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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im März

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für März 2019 mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 28.02.2019

Der Supermond im November 2016 geht hinter der Ruine Botenlauben in Bad Kissingen auf.  | Bild: Alexander Preyer

Im März beginnt der Mond seine Reise am frühen Morgen im Osten, wo seine abnehmende Sichel bei Saturn und der Venus zu sehen ist. Nach Neumond taucht er abends im Westen tief unter Mars wieder auf, wandert an dem roten Planeten vorüber und zieht durch die hellen Winter-Sternbilder. Der Frühlings-Vollmond ist in der Nacht auf den 21. März in den Sternbildern des Frühlings zu sehen und zieht im Anschluss am hübschen Skorpion vorüber. Das letzte Viertel verbringt der Mond beim hellen Jupiter, bevor sich die abnehmende Mondsichel Ende März ein zweites Mal bei Saturn zeigt.

Mondphasen im März

DatumUhrzeitMondphase
06.03.1917.04 UhrNeumond
14.03.1911.27 Uhrzunehmender Halbmond
21.03.1902.42 UhrVollmond
28.03.1905.09 Uhrabnehmender Halbmond

Mondsichel bei den Morgensternen

Mondsichel bei Jupiter, Saturn und Venus Anfang März

Erst am frühen Morgen erscheint der Mond im März - und lohnt gleich einen Blick: Kurz nach vier Uhr erscheint die abnehmende Mondsichel am 1. März im Osten. Rechts über ihr, zwei Handbreit entfernt, steht ein auffälliges, helles Licht: Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem. Eine gute Stunde später können Sie drei Fingerbreit links unter dem Mond den nächsten Planeten sehen: Saturn kämpft gegen das Mondlicht an. Kurz darauf erscheint unter ihm noch die Venus, unser strahlender Morgenstern.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Am 2. März ist die Mondsichel genau zwischen Saturn und Venus gerückt, am 3. März steht der Mond gut zwei Fingerbreit entfernt links unter der Venus und geht erst nach halb sechs Uhr auf. Die Abende bleiben dagegen zunächst mondfrei und bieten damit eine Chance auf das seltene Tierkreislicht, wo es wirklich finster ist.

Abschied der Mondsichel am Morgen

abnehmende Mondsichel am Morgen

Am Morgen des 4. März ist die Mondsichel vermutlich vorerst letztmals zu sehen. Sie geht um 6.09 Uhr auf, vierzig Minuten vor Sonnenaufgang. Bis zum Neumond vergehen zwar noch zweieinhalb Tage, doch der Mond steht sehr tief, da die Planetenebene (Ekliptik) jetzt morgens sehr flach zum Horizont im Osten verläuft. Die drei Planeten Venus, Saturn und Jupiter markieren sie wie eine gepunktete Linie links über der Mondsichel.

Danach bleibt der Mond im Licht der Sonne verborgen, vor der er am 6. März als Neumond vorüberzieht.

Junger Mond am Abend

junger Mond im Westen

Bereits am 7. März, nur einen Tag nach Neumond, können Sie bei optimalen Bedingungen - freier Sicht zum sehr klaren Horizont im Westen - die junge Mondsichel wieder entdecken. Sie benötigen allerdings ein sehr gutes Fernglas oder Teleskop, denn ihr hauchzarter Strich steht beim Sonnenuntergang um kurz nach sechs Uhr selbst schon tief im Westen, nur wenige Fingerbreit über dem Horizont. Um kurz vor sieben Uhr geht unser Begleiter an diesem Abend unter.

Doch Abend für Abend bleibt der Mond gut eine Stunde länger am Abendhimmel, während er sich auf seiner Runde um die Erde immer weiter von der Sonne entfernt, dabei ostwärts durch die Sternbilder wandert und seine Sichel allmählich zunimmt. Am 8. März ist die Mondsichel sicher wieder im Westen zu sehen, bevor sie gegen acht Uhr abends untergeht, wenn der Himmel schon fast finster ist. Einige Handbreit über dem Mond ist ein auffälliges Licht: unser Nachbarplanet Mars.

Zunehmender Mond bei Mars

zunehmender Mond bei Mars

Abend für Abend rückt der Mond um eine Handbreit an den hellen Planeten heran. Am 9. März ist er noch über zwei Handbreit unter Mars, abends darauf nur noch gut eine Handbreit. Der ferne Riese Uranus rechts der Mondsichel wird vom Mondlicht überstrahlt und ist nicht zu sehen. Am 11. März trennen Mars und Mond nur noch drei Fingerbreit, dann eilt unser Begleiter weiter und lässt den roten Planeten hinter sich.

Mond beim Stier und dem Siebengestirn

Am 12. März hat sich der zunehmende Mond auf anderthalb Handbreit Abstand zu Mars begeben. Über ihm ist links das markante V des Stierkopfs mit dem hellen Auge Aldebaran zu sehen, rechts schimmert in einer Handbreit Entfernung das hübsche Siebengestirn (Plejaden), ein Offener Sternhaufen mit Tausenden von Sternen. Am folgenden Abend ist der Mond an Aldebaran bereits vorüber gezogen und macht sich auf den Weg zu den Spitzen der Stierhörner, die er am 14. März erreicht.

Jetzt ist unser Begleiter zum Halbmond angewachsen und steht mitten im Wintersechseck - umringt von den hellsten Sternbildern, die der Nordhimmel zu bieten hat. Inzwischen ist der Mond bis halb zwei Uhr nachts zu sehen.

Mitte März wandert der Mond unter den Zwillingen hindurch ostwärts, steht am 16. März mit deren hellsten Sternen Kastor und Pollux in einer Reihe am Firmament. Nachts darauf kreuzt der Erdtrabant durch den unauffälligen Krebs, bevor er sich dem nächsten Sternbild zuwendet.

Mond beim Löwen

Am 18. März führt der Mond den Frühling durch die Nacht: Dicht unter der schon recht vollen Mondscheibe taucht der mächtige Löwe auf, ein großes Frühlingssternbild. Sein hellster Stern Regulus ist nur zwei Fingerbreit unter dem Mond und ist im hellen Mondlicht vermutlich kaum zu sehen. Der Löwe ist ein so großes Sternbild, dass der Mond zwei Tage braucht, um unter ihm hindurch zu ziehen.

Vollmond in der Nacht zum 21. März

Wenn der Mond am 20. März um Viertel vor sechs Uhr abends im Osten aufgeht, steht im Westen noch die Sonne über dem Horizont. Die Mondscheibe ist nahezu voll, genauer Vollmond-Termin ist neun Stunden später, gegen drei Uhr nachts. Es ist Frühlingsbeginn, und das sieht man auch dem Mond an: Er steht jetzt genau zwischen den beiden großen Frühlingssternbildern Löwe (rechts über dem Mond) und der schwerer erkennbaren Jungfrau (links unter dem Mond).

Riesiger Vollmond am Horizont

Die Mondscheibe ist etwas größer und heller als bei einem Durchschnittsvollmond, denn nur einen Tag zuvor war der Mond auf seiner elliptischen Bahn um die Erde im nächsten Punkt zu ihr, dem Perigäum. Fürs bloße Auge ist der Unterschied nicht wahrnehmbar.

Bei seinem Aufgang oder Untergang kann Ihnen der Vollmond aber wirklich größer als normal erscheinen. Das liegt aber nicht an seiner wirklichen Größe, sondern an der Mondtäuschung:

Mond beim Frühlings-Sternbild Jungfrau

In den Nächten vom 21. bis 23. März zieht der Mond durch die große Jungfrau hindurch und an ihrem hellsten Stern Spika vorüber. Nacht für Nacht erscheint er dabei gut eine Stunde später, während seine Scheibe langsam abnimmt. Er wendet sich vom Frühling ab und wandert durch die unscheinbare Waage.

Beim schönen Skorpion

In der Nacht auf den 25. März beginnt für den Mond bereits der Sommer: Der Skorpion begleitet ihn durch die Nacht. Allerdings müssen Sie im März noch lange wach bleiben, um dieses typische Sommer-Sternbild zu sehen. Der Mond geht um elf Uhr auf, der Skorpion reckt aber erst Stunden später seinen Kopf über den Horizont. Sein hellster Stern Antares, das Herz des Skorpions anderthalb Handbreit links unter dem Mond, geht gegen ein Uhr auf, doch erst gegen vier Uhr ist das Sternbild wirklich gut zu sehen, wenn es seine höchste Position im Süden einnimmt.

Mond beim Giganten Jupiter und Saturn, dem Ringplaneten

Mond bei Jupiter, Saturn und Venus Ende März

In der Nacht darauf, vom 25. auf den 26. März, steht der abnehmende Mond genau über Antares, doch ihn lockt längst ein helleres Licht: Gut eine Handbreit links vom Mond strahlt Jupiter. In der folgenden Nacht zieht der Mond mit nur einem halben Fingerbreit Abstand an dem größten Planeten vorüber. Ein Wettleuchten, dass Sie bis in die späte Morgendämmerung am 27. März beobachten können, so hell ist Jupiter.

In der Nacht zum 28. März ist unser Begleiter zum Halbmond geschrumpft und hat Jupiter über eine Handbreit weit hinter sich gelassen. In etwa gleicher Entfernung wartet schon der nächste Planet: Saturn, der jedoch weitaus weniger auffällig ist als Jupiter. Saturn hat in der folgenden Nacht sehr mit dem Mondlicht zu kämpfen, weil der Erdtrabant dicht an ihm vorüber wandert.

Mondsichel & Venus

An den beiden letzten Morgen im März lässt die schrumpfende Mondsichel Saturn hinter sich und wendet sich einem strahlenden Licht entgegen, das kurz vor Sonnenaufgang noch erscheint: Die Venus wartet tief im Südosten auf den Mond. Anfang April wird er sie erreichen, doch davon mehr im nächsten Monat auf dieser Seite.

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  • Frühlings-Vollmond im März. IQ - Wissenschaft und Forschung, 01.03.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Größter Vollmond des Jahres im Februar. IQ - Wissenschaft und Forschung, 01.02.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Der Sternenhimmel im Januar. IQ - Wissenschaft und Forschung, 07.01.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Der Sternenhimmel im Dezember. IQ - Wissenschaft und Forschung, 03.12.2018 um 18:05 Uhr, Bayern 2

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