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Zwölfuhrläuten Würzburg in Unterfranken

Der Kiliansdom wurde vor knapp 1.000 Jahren am Platz zweier, abgebrannter Vorgängerbauten durch Bischof Bruno begründet. Er war der Vetter des Salierkaisers Konrad II.

Von: Georg Impler

Stand: 01.01.2014 | Archiv

Mit vierzig Jahren kam der Bischof in Persenbeug an der Donau bei einem Bankett ums Leben, weil der Festsaal einstürzte. Die Weihe der Würzburger Domkrypta 1045 legte man mit der Bestattung Brunos zusammen. Sein Steinbildnis steht auf der Mainbrücke.

Einst mächtiges Gotteshaus

Knapp 150 Jahre später weihte Bischof Gottfried von Spitzenberg den Kiliansdom ein. Er galt als eines der mächtigsten Gotteshäuser seiner Zeit. In der Länge misst er 105 Meter. Die späteren, spätgotischen und barocken Ausstattungselemente fielen zum Großteil dem zweiten Weltkrieg zum Opfer oder wurden beim Wiederaufbau beseitigt.

Heute erwartet die Gottesdienstbesucher und Kunstfreunde ein Gepräge aus romanischen, modernen und barocken Elementen. Zusammen mit dem 1988 in Weiß und Gold gestalteten Chor verschmelzen sie zu einem Gesamtkunstwerk von ganz eigener Strahlkraft.

Bayerns glockenreichstes Kirchengeläut

Der Dom verfügte im Mittelalter schon über 13 Glocken. Heute schallen ihrer zwanzig aus den gut 60 Meter hohen, das Stadtbild bestimmenden Westtürmen. Das Hauptgeläut - elf der zwölf Glocken wurden 1965 von Schilling in Heidelberg gegossen - wird angeführt von der mehr als neun Tonnen schweren Salvatorglocke. Mit den acht hellklingenden Perner Zimbeln von 2008 ergibt das Bayerns glockenreichstes Kirchengeläut.
Wer wird sich da wundern, dass der so Klang umwobene Riesling vom Würzburger Stein stets zu den besten des Landes heranreift. Also dann: Prosit Neujahr! Möge es unter der Friedensbotschaft der Salvator Glocke stehen: "VENI CVM PACE".


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