BR Schlager


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Tipps von Andreas Modery Christbaumentsorgung - ja oder.....

Eigentlich geht sein „Dienst“ ja bis Mariä Lichtmess am 2. Februar, doch meist muss der Christbaum vorzeitig weichen. Wohin mit dem nadeligen Gesellen? Oder noch besser: Wie kann der Weihnachtsbaum im Garten recycelt werden.

Stand: 12.01.2022 16:53 Uhr

Es gibt die Möglichkeit der Entsorgung: Entweder man nutzt zentrale Sammelplätze oder man wirft den Baum zerkleinert in die Biotonne. Wir können aber auch seine besonderen Fähigkeiten für den Garten nutzen, denn unser Christbaum in ein Multitalent. Für kundige Hobbygärtner ist der ausrangierte Christbaum richtig wertvoll: Ob als Dünger, Wintermantel, Mulchmaterial, Bohnenstange, Wimpelmast für Kinder  oder sogar nach drei Jahren als Brennmaterial.

Dünger

Als künftiger Nährstofflieferant müssen wir ihn zerkleinern – entweder mit der Axt oder was viel einfacher ist: mit dem Häcksler. Dieses Häckselgut bringen wir rund um die Rhododendren im Garten aus. Sie werden feststellen: Ihre Moorbeetpflanzen (Rhododendron, Azaleen, Heidepflanzen etc,)  haben noch nie schön geblüht wie nach diesem nadeligen Weihnachtsmahl – der Trick ist, dass Nadeln und Holzspäne für ein herrlich saures Milieu im Boden sorgen.

Wintermantel für Rosen und Co

Darüber hinaus eignen sich die Tannenzweige (die Fichte verliert beim Trocknen alle Nadeln, dadurch sinkt der  pH-Wert in der Erde und Rosen beginnen zu kränkeln) als guter Frostschutz für empfindliche Pflanzen. Werden die abgeschnittenen Äste auf das Beet verteilt, bieten sie eine schützende Decke für Bodenzwiebeln und Stauden. Auch Rosen oder winterharte Kübelpflanzen wie Buchs freuen sich über eine wärmende Tannenzweig-Ummantelung.

Stangeneinsatz

Damit der Christbaum zur Bohnenstange, bzw. für die Kinder zum Fahnenmasten wird, müssen nur die Äste entfernt werden. 

Wer glaubt, dass in unseren Gärten derzeit „Tristesse“ das Sagen hat, der irrt: Wenn im winterlichen Garten nichts mehr blühen möchte, kommt eine erst so richtig auf Touren – die Christrose – auch Schneerose genannt. Mit ihren weißen bis roten, gefüllten oder ungefüllten, gesprenkelten oder gestreiften Blüten ist sie rechtzeitig zur Weihnachtszeit in Topform – daher auch ihr Name und ist bis April eine Augenweide im Garten.  Aber die Christrose ist keine „richtige“ Rose – sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die Schneerose ist auch unter dem Namen Schwarzer Nieswurz bekannt – ihre zerriebenen Wurzeln werden bis heute diversen Schnupftabaken und Niespulvern beigemischt. 

Das ideale Plätzchen

Da sie ursprünglich eine „Waldbewohnerin“ ist, gedeiht die bis zu 30 cm hohe Christrose am besten an einem windgeschützten, halbschattigen Platz im Garten, wie z.B. unter den Laubbäumen und Sträuchern. Dort bekommt sie in der kalten Jahreszeit genug Licht um zu blühen und im Sommer kühlenden Schatten, den diese Pflanze dringend braucht.

Was sie absolut nicht mag, ist schutzlos dem Wind ausgesetzt zu sein – raue Winde können Krankheiten auslösen. Übrigens: Besonders gut kommen Christrosen in Gruppen zur Geltung – dabei sollte man zwischen den einzelnen Pflanzen einen Abstand von mindestens 40 cm lassen.

Die Christrose ist aber nicht nur etwas für den Garten – auch als Kübelpflanze eignet sie sich für Balkon oder Terrasse – allerdings sollten wir dabei an den nötigen Winterschutz für das Pflanzgefäß denken und die Wasserablauflöcher müssen immer frei sein – dann gibt s auch keine Staunässe! 

Nicht nur am Boden finden wir blühende Schönheiten – sondern auch bei den Kletterpflanzen: Ein wunderschöner Vertreter der Winterblüher ist der Winterjasmin. Seine rutenförmigen und vierkantigen Triebe haben eine  starke Ähnlichkeit mit dem Ginster. Momentan ist er „blattlos“ und das ist die Chance der sternförmigen, gelbleuchtenden Blüten, alle Blicke auf sich zu ziehen. Um es aber gleich zu sagen: Der Winterjasmin ist mit unseren Duftjasmin weder verwandt noch verschwägert, der Winterjasmin blüht bis in den April hinein. Oft gibt es während der frostigen Tage eine Unterbrechung des Blütenflors, doch sobald wieder wärmere Tage kommen, entfalten sich wieder viele neue Knospen. Übrigens: Diese Blütenknospen vertragen Temperaturen bis -15°C. Erst lange nach der Blüte entwickeln sich die beiderseits tiefgrünen und oberseits glänzenden lanzettähnlichen Blättchen.

Freistehend wächst der Winterjasmin zu lockeren, stark überhängenden, niedrigen Sträuchern heran. Mit einem Klettergerüst hingegen, an dem die Haupttriebe angebunden werden (die eher hängenden Seitentriebe sorgen für Üppigkeit), erreicht dieser Spreizklimmer Höhen von zwei bis drei Meter. Die Wuchsbreite beträgt etwa zwei Meter. Er lässt sich gut in Kübeln halten und damit auf Balkon und Terrasse holen.

Standort & Pflege

Winterjasmin wächst an geschützten Stellen zwar auch in leichtem Halbschatten, den üppigsten Blütenflor bringt er allerdings an sonnigen und warmen Standorten. Jeder einigermaßen nährstoffreiche und durchlässige Boden ist geeignet.  Alle zwei bis drei Jahre empfiehlt sich ein leichter Frühjahrsschnitt (nach der Blüte), um die Blühwilligkeit zu erhalten. Ein radikaler Verjüngungsschnitt verspricht keinen Erfolg.


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