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Zwölfuhrläuten Wombach in Unterfranken

Wombach liegt rechts des Mains, nur wenige Kilometer südlich von Lohr. Aus dem 1325 urkundlich erstmals erwähnten Dorf ist in den letzten Jahrzehnten eine Art Vorstadt mit 1.900 Einwohnern geworden.

Von: Barbara Markus

Stand: 23.08.2015 | Archiv

Und dennoch geht es ruhig und beschaulich zu. Denn Durchgangsverkehr gibt es hier nicht. Die Straße durch den Ort endet an einem Wasserschutzgebiet, das sich in eine Mainaue erstreckt.

Spektakulärer Bauentwurf

Erst 1865 hat Wombach eine Kirche bekommen. Eine Witwe hatte sie gestiftet, um den Dorfbewohnern den Fußweg nach Lohr zum Gottesdienst zu ersparen. Doch das alte Kirchlein an der Dorfstraße gibt es nicht mehr. Ein Neubau auf dem Hügel darüber ist zum Wahrzeichen von Wombach geworden.
Der spektakuläre Entwurf stammt von dem damaligen Würzburger Dombaumeister Hans Schädel. Ganz im Geiste des zweiten Vatikanischen Konzils hat er eine zeltförmige Rundkirche geschaffen. Unter dem spitz zulaufenden Dach steht der Altar auf einem steinernen Podest im Zentrum kreisförmig angeordneter Bankreihen. Licht flutet von allen Seiten unter das mit Holz verkleidete Zeltdach. Denn die Außenwände der Rundkirche setzen sich aus lamellenförmigen Glasbausteinen zusammen. Nur alle paar Meter schiebt sich als tragendes Element ein Pfeiler aus Sichtbeton dazwischen.

Aus Sichtbeton besteht auch der freistehende Campanile neben der Kirche. Auf seinem Flachdach ist ein Kreuz angebracht, darunter schwingen vier Glocken. Die älteste stammt aus dem Jahr 1950, ist also noch um einiges älter als die Rundkirche. 1965 – also vor 50 Jahren - wurde sie Peter und Paul geweiht, so wie die erste Kirche von Wombach.


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