Wissen - Sternenhimmel


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Sternenpracht der Milchstraße Jetzt die mondlosen Sommernächte nutzen!

Wir sitzen mittendrin - und dennoch haben viele Menschen sie noch nie gesehen: die Milchstraße. Wer unsere spiralförmige Heimatgalaxie mit ihren unzähligen Sternen und Nebeln beobachten will, sollte den September nutzen: Nirgendwann sonst im Jahr ist sie so gut mit bloßen Augen zu sehen wie in diesen Tagen.

Von: Sandra Demmelhuber und Heike Westram

Stand: 14.05.2019

Im Sommer taucht endlich wieder der schönste Abschnitt der Milchstraße am Nachthimmel auf: das galaktische Zentrum unseres Sternensystems mit der dichtesten Ansammlung von Sternen. Hier ist das Band der Milchstraße auch am breitesten: zwei bis drei Handbreit. Allerdings müssen Sie im Juni noch lange ausharren, bis der Kern unserer Galaxie am Firmament sichtbar wird.

Denn erst nach Mitternacht wird es dunkel genug für die zarte Milchstraße. Anfang Juni erscheint dann der schöne, breite Sommerabschnitt gerade erst über dem Horizont im Südosten. Zum Monatsende ragt die Milchstraße dagegen um Mitternacht schon fast senkrecht im Süden empor und ist ideal zu sehen.

Die besten Milchstraßen-Nächte im Juni

Vom 1. bis 6. Juni ist die Milchstraße ideal zu beobachten, denn dann stört in den dunkelsten Stunden kein Mondlicht das zarte Schauspiel (Neumond ist am 3. Juni). Danach verdirbt der Mond Ihren Milchstraßen-Ausflug. Erst ab dem 26. Juni sind die Nachtstunden wieder mondlos.

In diesem Sommer können Sie rechts und links des südlichsten Teils der Sommer-Milchstraße noch zwei helle Lichter sehen: Die Planeten Jupiter und Saturn stehen neben dem Sternenband.

Sommer-Milchstraße besonders prächtig

Wintermilchstraße

Im Gegensatz zu den Wintermonaten Dezember und Januar, in denen die Milchstraße aufgrund der Achsenneigung der Erde bis in die frühen Morgenstunden fast horizontal über dem Nachthimmel steht und mit bloßen Augen nur erahnt werden kann, ist sie in den Sommermonaten sehr gut zu sehen:

Sommermilchstraße

Die Sonne befindet sich dann nicht mehr zwischen dem hell leuchtenden galaktischen Zentrum und der Erde, das helle Band ist schon kurz nach Einbruch der Dunkelheit gut sichtbar. Eine perfekte Ausgangssituation für Romantiker - und Astrofotografen.

Grüße aus der galaktischen Provinz

Unser Sonnensystem mit der Erde befindet sich innerhalb der Milchstraße, am Rande der flachen, spiralförmigen Scheibe, die nach heutigen Schätzungen aus etwa 100 bis 300 Milliarden Sternen besteht.

Sie können sich das in etwa so vorstellen: Die Stadt München ist unsere Heimatgalaxie, also die Milchstraße. Der Stadtteil Trudering unser Sonnensystem. Trudering liegt zwar immer noch in München, ist aber schon relativ weit vom Stadtzentrum entfernt. Wir wohnen also am Stadtrand - in der galaktischen Provinz sozusagen.

In Blickrichtung Milchstraße

Weil unsere Galaxie flach wie eine Scheibe ist und wir mittendrin stecken, sehen wir von der Erde aus nur ein weißes Sternenband (deswegen Milch-"Straße"). In den Wintermonaten schauen wir quasi von unserer Position aus auf den Rand (vgl. Blickrichtung der grünen Pfeile nach rechts) - der dünne Winterabschnitt der Milchstraße. Im Sommer weist unser Blick auf den Nachthimmel zum Zentrum unserer Galaxie - die schöne, dichte Sommermilchstraße (Blickrichtung entspricht den grünen Pfeilen nach links. Blicken wir in anderer Richtung in den Nachthimmel (blaue Pfeile), schauen wir aus unserer Galaxie hinaus und sehen deshalb eine weitaus geringere Ansammlung von Sternen.

Milchstraße und Sternenhimmel fotografieren - so geht's

Langzeitbelichtungen

Auch ohne Nachführungsgerät können Sie mit nur einer einzigen Aufnahme schöne Sternenbilder machen, und zwar mit Langzeitbelichtungen.

  • Sie brauchen eine Kamera, bei der Sie Belichtungszeit, Lichtempfindlichkeit (ISO) und Fokus manuell einstellen können.
  • Ein lichtstarkes Objektiv mit einer Blendenöffnung von mindestens f2,8 und einer Brennweite von höchstens 18mm ist unerlässlich.
  • Stellen Sie den Fokus mithilfe des Polarsterns manuell ein, erhöhen Sie die ISO (Richtwert etwa 1600) und montieren Sie die Kamera auf ein Stativ.
  • Lösen Sie mit einer Fernsteuerung, etwa einem Funkadapter, aus und belichten Sie - je nach Brennweite - zwischen 20 und 30 Sekunden. Fotografieren Sie nie ohne Fernsteuerung, weil schon kleinste Bewegungen beim Abdrücken zu empfindlichen Unschärfen führen können.

Komposit mit Nachführgerät

Für richtig professionelle Aufnahmen des Nachthimmels benötigen Sie ein sogenanntes "Nachführungsgerät", um die Erddrehung auszugleichen. Das Nachführgerät müssen Sie - mit Fokus auf den Polarstern - parallel zur Erdachse aufstellen.
Machen Sie nun von dem gewünschten Objekt, etwa der Milchstraße, mehrere Aufnahmen, die Sie später am Computer zu einem Bild zusammenfügen - einer sogenannten Kompositaufnahme. Dafür gibt es spezielle Programme, die die Lichtwerte auch schwacher Objekte addieren.
Das ist nicht ganz einfach und braucht in den meisten Fällen viel Übung.

Nur mancherorts ist die Milchstraße noch zu sehen

Monumental und unbeschreiblich schön, so können wir die Milchstraße in klaren Sommernächten bewundern. Und dennoch: Eine Glühbirne alleine würde schon ausreichen, sie zu löschen. Denn: Wer sie in ihrer ganzen Pracht sehen will, muss sich in absolute Dunkelheit begeben. Konkret bedeutet das: kein Mondlicht (also nur in Nächten rund um Neumond auf "Milchstraßenjagd" gehen) und Orte aufsuchen, an denen es keine Lichtverschmutzungen durch naheliegende Städte gibt.

Zur nächtlichen Sommerfrische raus aufs Land muss man für solche Bilder also allemal: In Südbayern ist zum Sternebeobachten (und -fotografieren) beispielsweise die Region rund um Mittenwald sehr gut geeignet. Der Ort zählt zu den dunkelsten Gebieten Bayerns. Die Lichtverschmutzung ist in der Gegend so gering, dass ein ungetrübter Blick in den nächtlichen Sternenhimmel möglich ist. Aber als kleines Schmankerl wird das nahe Karwendelgebirge nachts durch die Beleuchtung der Täler leicht angestrahlt, sodass die Konturen der Berge in der Dunkelheit schön sichtbar werden. Oder Sie besuchen den ersten Sternenpark in den Alpen: die Winklmoosalm in den Chiemgauer Alpen.

Zeitangaben im "Sternenhimmel"

Auf- und Untergangszeiten für Bayern

Alle Zeitangaben sind für den Standort München berechnet. Insbesondere bei Auf- und Untergangszeiten müssen Sie für andere Orte in Bayern oder Deutschland einige Minuten hinzuzählen oder abziehen.
Faustregel: Pro Längengrad ostwärts ziehen Sie vier Minuten ab, westwärts zählen Sie pro Grad vier Minuten dazu.
Die Abweichung pro Breitengrad ist dagegen abhängig von Jahreszeiten und Himmelsrichtung des beobachteten Objekts. Im extremsten Fall - etwa dem Sonnenaufgang im Winter - weichen die Zeiten im äußersten Norden Deutschlands um etwa eine halbe Stunde ab.


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