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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im Januar

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für Januar 2019 mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 02.01.2019

Der Supermond im November 2016 geht hinter der Ruine Botenlauben in Bad Kissingen auf.  | Bild: Alexander Preyer

Zweimal sehen Sie im Januar die Mondsichel bei den hellen Morgensternen Venus und Jupiter: Anfang und Ende des Monats, jeweils in den Morgenstunden. Der zunehmende Mond nähert sich in der zweiten Woche abends dem roten Planeten Mars, zieht dann in die prächtigen Winterbilder, wo er am Ende der dritten Januarwoche als Vollmond erstrahlt und uns mit einer totalen Mondfinsternis zu bezaubern versucht. Die letzte Woche zieht er sich wieder in die zweite Nachthälfte zurück.

Mondphasen im Januar

DatumUhrzeitMondphase
06.01.1902.28 UhrNeumond
14.01.1907.45 Uhrzunehmender Halbmond
21.01.1906.16 UhrVollmond
27.01.1922.10 Uhrabnehmender Halbmond

Mondsichel bei den Morgensternen

Mondsichel bei Venus und Jupiter

Zum Jahresbeginn sehen Sie den Mond nur, wenn Sie früh auf den Beinen sind. Seine abnehmende Sichel erscheint erst in den Morgenstunden: An Neujahr geht sie um Viertel nach drei Uhr auf, dann täglich eine gute Stunde später. Vom 1. bis zum 4. Januar lohnt der Blick zum Mond besonders: Die immer zarter werdende Mondsichel zieht an den beiden strahlend hellen Planeten Venus und Jupiter vorüber - ein wunderschöner Anblick in der Morgendämmerung.

Den schönen Sternschnuppen-Regen in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar stört der Mond nicht weiter. Am 4. Januar ist er etwa ab sieben Uhr zu sehen, letztmals vor Neumond am 6. Januar. Er steht um die Zeit knapp über dem Horizont im Südosten, eine gute Handbreit links unter dem hellen Jupiter. Kurz vor dem Sonnenaufgang kurz nach acht Uhr verblasst er im Licht. Am anderen Ende der Welt macht sich der Neumond diesmal deutlich bemerkbar: Rund um den Nordpazifik ist eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Bei uns merkt man davon leider nichts.

Junger Mond am Abend

Bereits am 7. Januar, nur einen Tag nach Neumond, wird die junge Mondsichel erstmals wieder sichtbar. Aber nur, wenn Sie schnell sind: Der zarte Strich ist nur kurz in der Abenddämmerung zu sehen und geht bereits um sechs Uhr unter, nur anderthalb Stunden nach Sonnenuntergang. Doch tagtäglich entfernt sich unser Begleiter auf seiner Runde um die Erde aus unserer Sicht weiter von der Sonne und steht nach deren Untergang etwas höher als am Abend davor. Allabendlich geht der Mond dadurch eine Stunde später unter und ist bald auch noch zu sehen, wenn die Sterne erstrahlen. Dann können Sie verfolgen, wie der Erdtrabant ostwärts durch die Sternbilder wandert.

In der zweiten Januarwoche ist die Wanderung des Mondes übers Firmament noch wenig spektakulär. Die langsam zunehmende Mondsichel zieht durch die unauffälligen und wenig hellen Sternbilder Steinbock und Wassermann und geht zeitig unter. Doch dann rückt sie auf ein helles Licht zu:

Mond bei Mars

zunehmende Mondsichel bei Mars

Am 11. Januar erstrahlt anderthalb Handbreit links über der Mondsichel der Planet Mars im Sternbild Fische. Unser roter Nachbar ist immer noch ein auffälliges Licht unter den Sternen und hält das Mondlicht gut aus. Am 12. Januar nähert sich ihm der Mond auf gut drei Fingerbreit, einen Abend später ist er schon wieder fast eine Handbreit weit entfernt von Mars. Er ist jetzt schon fast zum Halbmond angewachsen und geht erst nach Mitternacht unter.

Beim Stier und dem Siebengestirn

Unter dem kleinen Widder hindurch zieht der Mond weiter linkswärts durch die Sternbilder und erreicht am 16. Januar mit dem Stier ein typisches Winter-Sternbild. Eine Handbreit über dem zunehmenden Mond schimmert das hübsche Siebengestirn (Plejaden), ein Offener Sternhaufen mit Tausenden von Sternen. Auch das markante V des Stierkopfs mit seinem hellen Auge Aldebaran ist noch gut eine Handbreit vom Mond entfernt. Am Abend darauf, dem 17. Januar, wandert der Mond so dicht an dem hellen Stern vorüber, dass dieser schwer mit dem Mondlicht zu kämpfen hat. Doch im Fernglas können Sie ihn sehen, nur einen halben Fingerbreit unter dem Mond.

Am 18. Januar erreicht der Mond die Spitze der Stierhörner und steht in der Mitte des Wintersechsecks, umringt von den hellsten Sternen des Nordhimmels: Der markante Orion rechts unter ihm, die Zwillinge links vom Mond, der Fuhrmann oben drüber, die beiden Hunde tief darunter. Die Mondscheibe ist jetzt schon sehr voll und hell, doch diese hellen Sterne schreckt das nicht.

Vollmond bei den Zwillingen

Vollmond

Wenn der Mond am 20. Januar um kurz nach vier Uhr nachmittags im Osten erscheint, ist seine Scheibe schon fast voll. Nicht mal ein halbes Prozent der Scheibe ist noch unbeleuchtet - fürs bloße Auge nicht wahrnehmbar. Wenn der Himmel nach sechs Uhr merklich dunkler wird, sehen Sie über der Mondscheibe die beiden hellsten Zwillinge Kastor und Pollux, ein strahlender Doppelpunkt über dem Mond. Der genaue Vollmond-Termin ist erst am 21. Januar, morgens um Viertel nach sechs Uhr, wenn sich der Mond bereits anschickt unterzugehen.

Und das sollten Sie nicht verpassen, denn der Vollmond ist diesmal aus unserer Sicht so exakt der Sonne gegenüber, dass er in den Erdschatten tritt und blutrot wird: Es gibt eine totale Mondfinsternis in den Morgenstunden des 21. Januar! Am Abend danach ist der Mond dann ähnlich voll wie am 20. Januar - freuen Sie sich also über zwei Abende mit hellem Vollmondlicht.

Abnehmender Mond in den Frühlings-Sternbildern

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Vom Winter wendet sich der Mond in den folgenden Nächten ab und der nächsten Jahreszeit zu. Typisch für den abnehmenden Mond: Er ist der aktuellen Jahreszeit immer voraus und zeigt Ihnen schon mal, welche Sternbilder bald den Nachthimmel prägen werden. Unser Begleiter zieht zu den Frühlings-Sternbildern und wandert zunächst durch den kleinen Krebs. Am 22. Januar hat er den mächtigen Löwen erreicht und steht dicht bei dessem hellsten Stern Regulus, über dem sich das Löwenhaupt erhebt. Im Lauf der Nacht passiert er den Stern mit nur gut einer Fingerbreit Abstand.

An dem Abend geht der Mond noch um Viertel vor sieben Uhr auf. Doch ab jetzt müssen Sie allabendlich fast anderthalb Stunden länger auf unseren Begleiter warten, der langsam unter dem großen Löwen hindurch zieht und zur noch größeren Jungfrau weiter wandert. Am 25. Januar erscheint der Mond erst gegen elf Uhr. Zwei Stunden später wird eine gute Handbreit unter ihm die Spika sichtbar, der hellste Stern der Jungfrau. In der folgenden Nacht steht der Erdtrabant links neben Spika und geht mit ihr erst um ein Uhr auf. Jetzt ist er fast schon wieder zum Halbmond geschrumpft.

Abnehmender Mond erneut bei den Morgensternen

Nachdem die abnehmende Mondsichel durch die unscheinbare Waage gezogen ist, erreicht sie in den letzten Januarnächten den Skorpion, das hübsche Sommer-Sternbild, das jetzt früh morgens schon wieder seinen Kopf über den Horizont hebt. Zu sehen ist er aber nur, weil erst um sechs Uhr die Morgendämmerung einsetzt.

Mond erneut bei Jupiter und Venus

Am Morgen des 30. Januar ist sein hellster Stern Antares, der deutlich rötlich scheint, nur etwa vier Fingerbreit unter der Mondsichel zu finden. Viel auffälliger sind jedoch zwei Lichter ein Stück links von Antares: Jupiter und Venus stehen dort auf gleicher Höhe über dem Horizont. Am 30. Januar ist der Mond noch etwa eine Handbreit von Jupiter entfernt, am Morgen danach steht er zwischen den beiden hellen Morgensternen. Das Trio ist bis in die späte Morgendämmerung zu sehen.


Seine Runde übers Firmament hat unser Begleiter damit vollzogen, zu Monatsbeginn war er ja schon einmal bei Venus und Jupiter. In etwa einem Monat wird er erneut bei den beiden vorbei schauen - doch davon dann mehr im Februar auf dieser Seite.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Der Sternenhimmel im Januar. IQ - Wissenschaft und Forschung, 07.01.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2

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