BR Heimat


6

Erlebnispfade im Ries Eine Wanderung zur Reitersbuckhöhle

Bei der Auswahl der nächsten Wandertour blickt man gerne in Richtung Süden auf die hohen Berge der Alpen. Aber warum nicht einmal dorthin schauen, wo die Berge zwar nur Hügel sind, es überlaufene Wanderwege dafür einfach nicht gibt: in den Norden Schwabens, ins Nördlinger Ries. Katrin Ott aus Reimlingen hat ein Buch über „Erlebnispfade im Ries“ geschrieben. Es enthält familienfreundliche Touren abseits der bekannten Wege, zum Beispiel eine Wanderung zur versteckt im Wald liegenden Reitersbuckhöhle bei Utzmemmingen.

Von: Tobias Chmura

Stand: 27.04.2019

Eine Wanderung zur Reitersbuckhöhle | Bild: BR; Tobias Chmura

Schon nach wenigen hundert Metern passiert das, was einem oft passieren kann, wenn man mit Katrin Ott unterwegs ist: Auf einem Schotterweg am Waldrand bleibt die Autorin plötzlich stehen und verweist auf eine hohe Fichte zwischen Mauerresten. Einst war hier ein Suevit-Steinbruch und wo heute der Baum steht, war einst eine große Waage. Um zu eruieren wie alt die Fichte wohl ist, misst die Autorin den Baumumfang, teilt ihn durch 5 und nimmt ihn mal zwei. Katrin Ott holt ein Maßband aus ihrer Tasche und schnaufend legen wir es um den Stamm: knapp zwei Meter Umfang, d.h. die Fichte steht schon an die 80 Jahre hier und genau so lang wird die Steinbruch-Waage schon außer Betrieb sein.

Weiter geht es über einige Hügel durch einen Buchen- und Fichtenwald. Erneut bleibt Katrin Ott unvermittelt stehen, weil sie ein Eichhörnchen entdeckt hat, das sich einen Fichtenzapfen geschnappt hat und damit nun rasend schnell einen Baum hinaufklettert. Am Ende der Wanderung wird unsere Bilanz lauten: zwei Eichhörnchen aus nächster Nähe, zwei Feldmäuse, die sie sich bei ihrer Futtersuche kaum von uns stören lassen und die Beine eines Wildschweins in einem Dickicht neben dem Weg.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Höhepunkt der Wanderung: der versteckten Reitersbuckhöhle . Auf einem Hügel verlassen wir den Forstweg und laufen durch Gras querfeldein zu einer kleinen Senke. Hier befindet sich der Eingang zu der Karsthöhle. Mit einer Taschenlampe geht es hinein und bald ans Kriechen. Im Inneren hat die Höhle einen Durchmesser von rund drei Metern und ist eineinhalb Meter hoch – und es herrscht Totenstille. Die Höhle auf dem Reitersbuck ist sicher nicht die spektakulärste aller Höhlen, aber trotzdem beeindruckend, vor allem, weil man diesen versteckten Ort ganz für sich alleine hat

„Erlebnispfade im Ries“ – das Buch von Katrin Ott gibt es für 21 Euro derzeit nur beim Online-Händler Amazon, ab Mitte Mai dann aber überall im Buchhandel.

Karte: Utzmemmingen

Interaktive Karte - es werden keine Daten von Google Maps geladen.

Karte: Utzmemmingen


6