1

Stundenablauf in leichter Sprache Vorschläge für Unterrichtseinheiten "Was Musikvideos über Männer und Frauen erzählen"

Wie passt das alles in 45 Minuten? Hier haben wir einige Vorschläge erarbeitet - in leichter Sprache ...

Stand: 13.04.2020

Christina Wolf für so geht MEDIEN mit dem Schriftzug LS | Bild: BR

Jahrgänge: 8 bis 10 (für HS und FS in leichter Sprache)
Fach: Kunst, Deutsch
Medienkompetenzen:
Medien analysieren und bewerten
- Gestaltungsmittel von digitalen Medienangeboten kennen und bewerten
- Wirkungen von Medien in der digitalen Welt (Musikvideos) analysieren und konstruktiv damit umgehen

Sachinformation

Medien inszenieren Männer und Frauen leider oft sehr stereotyp in den immer gleichen Mustern und Klischees und prägen so die Vorstellungen von Jugendlichen, was Männlichkeit und Weiblichkeit ausmacht. Besonders konservativ in der Geschlechterdarstellung sind die meisten Musikvideos, die von den meisten Jugendlichen (80 Prozent) regelmäßig auf ihrem Handy gesehen werden, jede/r Vierte sieht sie sogar mehrfach täglich an. Musik hat dabei eine besondere Bedeutung für die Identitätsbildung, denn hier finden die Jugendlichen Gedanken zu sich selbst und der Welt, die sie zwar schon hatten, aber so noch nicht ausdrücken konnten. Entsprechend werden das Wort (Lyrics), der Ton und eben auch die Visualisierung des Songs im Musikvideo quasi zum Ausdruck dessen, was sie empfinden und wie sie sich zur Welt verhalten.

Medienanalytisch nachweisbar ist dabei: Musikvideos zeigen Geschlechterverhältnisse, die meist weit hinter dem aktuellen Stand von Geschlechtergerechtigkeit hinterherhinken. Männer werden oft in klischeehaft dominanter Weise dargestellt und Frauen als hypersexualisierte Lustobjekte für einen männlichen Blick inszeniert. Die Sexualisierung der Frauen in vielen Musikvideos erscheint dabei selbstgewählt und als Machtinstrument. Damit werden Frauen ausschließlich auf ihren Körper und ihre Erscheinung verwiesen, deren Wert sich durch die Attraktivität für Männer bemisst.

Hier Schüler*innen Medienkompetenz zu vermitteln ist wichtig, jedoch methodisch ausgesprochen schwierig. Die hypersexualisierte Darstellung von Frauen wird von Jugendlichen nachweislich als „normal“ hingenommen und somit zum Standard der Selbstdarstellung, als Machtfaktor und für viele auch zum Ideal. Zudem ist jegliche Diskussion zum Bereich Gender sehr eng mit dem eigenen Doing-Gender, den eigenen Identitätsentwürfen etc., verbunden, in die sich Jugendliche sehr ungern vom schulischen Lehrpersonal hineinreden lassen. In dieser Unterrichtseinheit wird daher der Weg gewählt, die Schüler*innen praktisch medienanalytisch forschen zu lassen und so die Eindeutigkeit, mit der in vielen Videos Geschlechter klischeehaft dargestellt werden, forschend an der tatsächlichen Realität zu begreifen. Hierfür brauchen sie zunächst einige Kompetenzen (Grundwissen zur Zeichenlehre und zur nonverbalen Kommunikation) und ein humoristisch aufgeladenes Erklärstück, um die notwendigen Analysekategorien zu erfahren.

Lernziel

Die Schüler*innen sollen die grundlegenden Kompetenzen erwerben, die es zur Dechiffrierung der Geschlechterhierarchien in Musikvideos bedarf, und diese praktisch forschend erfahren.

Ablauf im Überblick –Informationen für Lehrerinnen und Lehrer
ZeitInhaltSozialformMaterial
10 MinGemeinsam wird ein aktuell populäres Musikvideo angesehen. Im anschließenden Klassengespräch wird diskutiert, worum es in dem Video ging und wozu Musikvideos eigentlich gemacht werden (bitte keine Wertung durch die Lehrkraft)?
Bekanntgegeben wird das praktische Ziel der UE: Medienanalysen zu Musikvideos. Dafür müssen die Schüler*innen allerdings vorher noch etwas über Körpersprache und Kameraperspektive lernen, sodass die Analyse auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.
Gemeinsames Sehen eines Musikvideos
Klassengespräch
Beamer / Whiteboard Internetzugang
9 MinDas Video „Was Musikvideos über Männer und Frauen erzählen“ ansehen.KlassenverbandBeamer / Whiteboard
20 MinDie Klasse wird in Gruppen eingeteilt, jede Gruppe erhält das Informationsblatt sowie das Arbeitsblatt. Die Lehrkraft weist darauf hin, dass die Mann-Frau-Darstellung in Musikvideos nicht allgemeingültig ist. Innerhalb der Gruppe wird aufgeteilt, wer auf was achtet (Kleidung, Gesten, Inszenierung, Körperhaltung).
Anschließend werden zwei bis drei freigewählte Clips analysiert.
Anschließend werden im Klassengespräch erste Ergebnisse zusammengetragen.
Gruppenarbeit anschließend KlassengesprächArbeitsblätter 1 und 2
6 MinIm Abschlussgespräch noch einmal die zentralen Erkenntnisse zusammenfassen.Klassenverband

Benötigtes Material

  • Musikvideo heraussuchen und Beispiele parat haben
  • Videos „Was Musikvideos über Männer und Frauen erzählen“ zur Einspielung vorbereiten
  • Arbeitsblätter für die Gruppenarbeit ausdrucken (wenn sie drei Videos analysieren wollen, das Arbeitsblatt pro Gruppe dreimal ausdrucken)

Arbeitsblätter und Stundenablauf in leichter Sprache zum Download

Leichte Sprache - Arbeitsblatt 1 "Was Musikvideos über Männer und Frauen erzählen" Format: PDF Größe: 910,93 KB

Leichte Sprache - Arbeitsblatt 2 "Was Musikvideos über Männer und Frauen erzählen" Format: PDF Größe: 1,44 MB

Leichte Sprache - So könnte die Stunde ablaufen ... "Was Musikvideos über Männer und Frauen erzählen" Format: PDF Größe: 55,96 KB


1