Service - TV für Hörgeschädigte


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Untertitel

Stand: 04.05.2020

Warum wird untertitelt?

Bei zahlreichen Sendungen des Bayerischen Rundfunks kann man sich Untertitel am unteren Bildrand einblenden. Entweder als Videotext-Untertitel über Seite 150 des Bayerntextes oder aber auch als DVB-Untertitel.

Die Untertitel geben den gesprochenen Text bzw. Erläuterungen über Geräusche so wieder, dass die Originalfassung möglichst wenig verändert bzw. möglichst anschaulich erklärt wird.

Der Bayerische Rundfunk bietet den gehörlosen und schwerhörigen Zuschauern diesen Service seit 1984.

Nach Angaben der Verbände gibt es in Deutschland rund 14 Millionen Menschen, die in ihrer Hörfähigkeit eingeschränkt sind. Etwa die Hälfte kann dem Fernsehen nicht missverständnisfrei folgen. Untertitel sind aber nicht nur ein Instrument der Barrierefreiheit, sondern dienen auch vielen Zuschauern dazu, die deutsche Sprache durch Mitlesen und Mithören zu erlernen.

Wie viel wird untertitelt?

Im BR werden derzeit monatlich rund 900 Sendungen mit Untertiteln ausgestrahlt. Hinzu kommt eine Reihe von Sendungen im ARD-Programm, außerdem Sendungen in ARD-alpha, ARTE, im Kinderkanal KiKa und im Programm von 3sat. Die Untertitel-Vorschau in BR.de gibt den aktuellen Stand der Planung wieder. Hier sind auch alle kurzfristigen Änderungen berücksichtigt.

Was wird untertitelt?

Mit den beiden "Rundschau"-Ausgaben um 16.00 Uhr und um 18.30 Uhr sowie der "Abendschau" um 18.00 Uhr und dem "Rundschau-Magazin" um 21.45 Uhr werden täglich die wichtigsten Informationssendungen des BR Fernsehens mit Untertiteln präsentiert. Außerdem können die Zuschauerinnen und Zuschauer auch bei "Wir in Bayern" um 16.15 Uhr Untertitel anwählen. Neben zahlreichen Spiel- und Fernsehfilmen umfasst das Untertitel-Angebot darüber hinaus Dokumentationen, Magazine und Ratgeber- und Diskussionssendungen aus den Bereichen Bayern, Politik, Kultur, Kirche, Natur, Tiere, Kunst, Kulinarisches, Gesundheit und Wissenschaft. An Sonn- und Feiertagen werden auch regelmäßig Fernseh-Gottesdienste live untertitelt.

Seit Beginn der Corona-Krise Mitte März werden alle Sondersendungen zum Thema Corona im Bayerischen Fernsehen mit Untertiteln ausgestrahlt, dazu gehören auch die Übertragungen der Pressekonferenzen der Bayerischen Staatsregierung sowie Sonder-Gottesdienste.

Derzeit liegt der Anteil der Sendungen, die schwerhörigen und gehörlosen Zuschauern barrierefrei zugänglich sind, im BR Fernsehen bei fast 90 Prozent.

Darüber hinaus strahlt der BR alle seine Erstsendungen sowie nahezu alle Wiederholungssendungen im gemeinsamen ARD-Programm "Das Erste" mit Untertiteln aus,  in ARD-alpha liegt der Anteil des Programms, das Menschen mit Hörbehinderung barrierefrei zugänglich ist, bei über 30 Prozent.

Wie wird untertitelt?

Untertitelung ist mit hohem Aufwand verbunden. Jeden Tag sind in der Untertitel-Redaktion des BR durchschnittlich 12 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtbetrieb mit Vorbereitung und Durchführung beschäftigt.

Für vorproduzierte Untertitel gibt es seit 2015 Standards, auf die sich ARD, ZDF, ORF und SRF verständigt haben, um für Qualitätssicherung zu sorgen:

Untertitel-Standards Format: PDF Größe: 278,09 KB

Größte Herausforderung für das Untertitel-Team sind Live-Sendungen. Meist arbeiten mehrere Mitarbeiter parallel an einer aktuellen Sendung, oftmals müssen im Hintergrund noch Beiträge fertiggestellt werden, wenn die Sendung schon läuft.

Live-Gespräche und Interviews werden im sogenannten "Respeaking-Verfahren" wiedergegeben, bei dem Schriftdolmetscher den Inhalt des Gesagten simultan in eine Spracherkennungssoftware diktieren. Der so generierte Text kann dann mit geringer Zeitverzögerung als Untertitel gesendet werden.


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