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Radio-ABC #S Schnitt | Stimmung

Wer fürs Radio arbeitet, muss schneiden können: mit der digitalen Schere am Computer. In einem weiteren Audio geht es darum, wie Stimmung in Radiobeiträgen oder z. B. Hörspielen transportiert werden kann.

Stand: 20.10.2016

Radio-Aufnahmen (z. B. O-Töne) sind in der Regel zu lang. Der Autor oder Techniker kürzt sie über ein Schnittprogramm am Computer. Nur die wichtigen und gut verständlichen Aussagen eines Interviews behält man. Diese müssen aber auch noch "gesäubert" werden: Räusperer, Versprecher, Schmatzer oder "Ähs" werden herausgeschnitten.

Nur der erste Atmer, z. B. der Anfangsatmer eines O-Tons wird entfernt, alle anderen Atmer behält man bei, damit sich der Sprechfluss natürlich anhört. Damit die aufgenommenen Aussagen sich gut in das Manuskript einfügen, müssen sie häufig auch umgestellt werden.

Aussagen dürfen über den Schnitt verkürzt, aber inhaltlich nicht verfälscht werden. Außerdem sollte ein Schnitt nicht hörbar sein. Es gilt besonders darauf zu achten, keine Konsonanten am Ende eines Wortes abzuschneiden. Das Schneiden muss geübt werden!

Man kann sich im Internet das kostenlose Schnittprogramm audacitiy herunterladen und unkompliziert damit Schneiden.

Alex und Cathy sind in einem Raumschiff auf dem Weg zum Mars. Dieser kleine Ausschnitt aus einem Hörspiel klingt schon recht aufregend, über Musik kann dieser Szene jedoch noch eine ganz eigene Stimmung gegeben werden. Romantische Musik suggeriert eine beginnende Liebesbeziehung zwischen den beiden. Pompöse Musik lässt Alex und Cathy als Helden in großer Mission erscheinen und gruslige Musik lässt vermuten, dass auf die zwei auf dem Mars eine unangenehme Überraschung wartet.

Musik spielt eine wesentliche Rolle bei der Wahrnehmung einer Szene. Die Musik muss jedoch gut ausgewählt sein. Nicht jede Musik passt zu jeder Szene und manchmal kann Musik eine Szene auch ins Lächerliche ziehen ...


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