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Podcasttipps Anlässlich der Fußball-EM

Die Fußball-Europameisterschaft – sie ist auch Thema in vielen Podcasts. Die UEFA hat einen eigenen zur EM aufgelegt. Auf Englisch gibt es da jede Nacht einen ausführlichen Bericht zu den Spielen des Tages. Bettina Weiz hat noch mehr Podcasttipps zum Thema – mit Blicken hinter die Kulissen.

Von: Bettina Weiz

Stand: 28.06.2021

Handy in einer Hand | Bild: colourbox.com/#185712; Montage: BR

Der Bundestrainer und seine Mannschaft ganz intim

Welcher Fußballfan träumt nicht davon: Mäuschen spielen! Mithören, was der Nationaltrainer den Starspielern sagt, ganz privat. Dabei sein hinter den verschlossenen Türen des EM-Camps. Ein Podcast macht das möglich: "Jogis Jungs" liefert fast jeden Tag einen Mitschnitt davon, wie die Topspieler der Nation von Joachim Löw gecoacht werden. Oder zumindest werden könnten – mit dem SWR3-Comedy-Mann Andreas Müller alias Joachim Löw. Auch Thomas Müller, Timo Werner und Manuel Neuer kommen in der Ein-Minuten-Comedy öfters zu Wort.

Kanzlerin, Farbe zeigen, Gewinnprämie

Inhaltlich geht es ums Aktuelle rund um die Nationalmannschaft: um das Spiel gegen Ungarn ("mit Hängen und Würgen" – "das stimmt genau. Am liebsten hätte ich Euch alle gehängt. Aber dann hätte man mich gewürgt"), um "nette Letten" ("Ihr solltet ja auch mal a kleine Freud habe, bevor es gegen Frankreich wieder peinlich wird"), und per Video-Chat meldet sich auch mal die Kanzlerin im Trainingscamp mit der Mannschaft und Jogi Löw ("Du hörst ja auch auf diesen Herbst, oder, Angela?" – "Ja, allerdings nicht nach drei verlorenen Gruppenspielen, sondern nach vier gewonnenen Bundestagswahlen"). Und die Jungs erörtern, ob beim Geld die Freundschaft anfängt oder aufhört – angesichts von 400.000 Euro Siegprämie pro Spieler.

Warum Baku?

Ein anderer Podcast, der sehr empfehlenswert ist, weil er Hintergründe zur EM liefert – er heißt "Players" und ist jeweils rund 10 Minuten lang – beantwortet unter anderem Fragen wie: Warum Baku? Warum gehört ausgerechnet die Hauptstadt von Aserbaidschan zu den elf auserwählten Orten, die Gastgeber für diese Europameisterschaft sein dürfen? Aserbaidschan liegt zwar nicht einmal in Europa. Es war aber einmal Teil der Sowjetunion, deren Mannschaften wiederum an europäischen Wettkämpfen teilnahmen – und so ist es auch bei den Nachfolgestaaten geblieben. Außerdem weisen verschiedene Reporter und Politiker in dem Podcast auf die kolportierte 90-Millionen-Euro-Spende des aserbaidschanischen Ölkonzerns SOCAR zur EM 2016 hin. SOCAR ist sehr staatsnah und soll vergangenen Herbst den Krieg gegen Armenien medial stark unterstützt haben. Dem Regime werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Als Fußball-Gastgeber wolle es das Image des Landes aufpolieren.

"Das Fundament der Einheit des Fußballs in Deutschland"

Um Geld geht es auch immer wieder im WDR-Format "Sport inside". So wird etwa dem Grundlagenvertrag zwischen dem gemeinnützigen DFB und der DFL, die den Profi-Fußball vermarktet, auf den Zahn gefühlt. Er wird gerne "das Fundament der Einheit des Fußballs in Deutschland" genannt; mit "Einheit" ist dabei die von den Amateuren in den vielen Vereinen landauf, landab und Profis gemeint. Die Profis werben für den Fußball und spielen jedes Jahr mehr Geld damit ein – vor Corona hatten sie jedes Jahr neue Rekordumsätze verzeichnet, zuletzt fast fünf Milliarden Euro. Der Grundlagenvertrag regelt, was davon für den Fußball als Breitensport abfällt – und dass die Zuwendungen der Profis an die Amateure auf 26 Millionen Euro gedeckelt sind. Bei 25.000 Vereinen bedeutet das im Schnitt gerade mal 1.040 Euro pro Verein, kaum genug für ein neues Fußballtor. Wie es dazu kam, erörtert die Podcast-Folge Folge "Schlangengrube Deutscher Fußball-Bund".


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