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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im April

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für April 2019 mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 01.04.2019

Der Supermond im November 2016 geht hinter der Ruine Botenlauben in Bad Kissingen auf.  | Bild: Alexander Preyer

Im April startet der Mond seine Rundreise übers Firmament morgens als dünne Sichel im Osten beim hellen Morgenstern Venus und verabschiedet sich gleich darauf. Nach Neumond taucht der junge Mond abends im Westen unter Mars auf, zieht an unserem Nachbarn vorbei durch die Winter-Sternbilder, wo er zum Halbmond anwächst. Als Frühlings-Vollmond steht er zwei Nächte lang in den Frühlings-Sternbildern, dann wendet sich der Mond dem Sommer zu - und den Planeten Jupiter und Saturn. Zum Monatsende ist die abnehmende Mondsichel erneut in der Nähe der Venus zu sehen.

Mondphasen im April

DatumUhrzeitMondphase
05.04.1910.50 UhrNeumond
12.04.1921.06 Uhrzunehmender Halbmond
19.04.1913.12 UhrVollmond
26.04.190.18 Uhrabnehmender Halbmond

Mondsichel beim Morgenstern Venus

Mondsichel beim Morgenstern

Im April werden Sie den Mond zunächst nur sehen, wenn Sie kurz vor Sonnenaufgang nach ihm Ausschau halten. Die Mondsichel geht am 1. April um Viertel vor sechs Uhr auf, wenn die Morgendämmerung sich gerade erst bemerkbar macht. Und der Anblick lohnt sich, denn der Mond führt Sie zu einem strahlenden Licht:

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Eine halbe Stunde nach dem Mond erscheint eine Handbreit entfernt links von ihm die gleißend helle Venus über dem Horizont im Osten. Am folgenden Morgen ist der Anblick noch hübscher: Die Mondsichel steht jetzt genau unter dem Morgenstern, keine zwei Fingerbreit trennen die beiden. Eine Handbreit entfernt erstrahlen rechts über Venus und Mond noch zwei helle Lichter: die Planeten Jupiter und Saturn.

Abschied der Mondsichel am Morgen

Abnehmende Mondsichel am Morgenhimmel

An diesem 2. April ist der Mond bereits letztmals vor Neumond am 5. April zu sehen, obwohl bis dahin noch drei Tage vergehen. Mit einem Teleskop können Sie ihn eventuell am Morgen des 3. April noch einmal entdecken. Doch da die Ekliptik derzeit morgens sehr flach zum Horizont im Osten verläuft und der Mond sich dazu noch südlich der Planetenebene (Ekliptik) aufhält, ist er zwar noch mehrere Handbreit von der Sonne entfernt, steht aber nur wenige Fingerbreit höher als sie.

Sehr junger Mond am Abend

junger Mond im Westen

Schon einen Tag nach Neumond, am 6. April, taucht der junge Mond wieder auf: als hauchzarte Sichel am Abendhimmel. Nur etwa zwei Prozent der Mondscheibe sind von der Sonne angestrahlt, die schon bei Sonnenuntergang tief zum Horizont gesunken ist. Bereits um neun Uhr abends geht die Mondsichel unter, nur gut eine Stunde nach der Sonne.

Mondsichel bei Mars

Doch ab jetzt bleibt unser Begleiter Abend für Abend eine Stunde länger am Sternenhimmel, während er sich allmählich von der Sonne entfernt, seine Sichel wächst und er ostwärts übers Firmament zieht. Weil die Ekliptik abends im Westen sehr steil verläuft, steht der Mond allabendlich zur gleichen Uhrzeit deutlich höher. Und dort oben wartet ein besonderes Licht zwischen den Sternen: unser Nachbar Mars.

junge Mondsichel bei Mars

Am 7. April ist die dünne Mondsichel noch zwei Handbreit unter Mars, am folgenden Abend ist sie auf vier Fingerbreit an den roten Planeten herangerückt. Am 9. April steht der Mond genau über dem hellen Stern Aldebaran, dem Auge des Stiers. Mars, etwas dunkler als Aldebaran, befindet sich drei Fingerbreit rechts vom Mond, der jetzt schon bis nach Mitternacht zu sehen ist. Am 10. April hat der Mond Mars schon fast zwei Handbreit weit unter sich gelassen. Er steht jetzt bei den Spitzen der Stierhörner, in der Mitte des hellen Wintersechsecks.

Von hier zieht der zunehmende Mond die kommenden Nächte weiter gen Osten, erst durch die Zwillinge und im Anschluss durch den kleinen, unscheinbaren Krebs.

Mond bei den Frühlings-Sternbildern

Am 14. April schreitet der Mond, bereits über die Hälfte beleuchtet, dem großen Frühlings-Sternbild Löwe voran: Dessen hellster Stern Regulus folgt dem Mond mit einer Handbreit Abstand über den Nachthimmel und steht um zehn Uhr, wenn es wirklich finster wird, hoch im Süden. Am 15. April ist die Mondscheibe wenige Fingerbreit links von Regulus zu sehen. Der Löwe ist ein so großes Sternbild, dass unser Begleiter von hier zwei Tage braucht, bis er das nächste Sternbild erreicht: die ebenfalls riesige Jungfrau. Am 18. April ist der Mond nur drei, vier Fingerbreit über ihrem hellsten Stern Spika, der allerdings schwer mit dem Mondlicht zu kämpfen hat, denn der Erdtrabant ist fast schon voll.

Zwei Vollmondnächte im April

Vollmond am Horizont - ein Scheinriese

Genauer Vollmond-Termin ist am 19. April, mittags um 13.12 Uhr, wenn der Mond tief unter dem Horizont steht. Sowohl am Abend davor wie danach fehlt ein winziges Stückchen zu einer perfekten Vollmondscheibe, doch so wenig, dass Sie es mit bloßem Auge nicht sehen. Sie können einfach zwei Vollmondabende genießen, am 18. und 19. April. Er geht am ersten der beiden Abende um kurz vor sieben Uhr abends auf, wenn im Westen noch die Sonne steht, und erst am folgenden Morgen um Viertel vor sieben Uhr unter, wenn die Sonne schon wieder scheint. Am 19. April geht der Mond kurz nach Sonnenuntergang auf, um Viertel nach acht Uhr abends, und erst kurz nach sieben Uhr morgens wieder unter.

Bei seinem Aufgang oder Untergang kann Ihnen der Vollmond größer als normal erscheinen. Das liegt aber nicht an seiner wirklichen Größe, sondern an der Mondtäuschung:

Beim schönen Skorpion

Nach der Vollmondnacht zieht der Erdtrabant von den Frühlingssternbildern weiter Richtung Sommer: Die Nacht vom 20. auf den 21. April verbringt er in der Waage und überstrahlt dabei das unscheinbare Sternbild. Ebenso ergeht es dem Skorpion in der folgenden Nacht, wenn die nur langsam abnehmende Mondscheibe genau über seinen Zangen steht. Sein hellster Stern Antares, das Herz des Skorpions, hält dem Mondlicht bei klarem Himmel noch stand, vier Fingerbreit unter dem Mond. Doch zwei Handbreit weiter links wartet ein gigantisches Licht, das den Mond nicht zu fürchten braucht: der Planet Jupiter.

Mond bei Jupiter und Saturn

In der Nacht auf den 23. April geht der Mond schon vor Mitternacht auf und verdirbt leider den schönen Sternschnuppenregen der Lyriden in dieser Nacht. Er ist auf drei Fingerbreit Abstand an Jupiter herangerückt, den größten Planeten im Sonnensystem, der jetzt schon gegen ein Uhr nachts im Südosten auftaucht.

abnehmender Mond bei Jupiter und Saturn

In den Morgenstunden des 24. April steht der Mond dann links von Jupiter. Noch ein Stück weiter links ist etwa ab halb drei Uhr ein weiterer Planet zu sehen: Saturn. Doch Saturn ist so viel dunkler als Jupiter, dass er mit dem Mondlicht zu kämpfen hat, wenn der Erdtrabant am 25. und 26. April mal rechts, mal links von ihm steht.

Etwa bis halb sechs Uhr morgens können Sie den Mond und die Planeten sehen, erst danach wird es zu hell für Jupiter und Saturn. Zu der Zeit stehen die beiden im Süden. Und im Osten taucht das nächste helle Licht auf, dem sich der Mond zuwendet: die Venus.

Mondsichel erneut bei der hellen Venus

Mondsichel & Venus

Nach seinem Besuch bei Jupiter und Saturn wandert der Mond weiter ostwärts übers Firmament, durch die unscheinbaren und in der Dämmerung nicht mehr sichtbaren Sternbilder Steinbock und Wassermann, immer dem hellen Licht der Venus entgegen. Inzwischen ist er zur Sichel geschrumpft und geht erst in den Morgenstunden auf. Am Morgen des 30. April hat die Mondsichel dann die Venus fast wieder erreicht, nur noch zweieinhalb Handbreit ist der Morgenstern entfernt. Doch im Vergleich zum Monatsanfang, als die Mondsichel schon einmal bei der Venus stand, steht der Planet jetzt noch tiefer und ist nur noch für einen kurzen Moment zu sehen: etwa zehn Minuten lang ab halb sechs Uhr in der schon weit fortgeschrittenen Morgendämmerung. Eine Grafik dazu finden Sie ganz oben auf dieser Seite.

Professor Lesch erklärt's


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Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.

  • Der Mond bei vier Planeten im April. IQ - Wissenschaft und Forschung, 01.04.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Frühlings-Vollmond im März. IQ - Wissenschaft und Forschung, 01.03.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Größter Vollmond des Jahres im Februar. IQ - Wissenschaft und Forschung, 01.02.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Der Sternenhimmel im Januar. IQ - Wissenschaft und Forschung, 07.01.2019 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Der Sternenhimmel im Dezember. IQ - Wissenschaft und Forschung, 03.12.2018 um 18:05 Uhr, Bayern 2

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