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Der König von Mallorca tritt ab Jürgen Drews verkündet unter Tränen seinen Abschied

Was für Emotionen! Nach mehr als 60 Jahren auf der Schlagerbühne hat Jürgen Drews seinen Abschied angekündigt. Dabei flossen bei seiner Ankündigung in Florian Silbereisens "Die große Schlagerstrandparty" auch reichlich Tränen beim 77-jährigen Sänger und seiner Frau Ramona.

Stand: 11.07.2022

Jürgen Drews mit Ehefrau Ramona Drews in der TV Show 'Die große Schlagerstrandparty 2022 - Es geht wieder los!' im Amphitheater Gelsenkirchen. Gelsenkirchen | Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress | Frederic Kern/Geisler-Fotopress

Irgendwann ist das Ende gekommen – auch für einen Schlagerkönig wie Jürgen Drews. Und so hat der 77-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Ramona beschlossen, dass jetzt wohl der Zeitpunkt gekommen ist, seinen Abschied von der Bühne zu verkünden.

Eine tränenreiche Ankündigung des Abschieds

Und wie sehr es den Sänger berührt, wie sehr er seine Fans und die Bühne liebt, das konnte man bei Florian Silbereisen in der ARD Show "Die große Schlagerstrandparty" am Samstag miterleben: In der Live-Sendung im Ersten sang er zuerst seinen größten Hit "Ein Bett im Kornfeld" - dann verkündete er gemeinsam mit Ehefrau Ramona seinen Abschied. Dabei weinten er, seine Frau und auch Florian Silbereisen war schwer bewegt.

Die Tränen flossen nicht nur vor der Kamera, sondern auch nach der Sendung. Hinter der Bühne ist der Sänger noch in Weinkrämpfe ausgebrochen. Aber wen sollte das wundern bei einem Mann, der seinen Beruf als Passion gelebt hat und eigentlich ständig unter Volldampf unterwegs war – und das mehr als sechs Jahrzehnte?

Beim Schicksal bedanken

Dabei zeigte sich der Sänger auch sehr demütig, Er wolle sich beim Schicksal bedanken, sagte Drews mit Tränen in den Augen. Es sei eine schöne Zeit gewesen. Seinen letzten Auftritt wolle er im Herbst in einer der Schlager-Shows mit Florian Silbereisen haben.

"Es ist an der Zeit, mein Privatleben auf Platz eins zu stellen. Man wird mich in diesem Jahr noch bei der einen oder anderen Veranstaltung treffen und im Fernsehen sehen können, aber zum Ende dieses Jahres werde ich mich von der Bühne verabschieden"

Jürgen Drews im Interview der 'Bild am Sonntag'

Privatleben genießen statt ständigen Tourtrubel

Er sei nicht mehr so belastbar wie früher und spüre, dass es ihm unheimlich gut tue, zu Hause zu sein. In einem eingespielten Film gemeinsam mit seiner Frau Ramona erklärten die beiden auch, dass die letzten zwei Jahre Jürgen gezeigt hätten, dass auch das Privatleben schön und erfüllend sein könne.

Drews leidet an Nervenerkrankung

Der Sänger hatte schon Ende Mai öffentlich gemacht, dass er an der Nervenkrankheit Polyneuropathie erkrankt sei und deshalb kürzer treten müsse. Diese Krankheit sei nicht heilbar, sagte der 77-Jährige nun im Interview. Er habe eine leichte Form der Polyneuropathie. "Das äußert sich in den Nerven. So bin ich oft etwas wackelig auf den Beinen, muss mich sehr konzentrieren, wenn ich lange Wege auf der Bühne gehen soll." Und er ergänzte: "Ich habe keine Schmerzen, aber der Körper und das Befinden verändern sich."

Bei einer Polyneuropathie ist die Reizweiterleitung der Nerven gestört, spürbar ist das oft zuerst mit Kribbeln oder Brennen. Sinnesreize werden verstärkt, vermindert oder auch gar nicht weitergeleitet. So empfinden die Patienten zum Beispiel Hitze oder Kälte falsch oder sie spüren einen Schmerz, obwohl es keinen schmerzhaften Reiz gibt.

Das Alter des Partylöwen fordert Tribut

Aber nicht nur wegen seiner Krankheit sehnt sich Drews nach etwas Ruhe – er spüre auch die Begleiterscheinungen des Alters, sei häufiger müde als früher und habe "halt so seine Zipperlein". Und seine berühmte Pirouette sei nicht mehr so flink wie früher, erzählte er.

"Bestimmt wird mir die Bühne auch mal fehlen, aber ich habe ja in den über 60 Jahren, die ich diesen Job schon mache, wirklich alles erlebt."

Jüren Drews

Ein Mensch, der seinen Job liebt

In seiner langen Karriere hat der in Nauen in Brandenburg geborene Sänger, der mit den Les Humphry Singers seine Karriere begann, immer durchblicken lassen, dass man seine Rolle als Schlagerstar nicht überinterpretieren dürfe. Er selbst lacht gern auch über sich selbst. "Ich bin einfach ein Mensch wie jeder andere auch, und mein Job ist es, Musik zu machen und die Leute damit zu unterhalten», erklärte er, als seine Autobiografie "Es war alles am besten" erschien. In seinem Job hat er über Jahrzehnte perfekt abgeliefert – und so sind wahrscheinlich nicht nur am Samstag bei vielen Fans auch die Tränen gekullert.

Mit Material der Nachrichtenagentur dpa


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