Wissen - Sternenhimmel


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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im Februar

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für Februar 2020 mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 31.01.2020

Der Vollmond am 25. Dezember 2015 hinter der Münchner Frauenkirche, aufgenommen vom Fuße der Bavaria von Marco Sproviero. | Bild: Marco Sproviero

Der Februar beginnt mit einem abendlichen Halbmond, der bald durch die typischen Winter-Sternbilder zieht, wo er zum Vollmond anwächst und die ganze Nacht zu sehen ist. Wenn er danach durch die Frühlingsbilder wandert, nimmt er wieder ab und taucht immer später in der Nacht auf. Die Mondsichel trifft morgens auf die drei Planeten Mars, Jupiter und Saturn und verschwindet dann um Neumond vom Firmament, bevor sie Ende Februar abends als dünne Sichel bei der hellen Venus im Westen wieder erscheint.

Mondphasen im Februar

DatumUhrzeitMondphase
02.02.2002.41 Uhrzunehmender Halbmond
09.02.2008.33 UhrVollmond
15.02.2023.17 Uhrabnehmender Halbmond
23.02.2016:32 UhrNeumond

Zunehmender Halbmond am Abend

Der Februar beginnt mit einem zunehmenden Halbmond, der auffallend hoch im Süden am Firmament steht, wenn der Abendhimmel nach Sonnenuntergang dunkelt und die helle Venus tief im Südwesten allmählich untergeht. Wenn es um sieben Uhr richtig finster geworden ist und die Sternbilder deutlich hervortreten, steht rechts über dem Mond der kleine Widder, der mit dem Mondlicht zu kämpfen hat. Links vom Mond ist das riesige, strahlende Wintersechseck zu sehen, dem sich der Mond nähert. Um ein Uhr geht der Mond in der ersten Februarnacht unter, dann jede Nacht gut eine Stunde später.

Beim hübschen Siebengestirn

Am 2. Februar schimmert eine Handbreit links vom Mond ein zarter Fleck, das Siebengestirn: Sieben helle Sterne, die in einen Schleier gehüllt scheinen. In Wahrheit liegt hier ein Offener Sternhaufen verborgen, die Plejaden mit Tausenden von Sternen. Eine Ahnung davon bekommen Sie schon mit einem einfachen Fernglas, aber besser ein paar Abende später, wenn sich der Mond wieder entfernt hat. Auch am 3. Februar ist der Mond noch dicht bei den Plejaden. Drei Fingerbreit links unter der wachsenden Mondscheibe ist ein heller Stern zu sehen: Aldebaran, das strahlende Auge des Stiers.

Goldener Henkel zu sehen

Abends am 4. Februar zeigt der Mond ein kleines, wunderschönes Detail: seinen Goldenen Henkel. Wenn Sie ein Fernglas zur Hand haben, dann richten Sie es auf die Mondscheibe. Am Rande der unbleuchteten Hälfte wird ein hoch liegender Kraterrand von der Sonne angestrahlt, der wie ein kleiner Tassenhenkel an der beleuchteten Mondhälfte haftet: Sonnenaufgang über dem sechstausend Meter hohen Jura-Gebirge des Mondes! Die Regenbogenbucht darunter liegt dagegen noch im Schatten.

An diesem Abend liegen Aldebaran und das markante V des Stierkopfs bereits ein paar Fingerbreit rechts vom Mond, der zügig weiter wandert.

Mond mitten im Wintersechseck

Am 5. Februar ist unser Begleiter bei den Spitzen der Stierhörner angelangt und steht mitten im Wintersechseck, umringt von den hellsten Sternen des Firmaments. Zwei weitere Nächte braucht unser Begleiter, um das Sechseck zu durchqueren: Am 7. Februar hat er seinen linken Rand erreicht und steht genau unter den beiden hellen Zwillingen Kastor und Pollux.

Zwei Vollmond-Nächte nacheinander

Am 8. Februar geht eine gute Stunde vor Sonnenuntergang der Vollmond im Osten auf. Eine kleine Dulle hat die Mondscheibe noch, denn der exakte Vollmondtermin ist erst am folgenden Morgen um halb neun Uhr. Doch die ist fürs bloße Auge nicht erkennbar, für uns ist der Mond an dem Abend genauso voll wie am nächsten. Er steht zwischen den Jahreszeiten: Das Wintersechseck liegt schon weit rechts hinter ihm, links unter ihm zieht die kommende Jahreszeit herauf: Der große Löwe wandert in der Nacht zum 9. Februar hinter dem Vollmond her, ein typisches Frühlings-Sternbild.

In der zweiten Vollmondnacht am 9. Februar ist der Mond bereits im Löwen und steht keine zwei Fingerbreit über dessen hellstem Stern Regulus, der aber im Mondlicht schwer zu sehen ist. Zwei weitere Nächte braucht der Mond, um unter dem riesigen Löwen hindurch zu ziehen.

Zweite Nachthälfte bei der Jungfrau

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar hat der Mond die Jungfrau erreicht, das zweite riesige Frühlingssternbild. Deren hellster Stern Spika ist eine Handbreit vom Mond entfernt, in den Morgenstunden etwas weniger. Der Erdtrabant geht inzwischen erst spät am Abend auf: Am 12. Februar um Viertel vor zehn Uhr, dann Nacht für Nacht über eine Stunde später. In der Nacht auf den 14. Februar ist er immer noch nahe der Spika zu sehen, dann wandert er weiter auf seiner Runde durch die Sternbilder.

Er zieht durch die unscheinbare Waage und schrumpft zum abnehmenden Halbmond in der Nacht vom 15. auf den 16. Februar. Links unter ihm können Sie in dieser Nacht, sofern Sie in den frühen Morgenstunden vor der Morgendämmerung unterwegs sind, schon ein typisches Sommer-Sternbild sehen: den Skorpion. Noch auffälliger sind allerdings zwei Lichter ein Stück links vom Skorpion, denen der Mond entgegen wandert:

Mondsichel bei Mars, Jupiter und Saturn am Morgen

Mondsichel bei Mars, Jupiter und Saturn

Am 17. Februar geht der Mond erst gegen drei Uhr morgens auf, in sehenswerter Begleitung: Rechts unter der Mondsichel reckt der Skorpion seinen Kopf über den Horizont und anderthalb Handbreit links vom Mond strahlt unser Nachbarplanet Mars als auffälliges Licht. Am Morgen des 18. Februar ist die Mondsichel auf zwei Fingerbreit Abstand an ihn herangerückt. Anderthalb Handbreit weiter links wird es noch heller: Dort steht Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem, der Mars an Größe und Helligkeit weit übertrumpft.

Einen Morgen darauf, am 19. Februar, ist der Mond mittig zwischen den beiden Planeten zu sehen, am folgenden Morgen hat die Mondsichel Jupiter passiert und steht links unter dem Giganten, nur wenige Fingerbreit entfernt. Wenn Sie genau hingucken, können Sie vielleicht noch einen dritten Planeten entdecken: Saturn taucht Ende dieses Monats wieder auf und könnte am 20. Februar schon zu finden sein, wenige Fingerbreit links der dünnen Mondsichel.

Abschied der Mondsichel unter den drei Planeten

Morgens am 21. Februar können Sie die Mondsichel noch einmal sehen, als hauchzarten Strich in der Morgendämmerung, der erst um halb sieben Uhr aufgeht, eine Dreiviertelstunde vor Sonnenaufgang. Saturn ist jetzt gut vier Fingerbreit rechts über dem Mond, Jupiter und Mars noch weiter. Danach bleibt unser Begleiter einige Tage im Licht der Sonne verborgen, vor der er als Neumond am 23. Februar vorüber zieht. Das gibt Ihnen die Chance, die paar wenigen Sternschnuppen im Februar zu sehen oder sogar das seltene Tierkreislicht zu sehen, das nur am absolut dunklen Himmel sichtbar werden kann.

Junge Mondsichel beim Abendstern Venus

Junger Mond am Abend

Bereits einen Tag nach Neumond könnte am 24. Februar die junge Mondsichel wieder zu entdecken sein, allerdings vermutlich nur mit einem Teleskop. Der Mond ist der Sonne so nah, dass nur ein Prozent seiner Scheibe beleuchtet werden und er bereits um halb sieben Uhr untergeht, eine Dreiviertelstunde nach Sonnenuntergang.

junge Mondsichel bei der Venus

Am 25. Februar ist die Mondsichel leichter zu entdecken: Sie steht nach Sonnenuntergang noch etwa anderthalb Handbreit über dem Horizont im Westen. Gut zwei Handbreit über der Mondsichel strahlt ein extrem helles Licht, beinahe so hell wie der Mond an diesem Abend: der Abendstern Venus. Am folgenden Abend ist die Mondsichel nur noch etwas mehr als eine Handbreit von der Venus entfernt und steht genau unter ihr, am 27. Februar befindet sie sich drei Fingerbreit links unter der Venus. Am 28. Februar hat sich der Mond mit zunehmender Sichel schon über eine Handbreit von unserer hellen Nachbarin weg bewegt.

Der Mond entfernt sich dabei immer weiter von der Sonne und steht daher nach deren Untergang Abend für Abend noch etwas höher am Himmel. Er bleibt bis zur dunklen Nacht und geht allabendlich gut eine Stunde später unter als am Abend zuvor. Am Monatsletzten, dem 29. Februar im Schaltjahr 2020, bleibt der Mond fast wieder bis Mitternacht. Die Venus liegt bereits über zwei Handbreit hinter dem Mond, links über ihm wartet erneut das Sternbild Stier mit den hübschen Plejaden, die der Mond Anfang Februar schon besuchte.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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