Telekolleg - Geschichte


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Telekolleg Geschichte (12) Nach 1945 – die Wirtschaft boomt

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann nicht nur in Westdeutschland ein Wirtschaftswunder – alle Industrieländer erlebten ein „goldenes Zeitalter“. Bis zum Ölpreisschock 1973.

Stand: 22.03.2014 | Archiv

Ausflug mit VW Käfer 60iger Jahren | Bild: picture-alliance/dpa

Zwischen 1953 und 1973 verzehnfachte sich der weltweite Handel mit Industrieerzeugnissen. „Globalisierung“ bedeutete für Westeuropa, die Massenerzeugnisse preisgünstig zu bekommen, die die Bewohner der USA längst hatten – Fernsehgeräte, Waschmaschinen, Autos usw..

VW Käfer Produktion

Teure Maschinen ersetzten zwar zunehmend die menschliche Arbeitskraft, aber es gab trotzdem immer mehr Arbeitsplätze. Öl sprudelte billig aus den Quellen im Nahen Osten und war zur wichtigsten Energiequelle geworden. Dominiert wurde dieser Prozess von den USA, die im Zweiten Weltkrieg praktisch keine Zerstörungen erlitten hatten. Sie konnten es sich leisten, den Aufbau der Kriegsverlierer Deutschland und Japan mitzufinanzieren.

Dahinter stand auch die Absicht, im Kalten Krieg diese Länder als zuverlässige Verbündete gegen die UdSSR zu gewinnen. Die Regierungen der westeuropäischen Staaten sahen es als ihre Aufgabe an, in den Wirtschaftskreislauf durch Gesetze einzugreifen und so für Stabilität zu sorgen. Der US-Dollar war die internationale Leitwährung, deren Wert durch Goldreserven garantiert wurde. Noch 1970 stellten die Vereinigten Staaten die Hälfte des weltweiten Kapitalvorrats und produzierten die Hälfte aller Waren auf dem Weltmarkt – die USA beherrschten die Weltwirtschaft.

Der Ölpreisschock von 1973

1973 folgte dann der Schock. Die OPEC, die Organisation Erdöl exportierender Staaten, erprobte ihre Macht und erhöhte den Ölpreis um 400 Prozent. Diese Explosion der Energiekosten traf Verbraucher und Industrie gleichermaßen hart. Zudem entdeckten die westlichen Industriekonzerne die Schwellenländer als neue Produktionsstandorte, VW z. B. errichtete in Brasilien eine eigene Produktionsstätte.

Dollarnoten

Um diese Auswirkungen der Globalisierung abzufedern, verschuldeten sich die Industrieländer erheblich – auch die USA. Sie konnten deshalb die Golddeckung des US-Dollars nicht mehr aufrechterhalten – der Dollar verlor gegenüber anderen Währungen an Wert. Einige Staaten versuchten auch, durch Währungsmanipulationen ihre Exportwirtschaft zu stützen.

In den Industrieländern gingen dennoch Arbeitsplätze verloren, auch in der BRD war Arbeitslosigkeit kein Fremdwort mehr. Der Absatz von Konsumgütern stockte wegen der Marktsättigung, aber auch weil die Verbraucher weniger Geld ausgeben konnten. Dennoch erzielten die westdeutschen Unternehmen durch Rationalisierung und hochwertige Produkte große Exporterfolge auf dem Weltmarkt.


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