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Ideen für den Unterricht Jetzt sind die Schüler gefragt zu "Wie Nachrichten produziert werden"

Hier gibt es ein paar Praxistipps, wie die Schülerinnen und Schüler das Gelernte noch vertiefen können - durch Diskutieren, Argumentieren, Meinung bilden.

Stand: 11.10.2016

Vorschlag 1

Schaut Euch eine Nachrichtensendung an, z.B. „Tagesschau“ in der ARD oder „heute“ im ZDF: Welche Nachrichten kommen darin vor? Wie sind diese Nachrichten umgesetzt? Wie viele klassische Nachrichtenbeiträge gibt es in der Sendung? Und wie viele NiFs (das bedeutet „Nachricht im Film“ - kurze, in der Regel nur 20 bis 40 Sekunden lange Meldungen)? Kommen Korrespondenten zu Wort? Schaut euch die Reihenfolge der Themen genau an: Hättet ihr sie anders angeordnet? Welche Themen hättet ihr noch in die Sendung genommen? 

Vorschlag 2

Schaut Euch die ersten fünf Minuten von zwei Nachrichtensendungen vom Vortag an: Eine aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen (z.B. „Tagesschau“ in der ARD oder „heute“ im ZDF) und eine von einem Privatsender (Pro7 oder RTL) und vergleicht: Was sind die Unterschiede, was sind die Gemeinsamkeiten? Über welche Nachrichten berichten die beiden Sendungen als erstes? Wie unterscheidet sich die Machart? Was ist euch näher und warum? Diskutiert in Kleingruppen.

Vorschlag 3

Das ist in Auszügen die Pressemitteilung vom Deutschen Tierschutzbund über die Lage der Tierheime in Deutschland:

Tierheime stehen im Fokus des Welttierschutztages

Zum diesjährigen Welttierschutztag am 4. Oktober ruft der Deutsche Tierschutzbund (…)  das Leitmotto „Tierheime helfen. Helft Tierheimen!“ aus. Die Tierschützer machen auf die wichtige Arbeit der Vereine aufmerksam und fordern eine kostendeckende Erstattung der Fundtierkosten. Kommunen rufen durchschnittlich 80 Prozent der Leistungen der Tierheime ab, übernehmen aber nur etwa 20 Prozent der dafür anfallenden Kosten.

„Auch wenn es uns mit großer Kraftanstrengung gelungen ist, einzelne Tierheime zu stabilisieren: Der praktische Tierschutz ist noch lange nicht über den Berg“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Rücklagen sind nahezu komplett aufgebraucht, Planungssicherheit gibt es immer nur für wenige Wochen oder Monate. Schuld sind die Kommunen, die sich ihrer Pflichtaufgabe nicht stellen. Stattdessen müssen die Tierschützer vor Ort immer mehr Aufgaben schultern. Der karitative Tierschutz ist quasi Ausputzer des politischen Versagens. Wir können nur erneut warnen: Wenn der Tierschutz in der Fläche zusammenbricht, steigt das Tierleid und für die Kommunen wird es teurer.“ Die Fundtierbetreuung ist laut dem Fundrecht eine Pflichtaufgabe der Kommunen, welche die Tierheime in deren Auftrag übernehmen. Auch beschlagnahmte oder sichergestellte Tiere werden im Auftrag von Ämtern betreut.

Neben der dringenden Klärung was die Kostenerstattungen für Fundtiere und Tierschutzaufgaben betrifft, fordert der Deutsche Tierschutzbund einen Sonderinvestitionstopf von einmalig 50 Millionen Euro für dringende Maßnahmen in den Tierheimen. „Angesichts von 300 Millionen Euro Einnahmen jährlich an Hundesteuer kann das für die Kommunen keine Überforderung sein. Schließlich sind die notwendigen Investitionen Folge von Gesetzen und auch die bittere Folge, dass die Kommunen die Tierheime haben ausbluten lassen, Rücklagen sind aufgebraucht“, so Schröder. „Und wenn die Kommunen es nicht alleine schaffen, dann müssen die Länder und der Bund mitziehen. Wir haben schließlich den Schutz der Tiere im Grundgesetz. Bisher haben sich nur einzelne Landesregierungen bereit erklärt und helfen.“ (…)

Und das ist die Meldung, die eine der zahlreichen Nachrichtenagenturen dazu an die Redaktionen geschickt hat:

Tierschutzbund: Tierheimen steht mehr Geld zu

Bonn (epd). Der Deutsche Tierschutzbund fordert von den Kommunen mehr Geld für Tierheime. Städte und Gemeinden nutzten rund 80 Prozent der Leistungen der Tierheime, sie sicherten aber nur etwa 20 Prozent der Finanzierung, kritisierte der Verband am Dienstag in Bonn. So kümmerten sich Tierheime beispielsweise um die Betreuung von gefundenen oder beschlagnahmten Tieren, was ursprünglich Aufgabe der Kommunen sei. „Der karitative Tierschutz ist quasi Ausputzer des politischen Versagens“, kritisierte Verbandspräsident Thomas Schröder. Neben der Erstattung der laufenden Fundtierkosten werde auch Geld für Investitionen in den Heimen dringend benötigt. „Angesichts von 300 Millionen Euro Einnahmen jährlich an Hundesteuer kann das für die Kommunen keine Überforderung sein“, sagte Schröder: „Und wenn die Kommunen es nicht alleine schaffen, dann müssen die Länder und der Bund mitziehen.“ Der Tierschutzbund stellt die Arbeit der Tierheime in den Mittelpunkt des Welttierschutztages am 4. Oktober. Viele der angeschlossenen Tierschutzvereine laden dem Verband zufolge zum Tag der offenen Tür ins örtliche Tierheim ein.

In welchen Punkten unterscheiden sich die Pressemitteilung und die Meldung der Agentur voneinander? Fehlen in Euren Augen wichtige Informationen?

Gerade bei Pressemitteilungen müssen Journalisten zwei Mal hinschauen, denn solche Mitteilungen geben die Meinung eines Verbandes, einer Partei oder eines Unternehmens wieder. Wie würdet Ihr checken, ob die Informationen des Tierschutzbundes wirklich zutreffen?

Vorschlag 4 - Gruppenarbeit

Welche aktuellen Ereignisse gibt es zur Zeit an Eurer Schule? Was beschäftigt Euch? Habt ihr z.B. einen neuen Schulleiter, wie war die Abschlussfeier des letzten Abiturjahrgangs, gibt es Vandalismus auf dem Schulgelände? Wie würdet Ihr vorgehen, wenn Ihr darüber einen Nachrichtenbeitrag fürs Fernsehen machen müsstet? Wen würdet Ihr interviewen? Was würdet Ihr drehen?


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