Telekolleg - Biologie


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Der Weg der Nahrung 3. Magen und Darm

In Magen und Darm wird die im Mund begonnene Verdauung fortgesetzt und beendet. Wieder spielen dabei Enzyme eine entscheidende Rolle.

Stand: 12.03.2019 | Archiv

Der Magen liegt hinter der Leber. Er hat ein Volumen von etwa zwei Litern und besitzt eine stark gefältelte Oberfläche. Ein wesentlicher Bestandteil des Magens ist der Magensaft. Er besteht aus 0,5 prozentiger Salzsäure, ist also sehr ätzend. Er tötet Bakterien ab und lässt die Proteine der Nahrung gerinnen. In geronnenem Zustand können sie von Enzymen zerlegt werden. Enzyme sind ein wesentlicher Bestandteil des Magensaftes. Das wichtigste Enzym im Magensaft ist eine Protease: das Pepsin. Es kann das durch die Salzsäure geronnene Protein abbauen.

Warum verdaut sich der Magen nicht selbst?

Der Magen besteht ebenfalls aus Proteinen - warum wird er nicht durch Salzsäure und Pepsin angegriffen? Das verhindert der dritte wichtige Stoff in unserem Magen: der Magenschleim. Er überzieht die Magenschleimhaut, die den Magen innen auskleidet. Er schützt die Magenschleimhaut, denn er neutralisiert die Salzsäure und hebt die zersetzende Wirkung des Pepsins auf. So wird eine Selbstverdauung des Magens vermieden. Wird dieser Schutz durch bakterielle Infektion aufgehoben oder die Schleimproduktion durch Stress vermindert, entstehen an den betroffenen Stellen Magengeschwüre - der Magen beginnt sich partiell selbst zu verdauen.

Der Dünndarm

Der Mageninhalt wird durch rhythmische Zusammenschnürung des Magens portionsweise über einen Schließmuskel am Magenausgang, den Pförtner, in den Dünndarm abgegeben. Der gewundene Dünndarm ist zwei bis drei Meter lang. Er ist unser zentrales Verdauungsorgan. Seine Innenfläche ist mit unzähligen Darmzotten besetzt. Sie bewirken eine Vergrößerung der Innenfläche. Jede Darmzotte hat nochmals zahllose winzige Ausstülpungen – was eine riesige Kontaktfläche des Dünndarms bewirkt.

Resorption

So groß ist die Oberfläche des Dünndarms im Verhältnis zum Menschen

Wozu dient diese enorm große Oberfläche? Die Darmzotten sind nicht nur von Nervenfasern durchzogen, sondern auch von Lymph- und Blutgefäßen. Die Lymph- und Blutgefäße nehmen die im Dünndarm verdauten Nahrungsstoffe auf und verteilen sie im ganzen Körper. Dort werden sie zum Aufbau körpereigener Proteine verwendet. Die Aufnahme über die Dünndarmwand in Blut und Lymphe nennt man Resorption.

Verdauung von Fett

Alles, was im Mund und Magen noch nicht verdaut wurde, wird im Dünndarm endgültig in seine Bestandteile zerlegt. Die Verdauung von Fetten findet ausschließlich im Dünndarm statt. Um Fett zu verdauen, ist Gallensaft nötig.

Gallensaft

Die Leber produziert Gallensaft. Der wird in der Gallenblase gespeichert und von dort in den Dünndarm abgegeben.

Gallensaft bewirkt, dass das Fett sich in kleine Tröpfchen aufteilt, die insgesamt eine große Oberfläche haben. Sie bilden eine sogenannte Emulsion. Jetzt können die für den Fettabbau zuständigen Enzyme, die Lipasen, eingreifen und die Fetttröpfchen in Glycerin und Fettsäuren zerlegen.

Verdauung von Kohlenhydraten und Stärke

Die Kohlenhydrate wurden ja schon im Mund meist in die Doppelzucker abgebaut. Im Dünndarm erfolgt nun die Trennung der Doppelzucker in Einfachzucker. Auch noch vorhandene Stärke wird hier in Einfachzucker zerlegt.

Was vom Zucker nicht direkt benötigt wird, kommt in die Leber und wird dort gespeichert. Die Speicherkapazität der Leber ist allerdings begrenzt. Überschüssiger Zucker wird in Fett umgewandelt und in Fettzellen eingelagert.

Der Dickdarm

In dem etwa einen Meter langen Dickdarm werden dem verbliebenen Nahrungsbrei noch Wasser und darin gelöste Mineralstoffe entzogen. Ansonsten hat der Dickdarm die Aufgabe, die nicht mehr verwertbaren Bestandteile unserer Nahrung als Kot auszuscheiden. Durch wellenförmige Muskelkontraktionen wird er in Richtung After befördert.


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