auch tödlich, da die Grenzsoldaten den Befehl hatten, jeden Fluchtversuch mit der Schusswaffe zu verhindern.

Die westlichen Alliierten versuchten nicht, den Mauerbau zu verhindern, da ihnen der freie Zugang in den Ostsektor und zurück garantiert wurde – die Mauer quer durch Berlin wurde zum Symbol des Kalten Krieges. Im Schatten des Kalten Krieges und der Abschottung vom Westen versuchte die Führung der DDR, der Bevölkerung eine Gesellschaftsmodell nach dem Muster der Sowjetunion überzustülpen. Wegen der anderen historischen Bedingungen gelang das aber nur teilweise, auch weil die Menschen im Gegensatz zur UdSSR durch Rundfunk und Fernsehen ungefilterte Informationen aus dem Westen erhielten.

Zwar wurde eine wirksame Opposition durch die STASI und eine repressive Justiz unterdrückt, viele DDR-Bürger fanden jedoch für ihre Freizeit eine „private Nische“, z. B. eine „Datsche“ vor den Toren der Stadt.

In der BRD suchten viele entwurzelte NSDAP-Mitläufer moralischen Halt bei den Kirchen, die in den 1950er-Jahren starken Einfluss auf die Gesetzgebung hatten. Auch wurden viele belastete Ex-Nationalsozialisten wieder in die Gesellschaft integriert und konnten bis in höchste Staatsämter gelangen. Der Lebensstil wurde zunehmend durch den amerikanischen Einfluss geprägt, sowohl in der Esskultur als auch in der Mode, v.a. aber in der Unterhaltungsmusik.


7