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Merkurtransit am 11. November 2019 Merkur zieht als winziger Fleck vor der Sonne vorbei

Nicht verpassen, denn das gibt's erst wieder in 13 Jahren zu sehen: Am 11. November zieht Merkur vor der Sonne vorbei. Mit bloßem Auge ist der Merkurtransit nicht zu sehen, doch in Teleskopen lässt sich verfolgen, wie der innerste Planet über die Sonnenscheibe eilt.

Von: Heike Westram

Stand: 02.09.2019

Fast fünfeinhalb Stunden lang wandert Merkur am 11. November über die Sonnenscheibe. Um 13.35 Uhr berührt sein winziges Scheibchen erstmals den Sonnenrand, zwei Minuten später ist der innerste Planet ganz vor der riesigen Sonnenscheibe zu sehen und zieht dann langsam Richtung Sonnenmitte.

Verlauf des Merkurtransits am 11. November

Eigentlich dauert der Merkurtransit bis kurz nach sieben Uhr abends, aber leider nicht bei uns: In Deutschland können wir das Spektakel gut drei Stunden lang verfolgen, dann geht die Sonne unter. Bis dahin hat Merkur die Mitte der Sonnenscheibe überschritten.

So können Sie den Merkurtransit sehen

Nur ein kleiner Punkt

Wenn Sie das Schauspiel sehen wollen, brauchen Sie eine professionelle Ausrüstung oder sollten sich in eine Sternwarte begeben. Denn fürs bloße Auge ist ein Merkurtransit nicht zu sehen. Und auch mit einem Fernglas wird man bei so einem Ereignis nicht glücklich. Erst mit einem speziell ausgerüsteten Teleskop, in dem auch Sonnenflecken sichtbar sind, lässt sich der winzige Merkur vor der Sonne beobachten.

Wenn Sie mit eigenen Teleskop gucken wollen, dann suchen Sie sich einen erhöhten Beobachtungsort mit freier Sicht zum Horizont im Westen, denn während des Merkurtransits sinkt die Sonne immer tiefer.

Nie ungeschützt die Sonne beobachten!

Ob Sonnenfinsternis, Planetentransit oder andere Beobachtungen am Tage: Beobachten Sie die Sonne auf keinen Fall ungeschützt! Für Betrachtungen mit dem bloßem Auge benötigen Sie eine Sonnenfinsternis-Schutzbrille, für Spiegelreflex-Kameras, Ferngläser und Teleskope spezielle Filter mit Schutzfolie.

Auch Ihre Geräte werden es Ihnen danken, wenn die Sonnenstrahlen nicht ungefiltert eindringen. Je höher der Vergrößerungsfaktor, umso dringlicher muss auch die Kamera oder das Teleskop geschützt werden, da die Vergrößerung auch die Intensität der Strahlen verstärkt. Es genügt nicht, eine Schutzbrille vor die Linse zu halten!

Kleiner Punkt, große Bedeutung

Ein winziger Klecks zieht kaum wahrnehmbar vor der Sonne vorbei - warum soll man sich das ansehen? Sicher nicht, weil es spektakulär aussieht: Es bleibt ein winziger schwarzer Fleck, der vor der Sonne vorbeizieht. Aber der kleine Merkur macht dabei etwas sichtbar, was sonst immer nur ein theoretisches Modell im Kopf bleibt: Der Merkurtransit tanzt vor, wie Planeten um die Sonne kreisen - und wie unterschiedlich schnell sie das tun. Es gibt wenige Gelegenheiten, diese Bewegung wirklich zu sehen. Und es ist eine große Bewegung: Etwa eine Million Kilometer legt Merkur bei diesem Transit zurück. Denn der Götterbote ist rasend schnell: In jeder Sekunde bewegt er sich 48 Kilometer weit auf seinem Weg um die Sonne. Und so wird es auch nicht lange dauern, bis Merkur so weit um die Sonne gewandert ist, dass er sich aus unserer Sicht wieder seitlich neben ihr befindet: Ende November können Sie Merkur am frühen Morgen am Firmament entdecken.

So kommt's zum Merkurtransit

Wann gibt es einen Merkurtransit?

Merkur, der innerste Planet des Sonnensystems, kreist viel schneller um die Sonne als die Erde, daher überholt er uns immer wieder. Merkur braucht nur 88 Tage für eine Sonnenumrundung - etwa ein Vierteljahr. Weil die Erde in dieser Zeit auch nicht stillsteht, holt Merkur uns alle 116 Tage ein und zieht zwischen Erde und Sonne durch seine sogenannte untere Konjunktion. Doch Merkurs Bahn ist zur Planetenebene, der Ekliptik, auf der die Erde unterwegs ist, um sieben Grad geneigt. Dadurch steht er aus unserem Blickwinkel im Moment der Konjunktion meist ein winziges Stück über oder unter der Sonne.

Ganz ähnlich wie bei Mond und Erde: Der Mond zieht jeden Monat einmal zwischen Erde und Sonne hindurch, trotzdem gibt es nicht jedesmal eine Sonnenfinsternis. Nur wenn Merkur zugleich die Erdbahn kreuzt, zieht Merkur aus unserer Sicht genau vor der Sonnenscheibe vorbei und es gibt einen Merkurtransit. Die beiden Knoten, an denen die Merkurbahn die Ekliptik kreuzt, passiert die Erde im Mai und November, daher finden Merkurtransite, wenn überhaupt, nur im Mai und November statt.

Zuletzt war das vor drei Jahren der Fall, am 9. Mai 2016. Insgesamt gibt es in diesem Jahrhundert nur 14 Merkurtransite. Ein Merkurtransit ereignet sich also viel seltener als eine Mondfinsternis oder Sonnenfinsternis.

Die Mini-Sofi

Astronomen bezeichnen auch Planetentransite wie die von Venus und Merkur als Sonnenfinsternis, genauer gesagt: als ringförmige Sonnenfinsternis - mit besonders großem Ring. Das Prinzip ist das Gleiche, wie wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt. Die Wirkung ist jedoch eine völlig andere, da die kleinen Planeten die Leuchtkraft der Sonne in keiner Weise beeinträchtigten. Ein Venustransit wie zuletzt im Jahr 2012 löst aber zumindest ähnlich viel Rummel aus, denn ein Venustransit lässt sich gut mit einer SoFi-Brille beobachten.

Kleiner Merkur, große Sonne

Merkur jedoch ist noch viel kleiner als die Venus: Sein Scheibchen misst aus unserer Sicht beim Transit gerade mal zehn Bogensekunden im scheinbaren Durchmesser. Die Venus wäre im Durchmesser vier- bis fünfmal größer. Die große Sonnenscheibe dagegen ist allein im Durchmesser rund 190-mal größer, gut ein halbes Grad. Die Fläche der Sonnenscheibe ist etwa 25.000-mal so groß wie die des kleinen Merkurscheibchens.

Der Vorteil: Ein Merkurtransit dauert mitunter richtig lange. Diesmal sind es dort, wo der gesamte Transit zu sehen ist - etwa in Südamerika -, fast fünfeinhalb Stunden. Der Merkurtransit im Mai 2016 dauerte sogar noch zwei Stunden länger. Bei einem Knotendurchgang im Mai - der Moment, wenn Merkur genau die Planetenebene kreuzt - hat Merkur jedoch einen viel größeren Abstand zur Sonne als im November, denn Merkurs Bahn ist stark elliptisch. Der größere Sonnenabstand verlangsamt den Planeten, daher dauern Merkurtransite im Mai deutlich länger als im November. Weil Merkur uns dann näher ist, ist sein Scheibchen mit 12 Bogensekunden auch etwas größer als bei einem Merkurtransit im November.

Die nächsten Transite von Merkur und Venus

Der nächste Transit Merkurs vor der Sonne wird erst in 13 Jahren stattfinden, am 13. November 2032. Auf den imposanteren Venustransit müssen wir leider noch viel länger warten: Den nächsten gibt's erst wieder am 11. Dezember 2117, in einem knappen Jahrhundert.

  • Merkurtransit - Ein winziger Fleck vor der Sonne. IQ - Wissenschaft und Forschung, 09.05.2016 um 18:05 Uhr, Bayern 2
  • Merkurtransit am 9.5.2016. nano, 10.05.2016 um 16:30 Uhr, ARD-alpha
  • Merkur vor der Sonne. Aus Wissenschaft und Technik, 15.05.2016 um 13:35 Uhr, B5 aktuell

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