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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im März

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für März 2021 mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 01.03.2021

Im März zieht der Mond zunächst spät am Abend durch die Sternbilder des Frühlings, seine Scheibe ist noch fast voll. Nacht für Nacht erscheint er später und wandert abnehmend durch die Sommerbilder. Am 10. und vielleicht auch am 11. März ist er noch kurz am frühen Morgen zu sehen. Nach Neumond taucht er am 14. März wieder abends auf, mit ganz dünner Sichel. Er wandert am Widder vorbei auf den Stier zu, wo er dem Planeten Mars begegnet. Zum Frühlingsanfang steht der zunehmende Halbmond inmitten der Winter-Sternbilder. Ende März steht unser Begleiter als Vollmond in den Frühlingsbildern.

DatumUhrzeitMondphase
06.03.2102.30 Uhr (MEZ)abnehmender Halbmond
13.03.2111.21 Uhr (MEZ)Neumond
21.03.2115.40 Uhr (MEZ)zunehmender Halbmond
28.03.2120.48 Uhr (MESZ)Vollmond

Im März erscheint der Mond zu Monatsbeginn erst spät am Nachthimmel: Am 1. März geht er mit noch recht voller Scheibe um Viertel vor neun Uhr abends im Osten auf. Er steht im Sternbild Jungfrau, nur eine knappe Handbreit über deren hellstem Stern Spika, der aber im hellen Mondlicht schlecht zu sehen ist.

Von hier wandert der Erdtrabant die folgenden Nächte weiter ostwärts übers Firmament, lässt die Jungfrau hinter sich und zieht durch die unscheinbare Waage. Dabei erscheint er Abend für Abend etwa eine halbe Stunde später, zugleich schrumpft der beleuchtete Anteil seiner Scheibe.

In der Nacht auf den 5. März taucht der Mond erst nach Mitternacht auf. Er hat das Sommer-Sternbild Skorpion erreicht. Der Skorpion reckt inzwischen in den frühen Morgenstunden schon sein Vorderteil über den Horizont im Süden. Sein hellster Stern Antares ist gut vier Fingerbreit entfernt links unter dem Mond zu sehen, in der Nacht auf den 6. März dann rechts unter dem Mond, der jetzt zum Halbmond geschrumpft ist und erst nach zwei Uhr morgens aufgeht.

Von hier zieht die abnehmende Mondsichel weiter durch den Schützen und geht allmählich erst auf, wenn es für die Sternbilder ringsum schon zu hell geworden ist. Zudem verläuft die Planetenebene (Ekliptik) und entsprechend auch die Mondbahn jetzt morgens so flach zum Horizont im Osten, dass der Mond auch nach seinem Aufgang noch lange sehr tief bleibt.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Mit einem Teleskop können Sie vielleicht am 10. und 11. März seine Begegnung mit den Planeten Jupiter und Saturn beobachten, die mit bloßem Auge aber erst zur Monatsmitte erkennbar werden. Die beiden stehen am 10. März drei bzw. vier Fingerbreit entfernt rechts und links über der schon dünnen Mondsichel.

Abnehmende Mondsichel am Morgenhimmel

Wer in der Stadt wohnt, wird an diesem Morgen die Mondsichel vermutlich vorerst letztmals sehen können. Bei optimalen Bedingungen, also guter Sicht zu einem klaren Horizont, ist die Mondsichel auch am 11. März nochmals sichtbar. Sie geht um Viertel nach sechs Uhr auf, zwanzig Minuten vor Sonnenaufgang. Saturn und Jupiter, jetzt rechts über dem Mond, sind um diese Uhrzeit vermutlich auch im Teleskop nicht mehr zu entdecken.

Junger Mond am Abend

Danach bleibt unser Begleiter tagelang im hellen Sonnenlicht verborgen: Als Neumond zieht er am 13. März zwischen Erde und Sonne hindurch. Schon am Abend des 14. März taucht die Mondsichel erstmals wieder auf: Kurze Zeit nach dem Sonnenuntergang um Viertel nach sechs Uhr wird der Mond als zarter Strich im Westen sichtbar, wenige Fingerbreit über dem Horizont. Gegen halb acht Uhr geht der Mond unter. Weil die Mondbahn abends im Westen sehr steil verläuft, bessert sich seine Sichtbarkeit aber ab jetzt allabendlich gehörig.

Da sich der Mond auf seiner Runde um die Erde jeden Abend aus unserer Sicht weiter von der Sonne entfernt, steht er jeden Abend bei ihrem Untergang höher und geht selbst Abend für Abend etwa eine Stunde später unter. So sind rings um den Mond auch bald wieder die Sternbilder zu sehen. Zunächst wandert der Mond durch die unscheinbaren Fische, dann zieht er am 17. März links am kleinen, markanten Widder vorbei.

Am 18. März ist die zunehmende Mondsichel beim schönen Winter-Sternbild Stier angelangt. Dessen deutlich erkennbarer Stierkopf - ein V, dessen Spitze zum Horizont zeigt - sehen Sie eine Handbreit links über dem Mond. Rechts über dem Mond, nur drei Fingerbreit weit weg, schimmert das hübsche Siebengestirn, die Plejaden. Und mittig über diesen beiden Wegmarken leuchtet noch ein auffälliges Licht: unser Nachbarplanet Mars.

Mond bei Mars

Am 19. März ist der Mond nur noch einen Fingerbreit von Mars entfernt und steht zwischen Mars und dem etwa gleichhellen Aldebaran, dem hellsten Stern des Stiers.

Einen Abend später, am 20. März, hat der Mond Mars und Aldebaran hinter sich zurückgelassen und beinahe die Spitzen der Stierhörner erreicht. Er steht mitten im Wintersechseck und ist umringt von den hellsten Sternen, die der Nordhimmel zu bieten hat. Längst ist der Mond bis weit nach Mitternacht zu sehen und schon fast zum Halbmond angewachsen.

Die folgenden drei Nächte zieht der zunehmende Mond durch das Sternbild Zwillinge und aus dem Wintersechseck heraus. Danach folgt auf seiner Strecke der kleine Krebs, dann der prächtige Löwe, ein riesiges Sternbild, das für den Frühling typisch ist. Am 25. März ist der Mond knapp über dessen hellstem Stern Regulus, an den er in dieser Nacht auf weniger als zwei Fingerbreit Abstand heranrückt. Weil die Mondscheibe schon sehr voll ist, ist von dem Sternbild im hellen Mondlicht eher wenig zu sehen. Ebensowenig werden Sie wohl in diesen Nächten die wenigen zarten Sternschnuppen zu Gesicht kriegen.

Vollmond über Benediktbeuern

Vollmond ist im März am Abend des 28. März. Um Viertel nach sieben Uhr - in ab diesem Tag geltender Sommerzeit (MESZ) - erscheint der Vollmond im Osten, während sich die Sonne im Westen gerade zum Untergehen anschickt. Es ist der Frühlingsvollmond. Wie die Sonne hat der Mond gerade Tagundnachtgleiche und scheint etwa zwölf Stunden lang, bis morgens nach halb acht Uhr, wenn die Sonne längst wieder aufgegangen ist.

Da der Vollmond aus Sicht der Erde der Sonne genau gegenüber steht, zieht er immer so übers nächtliche Firmament, wie die Sonne ein halbes Jahr vorher oder nachher über den Taghimmel. Und der Frühlingsvollmond steht auch dort am Firmament, wo die Sonne in einem halben Jahr wieder stehen wird: im Frühlings-Sternbild Jungfrau.

Drei Nächte dauert es, bis der Mond durch dieses große Sternbild hindurchgezogen ist, wenige Fingerbreit über der hellen Spika. Damit ist er wieder dort angelangt, wo er Anfang März stand, und startet zu seiner nächsten Runde über den Sternenhimmel, von dem Sie hier im April lesen werden.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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