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6. Januar 2019 Partielle Sonnenfinsternis am Nordpazifik

Am 6. Januar 2019 schiebt sich der Mond ein kleines Stück vor die Sonne und verdeckt sie zum Teil: Es kommt zu einer partiellen Sonnenfinsternis. Leider nicht bei uns, sondern nur rund um den Nordpazifik.

Von: Heike Westram

Stand: 02.01.2019

Sie müssen sehr weit reisen, wenn Sie die nächste Sonnenfinsternis erleben wollen: Über dem Nordosten Asiens, dem Nordpazifik und dem äußersten Westen Alaskas gibt es am 6. Januar 2019 eine SoFi, wenn auch nur eine partielle. Nur ein Teil der Sonne wird angeknabbert.

Animation des Finsternisverlaufs der Sonnenfinsternis am 06. Januar 2019 | Bild: NASA 

Im äußersten Nordosten Sibiriens, wo die Sonnenfinsternis maximal ist, werden immerhin knapp zwei Drittel der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Das passiert dort nach halb drei Uhr nachts unserer Zeit. Zwei Stunden vorher beginnt die Teilverfinsterung der Sonne im Nordosten Chinas, wenn dort die Sonne gerade aufgeht. Von hier zieht der Mondschatten über Nord- und Südkorea, Japan, den Osten Sibiriens und den nördlichen Pazifik. Zum Schluss erreicht der Mondschatten noch die Westküste Alaskas, wenn dort die Sonne gerade untergeht. Die Sonnenfinsternis endet kurz nach halb fünf Uhr morgens unserer Zeit.

Bei uns in Deutschland ist währenddessen die Sonne noch nicht einmal aufgegangen. Und auch der Mond lässt sich in der Nacht nicht blicken: Es ist Neumond.

Ein kosmischer Zufall

Hier ist die Sonnenfinsternis am 6. Januar 2019 zu sehen

Sonne, Mond und Erde - dieses kosmische Dreiecksverhältnis führt zu einem einzigartigen Ereignis im Sonnensystem: der totalen Sonnenfinsternis. Die Sonne ist zwar 400 Mal größer als der Mond, aber sie ist auch 400 Mal weiter von der Erde entfernt. Dadurch erscheinen uns beide am Himmel gleich groß. Tritt der Mond genau zwischen Erde und Sonne, verdeckt er sie aus unserer Perspektive komplett - die Sonne ist verfinstert.

Warum es nicht jeden Monat eine SoFi gibt

Auf seiner Runde um die Erde zieht der Mond jeden Monat zwischen Erde und Sonne hindurch - Neumond. Doch dabei bedeckt er die Sonnenscheibe meistens gar nicht. Denn zur Erdumlaufbahn um die Sonne ist die Mondbahn um fünf Grad geneigt. Dadurch befindet sich der Mond aus unserer Sicht meist unterhalb oder oberhalb der Sonnenscheibe, wenn er zwischen Erde und Sonne hindurch wandert. Nur wenn der Neumond zugleich genau die Erdbahn kreuzt, kommt es zu einer Sonnenfinsternis.

Totale Sonnenfinsternis

So kommt es zu einer Sonnenfinsternis

Je nach Länge und Geometrie des Mondschattens kann von der Erde aus eine partielle, eine ringförmige oder eine totale Sonnenfinsternis beobachtet werden. Bei der totalen Sonnenfinsternis steht der Beobachter im Kernschatten des Mondes, dessen Scheibe die Sonnenscheibe vollständig bedeckt. Während dieser Totalität ist die Korona der Sonne sichtbar und es wird so dunkel, dass man sogar die helleren Sterne sehen kann.

Partielle Sonnenfinsternis

Partiell ist die Sonnenfinsternis, wenn die Mondscheibe nur Teile der Sonne verdeckt. Dann trifft nur der Halbschatten des Mondes auf die Erde - auch Halbschatten-Finsternis genannt. Aber auch jede totale Sonnenfinsternis beginnt und endet als partielle. Und auch die Totalität, bei der die Mondscheibe die Sonnenscheibe völlig bedeckt, ist nur auf einem relativ schmalen Streifen der Erde zu sehen, der sogenannten Totalitätszone: Nur hier wandert der Kernschatten des Mondes über die Erde. Nördlich und südlich grenzen an die Totalitätszonen sehr breite Streifen, von denen aus nur eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen ist.

Wie schön selbst diese Teilfinsternis ist, zeigen Ihre Bilder von der letzten partiellen Sonnenfinsternis bei uns im März 2015:

Der seltene, schöne Sonnenring

Ringförmige Sonnenfinsternis

Eine ringförmige Sonnenfinsternis ist eine Sonderform der totalen: Der Mond schiebt sich komplett vor die Sonne, wenn er gerade sehr weit von der Erde entfernt ist. Dadurch kann in diesem Fall die etwas kleinere Mondscheibe die Sonnenscheibe nicht vollständig verdecken. So bleibt der typische Sonnenring stehen, der diese Sonnenfinsternis besonders sehenswert macht.

Siebeneinhalb Minuten

Zur Totalität wird die Korona der Sonne sichtbar

Wie lange der schöne Moment der Totalität anhält, ist bei jeder Finsternis verschieden. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland im Jahr 1999 war mit knapp zweieinhalb Minuten recht kurz. Die längste tatsächlich gemessene Totalität gab es am 20. Juni 1955 auf den Philippinen: 7 Minuten und 8 Sekunden.
Theoretisch kann die Totalität bis zu 7 Minuten und 33 Sekunden dauern. Das wird die Finsternis am 16. Juli 2186 im Mittelatlantik mit 7 Minuten und 29 Sekunden fast erreichen. Sie bleibt für die nächsten 1.469 Jahre Rekordhalter.

Eine ringförmige Sonnenfinsternis kann theoretisch sogar 12,5 Minuten dauern, da der Mond weiter von der Erde entfernt ist und für die gleiche Strecke am Firmament viel länger braucht.

Die regelmäßige Sensation

Jedes Jahr gibt es zwei bis vier Sonnenfinsternisse - weltweit gesehen. Doch da jede SoFi nur auf einem wenige hundert Kilometer breiten Streifen zu sehen ist, wird sie für jeden einzelnen Ort auf der Erde zur Seltenheit.

Immer zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es auch zu einer Mondfinsternis: Der Vollmond am 21. Januar verfinstert sich - es gibt eine totale Mondfinsternis über Bayern.

Die nächste Sonnenfinsternis

Der Moment kurz vor der Totalität

Das nächste Mal wird sich die Sonne im Juli verfinstern: Am 2. Juli 2019 gibt es eine totale Sonnenfinsternis, allerdings nur über dem Südpazifik und Südamerika. Bei uns in Bayern gibt es erst am 10. Juni 2021 überhaupt wieder eine Sonnenfinsternis. Und dann wird, wie auch bei den folgenden SoFis, nur ein winziger Teil der Sonne verdeckt werden. Erst am 12. August 2026 ist eine SoFi bei uns wieder richtig bemerkenswert. In Teilen Spaniens und Islands wird sie total sein, bei uns wird immerhin der größte Teil der Sonnenscheibe bedeckt. Für eine totale Sonnenfinsternis in Deutschland müssen wir uns noch sehr lange gedulden: Erst am 3. September 2081 ist es wieder so weit - über dem Gebiet des Bodensees. Rund ein halbes Jahrhundert später, am 7. Oktober 2135, dann auch in Norddeutschland.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Was ist eine Sonnenfinsternis? alpha-centauri, 07.08.2018 um 19:15 Uhr, ARD-alpha

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