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50 Jahre "Unser Land" Keine "heile Welt"

Das Landwirtschaftsmagazin "Unser Land" wird 50 Jahre alt

Stand: 12.09.2014

Bei "Unser Land" durfte in den 70er-Jahren auch mal eine Kuh mit Kalb Studiogast bei Carolin Reiber sein | Bild: BR

"Unser Land" ist das einzige reine Landwirtschaftsmagazin in Deutschland – auch wenn das Thema „Landwirtschaft“ immer mehr von den Medien entdeckt wird. Oft prägen dann allerdings romantische Vorstellungen das Bild – oder es geht um Skandale. "Unser Land" ist keine "Heile-Welt-Sendung", in der die Kühe das ganze Jahr auf der Weide sind, die Schweine fröhlich im Stroh tollen und die Bäuerin in der urigen Küche originelle Hausmannskost zubereitet.

Auch die beliebten Aufregerthemen findet man hier, z.B.  die wütenden Landwirte in Garmisch, die ihre Grundstücke nicht für Olympia hergeben wollen, und auch die Bauern, die neben einem Wohngebiet einen Schweinestall bauen wollen. Aber "Unser Land" ist anders. Das oberste Gebot ist: keine Skandal- und Sensationsberichterstattung. Die Sendung versucht, die Landwirtschaft realistisch darzustellen.

Doch dazu gehört auch, dass gesendet wird, dass in jedem zweiten Kuhstall in Bayern die Tiere angebunden sind, dass Ferkel kastriert und Kühen die Hörner gestutzt werden. Mit solchen Themen macht sich die Sendung nicht nur Freunde. Oft ruft sie sogar Proteste bei den Zuschauern hervor oder bei den Bauernverbänden, Tierschützern, Jägern, Fischern und Verbrauchern.

Wenn ein Zuschauer anruft und sagt: "Ich schaue mir nie mehr 'Unser Land' an, denn der Bericht war eine Frechheit!", dann betrachtet die Redaktion das fast schon als Kompliment. Denn dann hat die Sendung zum Nachdenken angeregt – und zwar am Freitagabend zur besten Sendezeit, wenn auf anderen Kanälen schon die leichte Wochenendunterhaltung beginnt.


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