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Vollmond oder Sichel? Der Mond & seine Reise im August

Er ist immer der Gleiche, doch Nacht für Nacht sieht er etwas anders aus: unser Mond. Er wandert quer durch die Sternbilder übers Firmament - mal als Sichel, mal als Vollmond. Der aktuelle Mondkalender für August 2019 mit den Mondphasen und den schönsten Begegnungen.

Von: Heike Westram

Stand: 01.08.2019

Supermond über der Ruine der Trimburg im fränkischen Saaletal | Bild: Alexander Preyer

Der August beginnt mit mondlosen Nächten: Am 1. August ist Neumond. Danach taucht die junge Sichel abends im Westen in den Frühlingsbildern auf. Anschließend trifft der Mond in den Sommer-Sternbildern die hellen Planeten Jupiter und Saturn und wächst zum Vollmond. Seine abnehmende Sichel zieht gegen Monatsende durch die Winter-Sternbilder und verschwindet dann ganz: Der Monat endet, wie er begonnen hat: Am 30. August ist noch einmal Neumond.

Mondphasen im August

DatumUhrzeitMondphase
01.08.1905.12 UhrNeumond
07.08.1919.31 Uhrzunehmender Halbmond
15.08.1914.29 UhrVollmond
23.08.1916.56 Uhrabnehmender Halbmond
30.08.1912.37 UhrNeumond

Junge Mondsichel am Abend

Der August beginnt mit mondfreien Nächten, denn unser Begleiter steht am 1. August als Neumond zwischen Sonne und Erde und bleibt in ihrem Licht verborgen - eine gute Gelegenheit, um die schönen Sommer-Sternbilder oder das zarte Band der Sommer-Milchstraße zu bewundern.

junger Mond am Abend

Bereits am 2. August können Sie den Mond wieder erblicken, als zarte Sichel tief im Westen. Doch Sie müssen schnell sein: Kurz nach Sonnenuntergang ist die Mondsichel schon auf wenige Fingerbreit Abstand an den Horizont gesunken, um zehn Uhr geht sie unter.

Abend für Abend haben Sie ab da eine halbe Stunde länger Zeit, nach dem Mond zu sehen, weil der sich auf seiner Runde um die Erde langsam von der Sonne entfernt. Dadurch steht er bei deren Untergang allabendlich ein kleines bisschen höher und ein Stück weiter links. So bewegt er sich ostwärts übers Firmament, während seine Sichel langsam zunimmt.

Abnehmend oder zunehmend? Eine kleine Faustregel

Schon am 4. August ist es bis zum Monduntergang dunkel genug, dass Sie noch einen Blick auf das große Frühlings-Sternbild Jungfrau werfen können, das neben dem Mond nach zehn Uhr im Westen versinkt. Mehrere Tage braucht der Mond, um die riesige Jungfrau zu durchwandern, bis er sich am 7. August - zum Halbmond angewachsen - dann im Nachbar-Sternbild Waage findet.

Mond bei Jupiter und Saturn

Am 8. August ist der zunehmende Mond beim Sommer-Sternbild Skorpion angelangt, das links unter dem Mond seinen hübschen Kopf über den Horizont reckt. Anderthalb Handbreit links vom Mond wartet jedoch ein Licht, das so hell ist, dass es alle Blicke auf sich zieht: Jupiter.

Mond bei Jupiter und Saturn

Am 9. August ist der Mond nur gut einen Fingerbreit von Jupiter entfernt und rückt im Verlauf der Nacht noch näher auf ihn zu. Doch der größte Planet im Sonnensystem ist so hell, dass ihm das Mondlicht wenig anhaben kann. Die beiden leuchten um die Wette. Am Abend darauf ist der Mond schon weit an Jupiter vorüber gezogen und gut eine Handbreit links von dem Planeten zu sehen. Zwei Handbreit weiter wartet schon der nächste, den der Mond am folgenen Abend erreicht:

Am 11. und 12. August ist der Mond mal rechts, mal links von Saturn im Sternbild Schütze, jeweils nur zwei, drei Fingerbreit von dem Ringplaneten entfernt. Der ist lange nicht so hell wie Jupiter und hat mit dem Mondlicht zu kämpfen. Denn die Mondscheibe ist schon beachtlich angewachsen. Bei diesigem Himmel wird es dann schwer, Saturn richtig zu sehen.

In den kommenden Nächten zieht der Mond weiter durch den unscheinbaren Steinbock und wächst zum Vollmond an.

Kleiner Vollmond, große Täuschung

Vollmond bei Erdnähe oder Erdferne

Am 15. August erscheint gegen neun Uhr abends der Vollmond im Südosten. Bei seinem Aufgang kann er riesengroß erscheinen. Das ist typisch für den Sommer-Vollmond, der wie die Sonne im Winter lange tief am Horizont am Horizont bleibt. Aber lassen Sie sich nicht täuschen: In Wirklichkeit ist dieser Vollmond sogar besonders klein, weil er auf seiner elliptischen Bahn um die Erde fast am entferntesten Punkt zu uns steht. Wenn er dennoch groß aussieht, dann liegt das nur an der Mondtäuschung.

Die nächsten Nächte wird es ruhiger um den Mond. Er zieht vom Sternbild Wassermann weiter ostwärts durch die Fische und dann tief unter dem kleinen Widder hindurch. Dabei geht seine langsam abnehmende Scheibe Nacht für Nacht etwa zwanzig Minuten später auf.

Mond bei Siebengestirn und Stier

In der Nacht vom 22. auf den 23. August erscheint der Mond, schon fast wieder zum Halbmond geschrumpft, erst gegen Mitternacht im Osten. Wenn er ein Stück höher geklettert ist, wird auch seine schöne Begleitung sichtbar: Gut eine Handbreit links vom Mond schimmert das Siebengestirn - sieben helle Sterne, die in einen Nebel gehüllt scheinen. In Wirklichkeit sind im Offenen Sternhaufen der Plejaden ein paar Tausend Sterne versammelt - und einige davon können Sie schon mit einem normalen Fernglas sehen.

Pi mal Daumen: Maßnehmen am Firmament

Etwa genauso weit entfernt links unter dem Mond können Sie ein liegendes V sehen: Das ist der markante Kopf des Stiers mit seinem hellen Auge Aldebaran, an das der Mond in der folgenden Nacht auf nur zwei Fingerbreit Abstand heranrückt. Der Stier kündet schon den Winter an: Das Sternbild wird immer früher aufgehen und im Winter dann schon abends hoch am Himmel prangen.

Mit abnehmender Sichel zieht der Mond die folgenden Nächte weiter durch die Winterbilder, mitten durch das Wintersechseck hindurch zum Sternbild Zwillinge und weiter zum kleinen Krebs. Dass er erst nach Mitternacht auftaucht, gibt Ihnen Gelegenheit, bis zum Monatsende die Sommer-Milchstraße zu betrachten.

Abschied der Mondsichel am Morgen

Mondsichel morgens kurz vor Neumond

Einen letzten Blick auf den Mond können Sie am Morgen des 29. August werfen: Dann geht seine hauchdünne Sichel nach halb fünf Uhr im Osten auf, keine zwei Stunden vor Sonnenaufgang. Danach bleibt der Mond zum zweiten Mal in diesem Monat vor uns verborgen:

Neumond mit großer Kraft

Er zieht am 30. August als Neumond erneut zwischen Erde und Sonne hindurch. An den Küsten oder Ufern größerer Seen macht er sich womöglich trotzdem bemerkbar, denn es ist der näheste Neumond des Jahres. Unser Begleiter befindet sich am erdnächsten Punkt seiner elliptischen Umlaufbahn. Durch den geringen Abstand wird die Gezeitenkraft des Mondes verstärkt. Und diese ist bei Neumond sowieso stärker als normal, da Mond und Sonne in einer Reihe stehen und von der gleichen Seite an der Erde zerren. Ebbe und Flut können dadurch stärker als üblich ausfallen.

Rückkehr der Mondsichel am Abend

Diesmal bleibt der Mond aber nicht lange weg: Schon am Abend des 31. August taucht seine junge Sichel wieder auf, abends im Westen. Aber nur ganz kurz: Der Mond geht bereits gegen neun Uhr abends unter, nur eine Stunde nach Sonnenuntergang. Im Anschluss bleibt er allabendlich ein wenig länger, doch davon berichten wir dann im September auf dieser Seite.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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