Wissen - Sternenhimmel


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Sonnenaufgang & Sonnenuntergang Sonne im Juli tiefer, kürzer & weit weg

Man mag's kaum glauben, wenn die Sonne an einem heißen Julitag herunterbrät: Jetzt ist sie so weit weg wie das ganze Jahr nicht! Für die Tageslänge und die langen Weißen Nächte macht das nichts ...

Stand: 29.06.2018

Die Sonne ist im Juli die Königin am Himmel, doch die Tage werden schon wieder kürzer: Zu Beginn des Monats gibt es noch 16 Stunden Sonnenlicht, Ende Juli eine Stunde weniger. Auch mittags klettert sie nicht mehr ganz so hoch wie noch im Juni - um fünf Grad nimmt ihre Mittagshöhe ab. Ende Juli steht sie mittags aber noch sechzig Grad über dem Horizont im Süden.

Sonnenaufgang und Sonnenuntergang

Tageslänge Anfang und Ende Juli im Vergleich

Anfang Juli sind wir noch dicht dran am längsten Tag des Jahres, der Sommersonnwende am 21. Juni. Daher sind auch die ersten Julitage noch extrem lang: Sechzehn Stunden vergehen vom Sonnenaufgang um Viertel nach fünf Uhr bis zum Sonnenuntergang um Viertel nach neun Uhr. Bis zum Monatsende schrumpfen unsere Tage um eine Stunde: morgens geht die Sonne eine halbe Stunde später auf, abends eine halbe Stunde früher unter. Die Nächte wachsen im Juli noch mehr als die Tage schrumpfen: Zu Monatsbeginn ist es nur anderthalb Stunden lang von halb eins bis zwei Uhr stockduster, Ende Juli schon mehr als vier Stunden - von Viertel nach elf bis halb vier Uhr.

Tageslänge & Dämmerung (Zeiten für München)
Juli1.7.31.7.
Beginn astron. Dämmerung2.04 Uhr3.24 Uhr
Sonnenaufgang5.17 Uhr5.48 Uhr
Tageslänge16 h 00 min15 h 4 min
Sonnenuntergang21.17 Uhr20.52 Uhr
Ende astron. Dämmerung0.31 Uhr23.14 Uhr

Die blaue Stunde - fragiles Gleichgewicht aus Licht

Warum wachsen die Nächte mehr, als die Tage schrumpfen? Weil die Dämmerungsphase wieder kürzer wird, die um die Sommersonnwende herum besonders lange war. Schade eigentlich, denn auch die magische blaue Stunde zieht sich wieder etwas zusammen.

Warme Tage, weiße Nächte

Doch die Sonne steht immer noch so hoch im Norden, dass sie nachts nicht weit unter den Horizont sinkt - von Bayern aus gesehen nicht mehr als zweieinhalb Handbreit tief. Je weiter Sie nach Norden reisen, umso höher steht die Sonne nachts. Und umso kürzer und heller wird die Nacht dadurch. In Bayreuth wird es in den ersten Julinächten gar nicht richtig finster, in Flensburg den ganzen Monat lang nicht. Und in weiten Teilen Skandinaviens dämmert es nur noch ein wenig - dort herrschen die Weißen Nächte.

Mancherorts geht jetzt im Juli die Sonne gar nicht mehr unter: Es ist Polartag über dem Polarkreis - rund um die Uhr! Im Norden Schwedens, Norwegens, Finnlands und Teilen Russlands scheint die Mitternachtssonne. Am Nordpol vergeht ein halbes Jahr von Sonnenaufgang bis -untergang. Dort steht die Sonne zur Zeit fast zwei Handbreit hoch über dem Horizont - ununterbrochen.

Für Sternengucker ein Albtraum, doch zum Glück können Sie bei uns zumindest für ein paar Stunden Sterne und Planeten sehen. Und ein kleiner Trost: Die Weißen Nächte können ein ganz besonderes Phänomen am Nachthimmel hervorrufen, die leuchtenden Nachtwolken.

Sonne so weit weg wie nie

Sonnenschein und Sommerhitze zum Trotz erreicht die Erde am 6. Juli den Punkt ihrer Umlaufbahn, an dem sie die größte Entfernung zur Sonne hat: rund 152 Millionen Kilometer, das sogenannte Aphel der Erdumlaufbahn. Die Sonne ist jetzt fünf Millionen Kilometer weiter weg als Anfang Januar, wenn wir auf unserer Umlaufbahn den sonnennächsten Punkt erreichen. Das Sonnenlicht braucht am 3. Juli acht Minuten und 27 Sekunden bis zu uns - 17 Sekunden mehr als im Januar.

Auf der Südhalbkugel der Erde, wo gerade Winter ist, mag sich das stimmiger anfühlen, doch die Sonnennähe oder -ferne hat mit den Jahreszeiten gar nichts zu tun. Diese entstehen nur durch die Neigung der Erdachse, nicht durch unseren Abstand zur Sonne.

Sonne & Sternbilder

Am 21. Juli wandert die Sonne auf ihrer Reise durch die Sternbilder vom Sternbild Zwillinge in den Krebs. Diese beiden Sternbilder können Sie daher im Juli nicht erblicken - aber viele andere, die sich lohnen.
Astrologisch gesehen ist sie allerdings schon ein Sternzeichen weiter und wechselt kurz darauf in den Löwen.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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