Telekolleg - Geschichte


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Telekolleg Geschichte (12) Globalisierung – Weltmarkt zwischen Arm und Reich

Nigeria ist zwar der größte Erdölexporteur Afrikas, aber die Verkaufserlöse von jährlich etwa 80 Milliarden US-Dollar kommen den Küstenbewohnern kaum zugute. Und in Deutschland werden Produktionen immer mehr ins Ausland verlangert.

Stand: 22.03.2014 | Archiv

Blick auf die Tanklager einer Raffinerie in Lagos -Nigeria | Bild: picture-alliance/dpa

Nigeria, mit rund 160 Millionen Einwohnern der volkreichste Staat Afrikas. Im Süden des Landes greifen bewaffnete Rebellen mit ihrem Schnellboot an der Küste gelegene Erdölförderanlagen an. Die Küstenbevölkerung sympathisiert mit den Aufständischen, denn durch die von den Ölförderanlagen verursachte Umweltverschmutzung ist der traditionelle Fischfang nahezu unmöglich geworden - vielfach ist auch das Trinkwasser ungenießbar.

Mit Erdöl verseuchte Quelle

Die Reinigung des Gebiets wird nach Schätzung von Experten bis zu 30 Jahre dauern und mehr als 1 Milliarde US-Dollar kosten. Nigeria ist zwar der größte Erdölexporteur Afrikas, aber die Verkaufserlöse von jährlich etwa 80 Milliarden US-Dollar kommen den Küstenbewohnern kaum zugute. Immer wieder kommt es zu verheerenden Bränden und Explosionen, die manchmal schon Hunderte von Menschenleben gekostet haben; denn die verarmte Bevölkerung versucht von den Leitungen Öl abzuzapfen – für die Selbstversorgung oder um es weiterzuverkaufen.

Während sich in den Industrieländern die Verbraucher über günstige Kraftstoffpreise freuen, sind die Erdölprodukte für viele Einheimische unerschwinglich.

Deutschland – wie unsere Arbeitsplätze auswandern

Protest gegen die Verlagerung der Wafer-Fertigung

In Wasserburg/Obb. fertigte der Wacker-Konzern einstmals 200 mm- Siliziumscheiben für den Weltmarkt. Doch dann wurde das Werk wegen angeblich zu hoher Fertigungskosten geschlossen. Viele Mitarbeiter, die sich im Glauben an einen sicheren Arbeitplatz verschuldet hatten, waren in ihrer Existenz bedroht. Die Werksleitung betonte, dass die gleichen Siliziumwafer wegen der niedrigeren Löhne in Singapur 30% billiger herzustellen seien, so dass das Werk dorthin verlagert werden musste. Auf solchen Wafern wurden und werden Tausende von Halbleiterspeichern, Prozessoren oder anderen Mikrochips erzeugt. Trotz ständig steigender Leistungsfähigkeit dieser Chips werden sie durch Rationalisierung in der Fertigung immer billiger.

Flachbildschirme

So werden Handys, DVD-Player, Flachbildschirme und andere elektronische Geräten qualitativ besser und dennoch günstiger. Der Preisdruck und die Konkurrenz zwingt die Hersteller, auch die Produktion von kompletten Hightech-Produkten in Länder mit niedrigen Löhnen zu verlagern.


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