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Living Planet Report des WWF 2016 Menschheit treibt Erde in den Burn-Out

Mit uns zusammen auf einem Planeten, das bedeutet für Pflanzen- und Tierarten weltweit ein Leben am Limit: Der Mensch verbraucht soviele Ressourcen, dass es bald zwei Erden dafür bräuchte. So das erschreckende Fazit des WWF im Herbst 2016.

Stand: 28.10.2016

Der Blauwal ist das größte Lebewesen, das es gibt. Noch, denn alle Unterarten des Blauwals sind vom Aussterben bedroht oder gefährdet. | Bild: imago/StockTrek Images

Zu alarmierenden Ergebnissen kam der "Living Planet Report 2016", den der WWF am 27. Oktober 2016 vorlegte. Unter dem Titel "Planet am Limit" machte die Tierschutzorganisation darauf aufmerksam, dass die Menschen jedes Jahr 60 Prozent mehr Ressourcen verbrauchen, als die Erde innerhalb dieses Zeitraums regenerieren und damit nachhaltig zur Verfügung stellen kann. Würde diese Entwicklung so weitergehen, wären 2030 zwei Erden nötig, um den gesamten Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.

Living Planet Report

Seit 1998 erstellt der WWF alle zwei Jahre einen Bericht über den Zustand des Planeten, sozusagen einen globalen Gesundheitscheck. Dabei wird der "Living Planet Index" (LPI) ermittelt, ein Wert für die Biodiversität der Erde.

Der Living Planet Index (LPI), der den Zustand der weltweiten biologischen Vielfalt erfasst, zeige steil nach unten, so der WWF: Er basiert auf Daten zu 14.152 untersuchten Populationen von Wirbeltierarten auf der ganzen Erde. Für den Zeitraum von 1970 bis 2012 ermittelt der globale LPI einen Rückgang von 58 Prozent – das bedeutet, dass sich die über 14.000 untersuchten Tierpopulationen in diesem Zeitraum mehr als halbiert haben.

Der Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland, Christoph Heinrich, verlangt angesichts des "lebensbedrohlichen Burn-Outs", in den die Menschheit seiner Meinung nach die Erde treibt, auch einen tiefgreifenden Paradigmenwechsel.

"In einer Welt mit begrenzten Ressourcen muss deren nachhaltige Nutzung endlich zu einer der obersten Handlungsmaximen von Politik und Wirtschaft werden. Wir brauchen eine neue Definition von Wohlstand und Erfolg, die die Gesundheit von Individuen, der Gesellschaft und der Umwelt einbezieht."

Christoph Heinrich,Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland

Die Auswirkungen des Raubbaus sind laut WWF bereits heute spürbar: Dürre und extreme Wetterereignisse, Hungersnöte oder Artensterben nehmen immer dramatischere Ausmaße an. Insgesamt seien, betont der WWF, vier von neun ökologischen Belastungsgrenzen, die die Stabilität der planetaren Lebensräume definieren, überschritten: beim Klimawandel, dem Verlust der Biodiversität, der Landnutzung sowie den biogeochemischen Kreisläufen von Stickstoff und Phosphor.


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