Telekolleg - Geschichte


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Telekolleg Geschichte (7) Kalter Krieg und Ost-West-Konflikt

Die Entwicklung der „Atombombe“ begann während des 2. Weltkriegs in den USA, die den ersten Nuklearsprengsatz am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico zur Explosion brachten.

Stand: 11.02.2014 | Archiv

Schauplatz Iran: Die USA und ihre Verbündeten haben seit Jahren Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt, um dessen Führung im Atomstreit zu einer kooperativen Haltung zu bewegen.

Die iranischen Spitzenpolitiker behaupten zwar, dass ihr nukleares Forschungs- und Entwicklungsprogramm nur der friedlichen Nutzung der Kernenergie diene, da aber den Experten der Internationalen Atomenergiekommission der Zugang zu Reaktoren und Anreicherungsanlagen bislang verwehrt wird, liegt der Verdacht nahe, dass das angereicherte Uran auch zum Bau von Kernwaffen verwendet werden soll.

Da die iranische Führung mit der schiitischen Terrororganisation Hisbollah verbündet ist, fürchten amerikanische und israelische Politiker sogar, dass die iranischen Kernwaffen in die Hände von Terroristen gelangen könnten. Auch die Tests von weitreichenden iranischen Raketen lassen die Furcht vor einem geplanten nuklearen Schlag gegen Israel nicht unberechtigt erscheinen.

Israel verfügt allerdings seit 1967 selbst über Nuklearsprengköpfe und die zugehörigen Mittelstreckenraketen, Experten schätzen ihre Zahl auf 100 bis 200. Im Nahen Osten hat Israel bisher das Monopol auf Kernwaffen, die ein Gegengewicht zu den großen Armeen seiner feindlichen Nachbarn darstellen sollen.

Dimensionen der nuklearen Bedrohung

Atomtest in der Wüste Nevada

Die Entwicklung der „Atombombe“ begann während des 2. Weltkriegs in den USA, die den ersten Nuklearsprengsatz am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico zur Explosion brachten. Durch Spionage erhielt die Führung der UdSSR wichtige Kenntnisse über das amerikanische Kernwaffenprogramm, so dass auch sie am 29. August 1949 ihre erste Kernwaffe erfolgreich testen konnte – damit war das „nukleare Monopol“ der USA gebrochen.

Heute verfügen die beiden ersten Atommächte jeweils über knapp 2.000 Sprengköpfe – genug um sich gegenseitig mehrfach zu vernichten. Großbritannien entwickelte mit Hilfe der USA in den 1950er-Jahren ebenfalls Kernwaffen und verfügt über ca. 160 Sprengköpfe. Frankreich wurde durch eigene Entwicklungsarbeiten in den 1960er-Jahren zur Atommacht, ebenso wie China.

Diese fünf Atommächte wollten mit dem „Atomwaffensperrvertrag“ die Entwicklung und Weitergabe von Kernwaffen durch andere Staaten verhindern, dennoch haben auch Indien in den 1970er- und Pakistan in den 1980er-Jahren eigene Atombomben entwickelt, getestet und einige Dutzend Sprengköpfe gebaut. Schließlich folgte 2006 das kleine und verarmte Nordkorea mit einer Testexplosion, und es hat wohl inzwischen etwa ein bis zwei Dutzend Sprengköpfe gebaut.

Die Anti-Hitler-Koalition

Im Februar 1941 beschloss der USamerikanische Kongress auf Initiative von Präsident Franklin D. Roosevelt den „Lend- Lease-Act“. Damit konnten die im 2. Weltkrieg offiziell noch neutralen USA dem vom Deutschen Reich bedrängten Großbritannien leihweise Waffen, wie Schiffe, Flugzeuge, Panzer oder Geschütze, liefern.

Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion trafen sich der britische Premierminister Winston Churchill und der amerikanische Präsident Roosevelt auf einem Schiff mitten im Atlantik und vereinbarten die sog. „Atlantic Charta“. In dieser geplanten Nachkriegsordnung beschlossen die beiden, das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu achten; das Dokument wurde zur Grundlage der Vereinten Nationen.

Im November 1943 trafen sich die im Krieg verbündeten Führer der Alliierten, Churchill, Roosevelt und Stalin, in Teheran und besprachen eine Nachkriegsordnung.

Auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 beschlossen sie dann die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und die Abtrennung der Gebiete jenseits von Oder und Neiße.

Schon seit 1943 arbeiteten mehrere tausend Mitarbeiter unter strengster Geheimhaltung im Forschungslabor Los Alamos am Bau einer Atombombe.

In ihr sollten mehrere Stücke Uran mit Sprengstoff blitzartig zu einer Kugel zusammengedrückt werden. Dabei spaltet sich das Uran in einer sog. Kettenreaktion, bei der eine Hitze von mehreren Millionen Grad sowie starke Gamma- und Neutronenstrahlung entsteht, gefolgt von einer gewaltigen Druckwelle. Am 16. Juli 1945 gelang eine Testexplosion, die Explosivkraft der ersten Testbombe soll mehr als 10.000 Tonnen des herkömmlichen Sprengstoffs TNT entsprochen haben.

Während die Führung des Deutschen Reichs bereits am 8. Mai kapituliert hatte, befand sich Japan noch im Krieg mit den USA. Daher ließen die Militärs der USA am 6. August eine Uranbombe über der japanischen Stadt Hiroshima abwerfen, ferner am 9. August eine Plutoniumbombe über Nagasaki. In den beiden Städten starben etwa 100.000 Menschen sofort, über 200.000 weitere später an ihren Verbrennungen oder an den Folgen der starken Radioaktivität.

Robert J. Oppenheimer, ein Chefentwickler der Atombombe, sagte dazu: „Wir wussten, dass die Welt danach nie wieder dieselbe sein würde.“ Die Führung der USA, im Alleinbesitz von Nuklearwaffen, glaubte nun, gegenüber Stalin und seinen politischen Forderungen härter auftreten zu können, Stalin aber reagierte ebenfalls mit Härte – die einstigen Verbündeten distanzierten sich zunehmend voneinander.


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