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Unendlich online Warum ist TikTok so erfolgreich?

Wer kennt dich am besten? Deine Freunde? Deine Familie? TikTok kennt dich auf jeden Fall auch sehr gut. Das ist ein Teil des Erfolgsrezepts der Social Media-Plattform. Und natürlich macht es riesigen Spaß, die Kurzvideos nacheinander wegzubingen. Doch warum eigentlich?

Stand: 05.12.2021

Es ist schnell. Es ist lustig. Es ist überraschend. Und extrem erfolgreich. Jedes dritte Kind und jeder zweite Jugendliche in Deutschland ist auf TikTok. Tendenz: immer noch steigend. Deutschland ist da keine Ausnahme: TikTok gehört zu den Apps, die weltweit am häufigsten runtergeladen werden.

Jeder kann mitmachen bei der riesigen Online-Video-Show. Doch neben den aktiven TikTok-Nutzer*innen gibt es auch viele, die einfach nur zuschauen und liken. Ein Video nach dem anderen, eins witziger und interessanter als das andere. Und weil das so ist, bleiben wir auf der App hängen. Oft stundenlang.

Tatsächlich ist das auch das Ziel nahezu jeder kommerzieller App. Auch von TikTok. Doch warum macht gerade TikTok so süchtig? Das liegt an einer künstlichen Intelligenz, die im Hintergrund tätig ist - dem Algorithmus. Der wertet euer Verhalten auf der Plattform aus: Wann ihr likt, wann ihr weiterwischt, wann ihr Videos mehrmals hintereinander anschaut und welche Inhalte ihr besonders mögt. Dadurch erkennt der Algorithmus eure Vorlieben, ja sogar eure Grundeinstellung, euren Charakter.

Außer der manchmal unkontrollierten „Zeitverschwendung“ birgt der Algorithmus aber auch noch andere Gefahren: Durch den Algorithmus werden euch immer wieder ähnliche Inhalte angezeigt – so könnt ihr leicht in eine Filterblase geraten. Das kann gerade bei extremistischen Inhalten oder Verschwörungsmythen fatal sein.

Trotzdem: TikTok macht super viel Spaß! Es gibt da fast nichts, was es nicht gibt. Es ist wie ein kleiner Fernsehsender im Handy, bei dem aber fast alle mitmachen können. Denkt nur dran, wo ihr da unterwegs seid und passt auf, was ihr von euch preisgebt.

Info für Lehrkräfte

Klassen: 5 bis 8
Fach: Deutsch, Ethik, Medienkunde, Sozialkunde 
Medienkompetenzen:

  • Medien analysieren und einordnen
  • Verstehen, wie TikTok funktioniert
  • Die eigene „Für dich“- Seite/“For you“-Page analysieren und reflektieren können
  • Das eigene Nutzungs-Verhalten auf TikTok einordnen und reflektieren können
  • Wissen was ein Algorithmus ist und wie er funktioniert
  • Neue Methoden von Werbung im Gegensatz zu Werbeblocks im analogen Medienangebot erkennen können

Tipps zur Worterklärung

In der Unterrichtseinheit werden verschiedene Medienbegriffe verwendet. "so geht MEDIEN" bietet in seinem Lexikon erklärende Videoclips dazu an, die optional in der Unterrichtsstunde eingesetzt werden können. 

Linktipps:

Studie des Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) zum Thema:
"Junge Frauen sind das Gesicht von TikTok - Eine Studie zu Geschlechterdarstellungen auf TikTok"


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