Telekolleg - Geschichte


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Telekolleg Geschichte (7) Internationale Krisen erschüttern die Welt - Am Rande der atomaren Vernichtung

Im Fernen Osten entluden sich die Spannungen zwischen der UdSSR und China einerseits und den USA und ihren Verbündeten auf der anderen Seite in einigen „Stellvertreterkriegen“, wie zum Beispiel Korea.

Stand: 11.02.2014 | Archiv

Im Fernen Osten entluden sich die Spannungen zwischen der UdSSR und China einerseits und den USA und ihren Verbündeten auf der anderen Seite in einigen „Stellvertreterkriegen“. Korea war seit den 1930er-Jahren von Japan besetzt, nach dessen Niederlage 1945 wurde es in eine sowjetisch besetzte nördlich und eine amerikanisch besetzte südliche Zone geteilt. Nach dem Abzug der Besatzungstruppen versuchte das kommunistisch beherrschte Nordkorea, den Süden zu erobern. Die USA erwirkten im UNO-Sicherheitsrat einen Beschluss, das bedrängte Südkorea mit internationalen Truppen zu unterstützen.

Das geteilte Korea

Die Südkoreaner und die verbündeten US-Amerikaner drängten die nordkoreanischen Truppen weit ins eigene Land zurück, doch nun griff China mit einem massiven Truppenkontingent ein, um eine Niederlage Nordkoreas zu verhindern. Einige US-Generäle dachten schon an den Einsatz von Nuklearwaffen, doch die Regierung der USA schreckte zurück, nachdem auch die mit Nordkorea verbündete UdSSR über Kernwaffen verfügte. Schließlich einigte man sich nach zweijährigen Verhandlungen auf eine Waffenstillstandslinie am 38. Breitengrad.

Indochina mit den heutigen Staaten Kambodscha, Laos und Vietnam war seit 1863 französische Kolonie und wurde in 2. Weltkrieg von japanischen Soldaten erobert. Nach dem Abzug der Japaner rief Ho Chi Minh, der Führer der kommunistischen Partisanenbewegung Vietminh, die demokratische Republik Vietnam aus. Die Franzosen wollten ihre frühere Kolonie nicht kampflos aufgeben, mussten aber schließlich 1954 eine Teilung von Vietnam am 17. Breitengrad in eine nördliche, kommunistisch beherrschte, und eine südliche französische Zone hinnehmen. Der Süden lehnte gesamtvietnamesische Wahlen und eine Vereinigung mit dem Norden ab. Südvietnam wurde von den USA unterstützt, das eine allmähliche Unterwerfung ganz Südostasiens durch die Kommunisten befürchtete. Nach einem erbitterten Krieg mit größten Grausamkeiten und zahlreichen Menschenrechtsverletzungen wollten die USA keinen weiteren Blutzoll bezahlen und zogen ihre Soldaten ab. Am 2. Juli 1976 wurde Vietnam unter kommunistischer Herrschaft vereinigt.

Im Oktober 1956 erhoben sich in Ungarn viele Bürger gegen die Vorherrschaft der UdSSR. Die Demonstranten forderten Presseund Meinungsfreiheit, freie Wahlen und mehr Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Nachdem der neue Ministerpräsident Imre Nagy die Neutralität Ungarns und den Austritt aus dem Warschauer Pakt erklärte hatte, schlugen sowjetische Truppen den Aufstand nieder. Die USA waren zur gleichen Zeit mit der Bewältigung der Suez-Krise beschäftigt, und so konnten oder wollten sie den bedrängten Ungarn nicht beistehen.

Die Kuba-Krise

1958 hatte Fidel Castro auf Cuba mit seinen Revolutionstruppen den Diktator Battista vertrieben und errichtete eine Volksrepublik nach dem Muster der Ostblockstaaten. Die USA verhängten eine Wirtschaftsblockade gegen Cuba, so dass Castro Unterstützung bei der UdSSR suchte und von Nikita Chruschtschow, dem Generalsekretär des ZK der KPdSU, auch erhielt. Im Gegenzug durften die UdSSR 40.000 Soldaten und Mittelstreckenraketen auf der Insel stationieren, die auch mit Nuklearsprengköpfen bestückt werden konnten. Diese Raketen sollten ein Gegengewicht zu den in der Türkei stationierten Mittelstreckenraketen der USA darstellen.

Als ein Spionageflugzeug der USA die Raketenbasen entdeckte, wurden die amerikanischen Streitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Von Florida aus wurde eine Invasion Cubas vorbereitet, und rund um die Insel wurden Kriegsschiffe in Stellung gebracht. In einer Fernsehansprache verkündete Präsident John F. Kennedy den Beginn einer Seeblockade gegen Cuba, forderte Chruschtschow zum Rückzug der Raketen auf und drohte mit einem Nuklearschlag. Nachdem sich Chruschtschow von Physikern über die schrecklichen Folgen eines Atomkriegs hatte aufklären lassen, lenkte er ein und zog die Raketen wieder ab. Im Gegenzug wurden auch die Mittelstreckenraketen in der Türkei abgebaut. Nach dieser Krise am Abgrund eines Atomkriegs wurde ein „heißer Draht“ zwischen der US-amerikanischen und der sowjetischen Führung eingerichtet, über den man sich im Fall einer Krise direkt verständigen konnte. Zudem wurde ein Stopp der Kernwaffenversuche verabredet, der im August 1963 wirksam wurde.


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