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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im August

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für August 2020 mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 31.07.2020

Supermond über der Ruine der Trimburg im fränkischen Saaletal | Bild: Alexander Preyer

Der August startet mit fast vollem Mond bei den beiden hellen Planeten Jupiter und Saturn. Von hier zieht der Erdtrabant durch Sommer-Sternbilder zu unserem Nachbarn Mars und begegnet als abnehmender Halbmond dann schon den ersten Sternbildern des Winters. Seine dünne Sichel begleitet kurz den strahlenden Morgenstern Venus und wird anschließend als Neumond unsichtbar. Am Monatsende taucht die Mondsichel abends im Westen wieder auf und schaut anschließend noch einmal bei Jupiter und Saturn vorbei.

Mondphasen im August

DatumUhrzeitMondphase
03.08.2017.58 UhrVollmond
11.08.2018.44 Uhrabnehmender Halbmond
19.08.2004.41 UhrNeumond
25.08.2019.57 Uhrzunehmender Halbmond

Fast voller Mond bei Jupiter und Saturn

Mond bei Jupiter und Saturn

Gleich am ersten Abend im August steht der Mond, der fast schon voll ist, am Abendhimmel. Er geht rund eine Stunde vor Sonnenuntergang auf und hat strahlend helle Begleitung, die schon in der frühen Dämmerung sichtbar wird: Nur gut einen Fingerbreit über der Mondscheibe können Sie Jupiter sehen, der mit seiner großen Helligkeit dem Mondlicht Stand hält. Ein kleines Stück links von Jupiter taucht etwas später der Ringplanet Saturn auf, von dem der Mond am folgenden Abend nur knapp drei Fingerbreit entfernt ist.

Täuschend großer Sommer-Vollmond

Riesiger Vollmond am Horizont

Am 3. August ist unser Begleiter dann wirklich zum Vollmond angewachsen. Er geht um kurz nach neun Uhr abends im Südosten auf, eine knappe halbe Stunde nach Sonnenuntergang, und steht bis morgens nach Sonnenaufgang am Himmel. Er befindet sich im tiefliegenden Sternbild Steinbock und bleibt daher nach dem Aufgang noch eine Weile nah am Horizont. Das kann - bei der richtigen Perspektive - dazu führen, dass der Vollmond sehr groß wirkt. Aber lassen Sie sich nicht täuschen! In Wirklichkeit ist dieser Vollmond eher etwas kleiner als im Schnitt.

Abnehmend durch die Wasserbilder

Die folgenden Nächte wandert der Mond, langsam abnehmend, durch den unscheinbaren Wassermann und in die blassen Fische.
Einzig das Herbstviereck Pegasus über dem Mond ist etwas auffälliger.

Dabei geht unser Begleiter allabendlich etwas später auf.

Mond bei Mars

Mond bei Mars

In den Fischen begegnet der Mond unserem Nachbarplaneten Mars, der sich inzwischen zu einem auffälligen Licht gemausert hat. Abends am 7. August nähert sich der Mond von rechts, bleibt aber noch auf anderthalb Handbreit Abstand zu dem Planeten. In der Nacht vom 8. auf den 9. August ist der Mond nur mehr zwei Fingerbreit von Mars entfernt, in der folgenden Nacht ist er dann in knapp vier Fingerbreit Entfernung links unter Mars zu sehen. Und in der Nacht auf den 11. August hat der Mond den Planeten schon zwei Handbreit weit hinter sich gelassen. Inzwischen dauert es fast bis Mitternacht, bis der Mond über dem Horizont auftaucht. So öffnet sich ab jetzt abends ein immer länger werdendes Zeitfenster für Sie, um die schöne Sommer-Milchstraße zu bestaunen, die kein Mondlicht verträgt.

Halbmond bei Stier und Siebengestirn

In der Nacht auf den 12. August ist unser Begleiter zum Halbmond geschrumpft und geht - typisch für den Halbmond - erst um Mitternacht auf. Und er steht - ebenfalls typisch für das letzte Viertel des Mondes - in den Sternbildern, die in einem Vierteljahr hoch am Nachthimmel prangen: den ersten Winterbildern. Nur eine knappe Handbreit rechts über dem Mond sehen Sie in dieser Nacht als Vorboten des Winters das hübsche Siebengestirn: Sieben helle Sterne, die in einen zarten Schleier gehüllt scheinen. In Wirklichkeit - und schon im Fernglas zu erahnen - verbergen sich hier Tausende Sterne im Offenen Sternhaufen der Plejaden. Links unter dem Mond, etwa anderthalb Handbreit entfernt, ist das markante V zu erkennen, das den Kopf des Sternbilds Stier bildet. Allerdings ist es erst gegen drei Uhr in günstiger Höhe.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

In der folgenden Nacht auf den 13. August ist der Mond unter das Siebengestirn gerutscht. Vom Stierkopf ist im Mondlicht vermutlich kaum noch was zu sehen - außer vielleicht das strahlend helle Auge Aldebaran zwei Fingerbreit unter der Mondscheibe. Der Mond geht in dieser Nacht kurz vor halb ein Uhr auf - doch Sie sollten unbedingt davor draußen unterwegs sein, denn es ist DIE Sternschnuppen-Nacht des Jahres: Die Perseiden haben ihren Höhepunkt!

Mondsichel beim Morgenstern Venus

Mondsichel beim Morgenstern Venus

Auch an den folgenden Tagen lohnt der Blick zum Mond - allerdings eher in den frühen Morgenstunden. Denn die Mondsichel stattet dem Morgenstern Venus einen Besuch ab, der ab etwa drei Uhr im Osten zu sehen ist: Am Morgen des 14. August finden Sie die Venus anderthalb Handbreit links unter dem Mond. Am 15. August ist die Mondsichel nur knapp drei Fingerbreit über dem strahlend hellen Planeten. Dann entfernt sie sich wieder und ist am folgenden Morgen schon eine knappe Handbreit links unter der Venus, am 17. August dann schon zwei Handbreit weit.

Abschied der Mondsichel vor Neumond

Mondsichel morgens kurz vor Neumond

Am Morgen des 18. August können Sie den Mond letztmals vor Neumond erblicken: Die hauchzarte Mondsichel geht gegen fünf Uhr morgens auf, knapp anderthalb Stunden vor Sonnenaufgang. Danach bleibt unser Begleiter kurze Zeit im Licht der Sonne verborgen, vor der er am 19. August als Neumond vorbeizieht.

Junger Mond abends im Westen

junger Mond im Westen

Am 20. August kehrt der Mond zurück ans Firmament: als junge Mondsichel, die abends nach Sonnenuntergang tief im Westen sichtbar wird. Es bleibt Ihnen aber nicht viel Zeit, den Mond an diesem Abend zu entdecken, denn schon gut eine Stunde nach der Sonne verschwindet auch der Mond unter dem Horizont.

Mond bei der Jungfrau

Der junge Mond zieht durch das große Frühlingssternbild Jungfrau und ist abends am 22. August nur drei Fingerbreit über ihrem hellsten Stern Spika. Allerdings geht die Jungfrau jetzt im August zeitig unter und ist in der späten Dämmerung nicht leicht auszumachen. Auch der Mond verschwindet an diesem Abend schon um Viertel nach zehn Uhr. Doch ab jetzt bleibt er täglich ein wenig länger am Firmament, während er sich langsam weiter von der Sonne entfernt und seine Sichel zunimmt. Er wandert durch die Waage auf die Sommer-Sternbilder zu.

Halbmond beim Skorpion

Am 25. August hat der Mond, zum zunehmenden Halbmond angewachsen, das hübsche Sommer-Sternbild Skorpion erreicht, das genau unter dem Mond den Kopf über den Horizont reckt. Die folgenden Abende wandert seine zunehmende Scheibe langsam über die Milchstraße, die er dabei überstrahlt, auf zwei helle Lichter zu, die er am Monatsende noch erreicht:

Ein zweites Mal bei Jupiter und Saturn

Ein zweites Mal bei Jupiter und Saturn

Am 28. August können Sie zwei Fingerbreit links über dem Mond wieder Jupiter sehen, flankiert von Saturn, den der Mond am nächsten Abend besucht und dabei fast überstrahlt. Bei den beiden hatte er seine Reise Anfang August begonnen. Seither hat der Erdtrabant eine ganze Runde übers Firmament zurückgelegt. Doch er bricht gleich zur nächsten Runde auf: Mars wartet schon auf ihn. Doch davon mehr im September auf dieser Seite.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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