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Vertiefenden Informationen Wichtige Fakten zu "Wie sich Lügen im Netz verbreiten"

Durch die sozialen Netzwerke hat sich ein neuer, digitaler Raum entwickelt, in dem die Menschen ihre Konflikte austragen. Cybermobbing, Shitstorms und Bashing sind verschiedene Formen von Gewalt, die über Online-Medien ausgeübt werden. Gemeinsam ist jeder Form von Online-Gewalt aber, dass sie die Persönlichkeit eines Menschen und sein soziales Ansehen - auch in der realen Welt - beschädigt.

Stand: 22.03.2017

Collage mit Wurzeln, Münder und Dreieck | Bild: BR

Wer steckt hinter dem Post?

In vielen sozialen Netzwerken, wie z. B. Facebook, muss niemand mit seinem richtigen Namen erscheinen. Auch in vielen anderen Netzwerken und Plattformen ist es möglich, anonymisiert aufzutreten bzw. seinen Klarnamen und seine wahre Identität hinter einem "Avatar", also einer künstlichen / erfundenen Figur oder einem "Nickname", also Spitznamen, zu verstecken. Gerade bei Facebook verschleiern viele ihren richtigen Namen mit Abkürzungen oder absichtlichen Fehlern. Verboten ist das nicht. Je nach Netzwerk kann es aber einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen des Anbieters bedeuten. Die Konsequenz könnte eine Sperrung des Accounts sein. Anders liegt der Fall, wenn ein Name (quasi) missbraucht wird, denn es gibt so etwas wie das Recht am eigenen Namen. Wer sich also z. B. bei Twitter als Justin Bieber ausgibt, muss mit Post vom Anwalt rechnen. Wer mehr über die Quelle von bestimmten Aussagen und den damit verbundenen Aussagen erfahren möchte, sollte einen Blick auf das Impressum werfen. Dort wird angegeben, wer sich inhaltlich für die Webseite verantwortet. Nicht selten gibt es dabei interessante Entdeckungen, wer wirklich hinter der ein oder anderen Homepage steckt und welche Gesinnung derjenige hat.

Merke: Wer als Journalist ernst genommen werden möchte, wird seine Texte im Internet mit seinem Klarnamen und nicht anonymisiert veröffentlichen.

Darf ich im Netz jemanden beleidigen?

Auch wenn viele, bevor sie im Internet oder in den sozialen Medien etwas schreiben, nicht besonders lange darüber nachdenken: Auch im Netz gelten die Gesetze. Das bedeutet: Beleidigungen werden bestraft. Ob ich das Schimpfwort oder den Kraftausdruck jemandem per Privatnachricht schicke oder öffentlich poste, ist völlig egal, es kommt auf den Inhalt an. Das ist gerade beim Thema "Shitstorm" zu beachten. Ein Politiker macht einen Fehler, ein Torwart greift daneben - und schon bricht im Internet ein Shitstorm über ihn herein, also eine Welle an Beschimpfungen. Doch auch in diesem Fall sollte man seine Manieren nicht vergessen: Sachliche Kritik ist völlig in Ordnung, Beleidigungen oder falsche Behauptungen nicht. Wo genau die Grenze verläuft, wird rechtlich unterschiedlich bewertet, denn es hängt auch davon ab, wie prominent die Person ist, die beschimpft wird. Personen des öffentlichen Lebens, also Sportler, Politiker oder Stars müssen sich mehr gefallen lassen. Ein Freibrief ist das aber nicht.

Merke: Was man dem Gegenüber nicht ins Gesicht sagen würde, gehört auch nicht ins Netz.

Welche Bilder und Videos darf ich hochladen?

Im Endeffekt ist es ganz einfach: Wenn ich das Foto selbst geschossen habe und wenn alle, die auf dem Foto abgebildet sind, der Veröffentlichung zugestimmt haben, kann ich das Bild ohne Probleme online stellen. Denn man darf eben nur Bilder hochladen, teilen oder weiterleiten, wenn man die Nutzungsrechte hat. Und wenn sie nicht gegen die Persönlichkeitsrechte anderer, also das persönliche Recht am eigenen Bild, verstoßen. Wer sich nicht daran hält, kann sich eine Abmahnung wegen Urheberrechtsverletzung einhandeln.

Merke: Wer zu leichtfertig fremdes Bild- oder Videomaterial teilt, macht sich strafbar.

Darf ich während der Arbeit auf Facebook und Co. surfen?

Gut, in der Schule ist das Handy ja eh weitgehend verboten, oder: darf man das Handy nur verwenden, wenn man etwas recherchieren soll (so das KuMi). Doch später, im Praktikum, in der Ausbildung oder im Job? Wie ist es da? Grundsätzlich ist es so: Wer die sozialen Netzwerke bei der Arbeit nutzt, kann Ärger bekommen. Denn viele Arbeitgeber sind der Meinung: Während der Arbeitszeit sollte der Arbeitnehmer eigentlich arbeiten und nicht im Internet surfen. Doch eindeutige Surfregelungen muss der Chef bzw. das Unternehmen im Einzelfall treffen. Umgekehrt kann es nämlich auch sein, dass das Surfen sogar erwünscht, also digitales Netzwerken Teil der Jobbeschreibung ist. Dann findet der Chef es vielleicht sogar prima, wenn sich der Angestellte mit Instagram, Facebook oder Twitter beschäftigt, ja vielleicht sogar den Social Media Auftritt der Firma mitgestalten kann.

Merke: Instagram, Facebook und Co sind in Schule und Job tabu, außer wenn ausdrücklich erwünscht!

Über wen kann ich auf Facebook ablästern?

Aufpassen sollte man auf jeden Fall, wenn man sich in den Netzwerken abfällig über seinen Chef oder seine Kollegen, oder auch seine Lehrer äußert. Zwar darf ein Schüler oder Arbeitnehmer im privaten Umfeld seine Meinung äußern, doch Facebook und andere soziale Medien sind nicht unbedingt das private Umfeld, sondern eine Form von Öffentlichkeit, auch wenn die Posts nur für virtuelle Freunde sichtbar sind.

Merke: Soziale Netzwerke sind kein privater Raum für Lästereien, sondern eine spezielle Form von Öffentlichkeit.

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Vertiefende Informationen "Wie sich Lügen im Netz verbreiten" Format: PDF Größe: 406,3 KB


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