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BR-Magazin-Tipp: Bayern Die Wilde aus Bayern

Das abenteuerliche Leben der Anna Meilhamer in Amerika

Stand: 29.01.2016

Colorado | Bild: colourbox/Galyna Andrushko

"Habe heute am 19. Dezember wieder einen Wolf geschossen, gestern einen und heute einen. Ich bin so voller Flöhe, seitdem ich jagen reite …" – ein Auszug aus einem der vielen hundert Briefe, die Anna Meilhamer aus dem Indianerland an ihre Eltern schreibt: Literarische Kleinode über das Ranching, Überschwemmungen und Sandstürme, Klapperschlangen und Stinktiere, oft mit kunstvollen Zeichnungen und Skizzen versehen. Und es gibt auch immer wieder anrührende Briefe über die Krankheit, an der sie leidet: die Tuberkulose. Meilhamer wächst mit sechs Geschwistern im niederbayerischen Stadlreit, später in Pocking auf. Der Vater, ein Holzhändler, führt ein strenges Regiment, aber er nimmt seine älteste Tochter mit auf die Jagd und lehrt sie mit dem Gewehr umzugehen.

1927 stellt sie einen Ausreiseantrag, und es beginnt ihr abenteuerliches Leben in Amerika. Um ihren Körper zu stählen, schwimmt sie täglich im kalten Ozean. Wegen ihrer Krankheit reist sie in wärmere Gefilde, nach Colorado, dann nach New Mexico. Sie lebt einsam und abgeschieden in einer Lehmhütte, arbeitet als Cowgirl, liefert Felle nach München und Niederbayern, reitet als einzige Frau auf Rodeos mit, zeichnet und stellt aus und schreibt für Zeitungen. Eva Demmelhuber folgt im "Bayerischen Feuilleton" der Fährte von Miss Anny, einer Tante des bayerischen Kabarettisten und Schauspielers Hanns Meilhamer.


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