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SoFi für die Pinguine Partielle Sonnenfinsternis am Südpol

Am 15. Februar schiebt sich der Mond vor die Sonne und bedeckt sie zum Teil. Aber leider sehr weit weg: Forschende in der Antarktis können sich an der Sonnenfinsternis freuen, ebenso die Menschen im südlichen Südamerika.

Stand: 09.01.2018

Seit Monaten geht die Sonne am Südpol nicht mehr unter, jetzt verdunkelt sie sich wenigstens ein bisschen: Am 15. Februar schiebt sich der Neumond vor die Sonne und bedeckt sie zum Teil.

Sichtbarkeitszone der partiellen Sonnenfinsternis am 15. Februar

Zu sehen ist die partielle Sonnenfinsternis allerdings nur in Argentinien, Uruguay und der südlichen Hälfte Chiles, sowie über der Antarktis. Dort ist die Sonnenfinsternis auch am größten. Doch selbst hier wird nicht mehr als die Hälfte der Sonnenscheibe bedeckt. Wer nichts von der SoFi weiß, wird sie vermutlich einfach nicht sehen.

SoFi-Schutzbrille

Nur mit einer Sonnenfinsternis-Brille oder anderem SoFi-geeignetem Gerät ist das Ereignis überhaupt zu beobachten. Da der Mond die Sonne nicht komplett verdeckt, fällt auch nur der Halbschatten des Mondes auf die Erde.

Ein kosmischer Zufall

Eine Sonnenfinsternis ist in unserem Sonnensystem ein einzigartiges Ereignis, hervorgebracht durch einen kosmischen Zufall: Im Dreiecksverhältnis Sonne, Mond und Erde stimmen Größen und Abstände gerade so überein, dass der Mond die Sonne verdecken kann. Denn eigentlich ist die Sonne im Durchmesser 400-mal größer als der Mond. Aber eben auch 400-mal weiter weg. Dadurch erscheinen uns beide am Himmel gleich groß. Tritt der Mond genau zwischen Erde und Sonne, verdeckt er sie aus unserer Perspektive komplett - die Sonne ist verfinstert.

Warum es nicht jeden Monat eine SoFi gibt

Auf seiner Runde um die Erde zieht der Mond jeden Monat zwischen Erde und Sonne hindurch - Neumond. Doch dabei bedeckt er die Sonnenscheibe meistens gar nicht. Denn zur Erdumlaufbahn um die Sonne ist die Mondbahn um fünf Grad geneigt. Dadurch befindet sich der Mond aus unserer Sicht meist unterhalb oder oberhalb der Sonnenscheibe, wenn er zwischen Erde und Sonne hindurch wandert. Nur wenn der Neumond zugleich genau die Erdbahn kreuzt, kommt es zu einer Sonnenfinsternis.

Totale Sonnenfinsternis

So kommt es zu einer Sonnenfinsternis

Je nach Länge und Geometrie des Mondschattens kann von der Erde aus eine partielle, eine ringförmige oder eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Bei der totalen Sonnenfinsternis steht der Beobachter im Kernschatten des Mondes, dessen Scheibe die Sonnenscheibe vollständig bedeckt. Während dieser Totalität ist die Korona der Sonne sichtbar und es wird so dunkel, dass man sogar die helleren Sterne sehen kann.

Partielle Sonnenfinsternis

Partiell ist die Sonnenfinsternis, wenn die Mondscheibe nur Teile der Sonne verdeckt. Dann trifft nur der Halbschatten des Mondes auf die Erde - auch Halbschatten-Finsternis genannt. Aber auch jede totale Sonnenfinsternis beginnt und endet als partielle. Und auch die Totalität, bei der die Mondscheibe die Sonnenscheibe völlig bedeckt, ist nur auf einem relativ schmalen Streifen der Erde zu sehen, der sogenannten Totalitätszone: Nur hier wandert der Kernschatten des Mondes über die Erde. Nördlich und südlich grenzen an die Totalitätszonen sehr breite Streifen, von denen aus nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen ist.

Der seltene, schöne Sonnenring

Ringförmige Sonnenfinsternis

Eine ringförmige oder annulare Sonnenfinsternis ist eine Sonderform der totalen: Der Mond schiebt sich komplett vor die Sonne, wenn er gerade sehr weit von der Erde entfernt ist. Dadurch kann in diesem Fall die etwas kleinere Mondscheibe die Sonnenscheibe nicht vollständig verdecken. So bleibt der typische Sonnenring stehen, der diese Sonnenfinsternis besonders sehenswert macht.

Siebeneinhalb Minuten

Wie lange der schöne Moment der Totalität anhält, ist bei jeder Finsternis verschieden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 war mit knapp zweieinhalb Minuten recht kurz. Die längste tatsächlich gemessene Totalität gab es am 20. Juni 1955 auf den Philippinen: 7 Minuten und 8 Sekunden.
Theoretisch kann die Totalität bis zu 7 Minuten und 33 Sekunden dauern. Das wird die Finsternis am 16. Juli 2186 im Mittelatlantik mit 7 Minuten und 29 Sekunden fast erreichen. Sie bleibt für die nächsten 1.469 Jahre Rekordhalter.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann theoretisch sogar 12,5 Minuten dauern, da der Mond weiter von der Erde entfernt ist und für die gleiche Strecke am Firmament viel länger braucht.

Die regelmäßige Sensation

Jedes Jahr gibt es zwei bis vier Sonnenfinsternisse - weltweit gesehen. Doch da jede SoFi nur auf einem wenige hundert Kilometer breiten Streifen zu sehen ist, wird sie für jeden einzelnen Ort auf der Erde zur Seltenheit. Immer zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es auch zu einer Mondfinsternis. So auch bei dieser SoFi: Am 31. Januar gab es eine totale Mondfinsternis - leider auch nicht bei uns. Doch in einem halben Jahr können wir sie dann genießen: die perfekte totale Mondfinsternis im Juli!

Die nächste Sonnenfinsternis

Der Moment kurz vor der Totalität

Das nächste Mal wird sich die Sonne am 13. Juli 2018 verfinstern: Eine partielle Sonnenfinsternis wird im Süden Australiens zu sehen sein. Bei uns in Bayern gibt es erst am 10. Juni 2021 überhaupt wieder eine Sonnenfinsternis. Und dann wird, wie auch bei den folgenden SoFis, nur ein winziger Teil der Sonne verdeckt werden. Erst am 12. August 2026 ist eine SoFi bei uns wieder richtig bemerkenswert. In Teilen Spaniens und Islands wird sie total sein, bei uns wird immerhin der größte Teil der Sonnenscheibe bedeckt. Für eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland müssen wir uns noch sehr lange gedulden: Erst am 3. September 2081 ist es wieder so weit - über dem Gebiet des Bodensees. Rund ein halbes Jahrhundert später, am 7. Oktober 2135, dann auch in Norddeutschland.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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