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Heimische Wildblumen verschwinden Was Gartler für die Artenvielfalt tun können

In deutschen Blumenbeeten und Balkonkästen ist Exotik angesagt: Buchsbaum und Geranie sind in, das heimische Wiesenschaumkraut dagegen fast unbekannt. Dabei locken diese Wildpflanzen Tiere an, mit denen keiner gerechnet hat.

Stand: 25.07.2019

Eine einzige Wildpflanzenart ist Lebensgrundlage für bis zu zehn verschiedene Tierarten. Wer Wildblumen in seinem Garten hat, bietet deshalb auch seltenen Vögeln, Eidechsen, Bienen oder Schmetterlingen eine Heimat. Hierzulande gibt es zurzeit mehr als 4.000 wild lebende Pflanzenarten. Sie gelten als heimisch, wenn sie sich über mehrere Generationen ohne menschliche Hilfe in freier Natur halten können.

Buchsbaum verdrängt Alpenbalsam

Alpenbalsam

Weil der Mensch immer mehr natürliche Lebensräume zerstört und eine Vorliebe für exotische Pflanzen hat, sind die heimischen Gewächse bedroht. Viele Arten stehen inzwischen auf der "Roten Liste" und gelten als besonders gefährdet oder bereits ausgestorben. Deshalb sind auch zahlreiche Tierarten bedroht, die direkt oder indirekt auf Wildpflanzen angewiesen sind.

Kleine Maßnahme - große Wirkung

Wer etwas für die Artenvielfalt tun will, kann schon mit kleinen Maßnahmen Großes bewirken. Eine Kletterpflanze an der Hausmauer, ein Quadratmeter Blumenwiese oder ein Balkonkübel mit heimischen Kräutern können schnell zur Arche Noah für seltene Pflanzen und Tiere werden.

Egal ob Garten oder Balkon: Es gilt, mal zu anderen Pflanzen zu greifen. Herkömmliche Balkonblumen sind zwar dekorativ, aber sie stehen den Insekten nur wenige Wochen im Jahr zur Verfügung.

Wildblumen auf dem Balkon

Heimische Pflanzen haben da schon mehr zu bieten: Sie können den Tieren das ganze Jahr über als Futterplatz, Nistgelegenheit oder sogar als Winterquartier dienen. Wer seine Fensterfront statt mit Geranien mit Alpenbalsam dekoriert, kann sich schon bald über Wildbienen oder Schmetterlinge freuen. Wildpflanzen haben noch einen Vorteil: Sie bleiben in der Regel mehrere Jahre im gleichen Topf.

Wildbienen freuen sich über heimische Pflanzen.

Außerdem sind sie winterfest und können auch in der kalten Jahreszeit draußen stehen bleiben. Blumenerde aus dem Supermarkt ist für Wildpflanzen ungeeignet: Sie enthält einen hohen Torfanteil. Besser ist eine selbstgemachte Mischung vom Gärtner.

Wilde Blumenwiesen

Auf Blumenwiesen können 70 verschiedene wilde Blumenarten wachsen – sie bieten Lebensraum und Nahrung für bis zu 3.500 verschiedene Tierarten. Wer eine Blumenwiese anlegen möchte, sollte seinen Rasen nicht mehr düngen. Die meisten Wiesenblumen bevorzugen mageren, nährstoffarmen Boden. Deshalb arbeitet man zusätzlich Sand in die Erde ein. Nach einigen Jahren wandern die ersten Wiesenblumen von selbst ein. Schneller geht es, wenn man den bisherigen Rasen abträgt und eine Wiesenblumenmischung sät.

  • Zuhause Gärtnern ohne Pestizide. UNKRAUT, 12.08.2019 um 19:00 Uhr, BR Fernsehen
  • Blumenwiesen auf dem Balkon - die richtige Saatmischung macht's. Querbeet Classix, 26.07.2019 um 11:10 Uhr, BR Fernsehen
  • Ökosystem Wiese. radioWissen, 26.07.2019 um 09:05 Uhr, Bayern 2
  • Eine Wiese und ihre Bewohner. Schwaben & Altbayern, 23.06.2019 um 17:45 Uhr, BR Fernsehen
  • Wiesen als kostbare Ökosysteme. UNKRAUT, Montag, 27.05.2019 um 19:00 Uhr, BR Fernsehen

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