Wissen - Sternenhimmel


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Sonnenaufgang & Sonnenuntergang im Dezember Wintersonnwende und die kürzesten Tage im Jahr

Schon um halb fünf Uhr abends verabschiedet sich die Sonne im Dezember und taucht erst um acht Uhr morgens wieder auf. Die Königin der Nacht regiert: Fast zwölf Stunden lang ist es zappenduster. Zeit zum Sternegucken!

Von: Heike Westram

Stand: 29.11.2019

Keine neun Stunden Tageslicht hat ein Dezembertag zu bieten: Am Monatsanfang erfolgt der Sonnenaufgang erst gegen Viertel vor acht Uhr. Noch vor halb fünf Uhr abends geht die Sonne schon wieder unter. Aber viel schlimmer wird es nicht mehr: Bis zum kürzesten Tag des Jahres verlieren wir morgens noch zwanzig Minuten Sonnenlicht, der Sonnenuntergang am Abend ändert sich nur um wenige Minuten.

Winteranfang - der kürzeste Tag im Jahr

Schräge Sache: die Wintersonnwende

Am 22. Dezember ist Wintersonnenwende: Die Erde erreicht auf ihrer Runde um die Sonne den Punkt, an dem sich die Nordhalbkugel durch die schrägstehende Erdachse maximal von der Sonne weg neigt. Aus unserem Blickwinkel auf die Sonne bedeutet das: Sie rutscht maximal "nach unten", an ihre südlichste Stelle.

Am Firmament ist das ein relativ fixer Punkt im Sternbild Schütze: der sogenannte Winterpunkt, den die Sonne am 22. Dezember 2019 genau um 5.19 Uhr durchschreitet. Das ist der astronomische Winteranfang, der kürzeste Tag des Jahres: Von Sonnenaufgang um 8.02 Uhr bis Sonnenuntergang um 16.23 Uhr vergehen nur acht Stunden und 21 Minuten. Die darauf folgende längste Nacht des Jahres dauert dagegen fast 16 Stunden.

Tageslänge & Dämmerung (Zeiten für München)
 1.12.22.12.31.12.
Beginn astron. Dämmerung5.50 Uhr6.07 Uhr6.10 Uhr
Sonnenaufgang7.42 Uhr8.02 Uhr8.04 Uhr
Tageslänge8 h 40 min8 h 21 min8 h 24 min
Sonnenuntergang16.22 Uhr16.23 Uhr16.28 Uhr
Ende astron. Dämmerung18.15 Uhr18.17 Uhr18.22 Uhr

Tageslänge im Dezember

Mittags klettert die Sonne zur Wintersonnwende nur mehr 18,5 Grad über den Horizont - etwa zwei Handbreit hoch. Ein kleiner Trost: Der kürzeste Tag ist auch nur zwanzig Minuten kürzer als die ersten Dezembertage. Und die Tage beginnen auch sofort wieder zu wachsen. Der letzte Tag im Jahr ist schon wieder ein paar Minuten länger als die Wintersonnwende.

Spätester Sonnenaufgang, frühester Untergang

Doch der kürzeste Tag im Jahr, die Wintersonnwende, ist weder der Tag mit dem spätesten Sonnenaufgang noch mit dem frühesten Sonnenuntergang. Der früheste Sonnenuntergang findet schon zehn Tage vor dem Winteranfang statt: Am 12. Dezember geht die Sonne bereits um 16.20 Uhr unter - dafür geht sie früher auf als am kürzesten Tag. Der späteste Sonnenaufgang wiederum ist erst am 2. Januar um 8.04 Uhr, jedoch auch bei späterem Sonnenuntergang. Beide Tage sind ein paar Minuten länger als der kürzeste Tag.

Der kürzeste Tag des Jahres hätte tatsächlich auch den spätesten Sonnenaufgang und frühesten Sonnenuntergang, wenn die Erde mit senkrechter Erdachse auf einer exakt kreisrunden Bahn um die Sonne wandern würde. Doch unsere "schiefe" Achse und leicht elliptische Umlaufbahn sorgen dafür, dass die Sonnenuhr fast immer ein bisschen vor- oder nachgeht - um bis zu eine Viertelstunde.

Lange Winternacht

Am Sternenhimmel können Sie sich im Dezember so richtig satt sehen, denn nachts ist es fast zwölf Stunden lang stockfinster. Etwa um Viertel nach sechs Uhr endet die letzte Abenddämmerung im Dezember, die erste Morgendämmerung setzt erst um etwa sechs Uhr ein. Und es gibt tolle Sternbilder zu sehen!

Sonne & Sternbilder

Am 18. Dezember wechselt die Sonne auf ihrer Reise durch die Sternbilder vom Schlangenträger ins Sternbild Schütze. Die beiden Sternbilder werden dadurch vom Sonnenlicht überstrahlt und Sie können sie im Dezember nicht erblicken - aber viele andere, die sich lohnen.
Astrologisch gesehen ist sie schon ein Sternzeichen weiter und wechselt am 22. Dezember vom Schützen in den Steinbock. Denn Horoskope halten sich nicht an den wirklichen Sonnenstand.

Ihre schönsten Sonnenbilder

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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