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Zwölfuhrläuten Höllrich in Unterfranken

Vom Main nach Norden zur Rhön führt die Bundesstraße 27 mitten durch Höllrich. Hier fallen beim Blick nach Westen die Giebel eines Schlosses zwischen den Häusern auf. Dann folgt ein breiter Grünstreifen und erst danach auf einer Erhebung die Kirche, dicht von wenigen Anwesen umgeben. Die Ortschaft im Landkreis Main-Spessart mit ihren zusammen gut 450 Einwohnern teilt sich in Groß- und Kleinhöllrich.

Von: Barbara Markus

Stand: 16.02.2014 | Archiv

Das hat mit der Bautätigkeit der Thüngen zu tun. Ende des 13. Jahrhunderts übernahmen sie die Dorfherrschaft. Als das fränkische Adelsgeschlecht Mitte des 16. Jahrhunderts nahe dem Dorf ein Wasserschloss errichtet, bildet sich darum herum bald eine eigene Siedlung mit Bediensteten und wächst zu Großhöllrich heran. Dem schleichenden Verfall des Schlosses steuert seit kurzem ein neuer Eigentümer entgegen.

Protestantische Konzentration auf das Wort

Fest steht dagegen die 1706 neu errichtete Kirche als Mittelpunkt von Kleinhöllrich. Mit ihrer schlichten Außenfassade und dem nahezu schmucklosen Innenraum zeugt sie von protestantischer Konzentration auf das Wort. Neben einem kleinen Portrait des Reformers Martin Luther fallen jedoch sechs prächtig gestaltete Grabmäler der Thüngen ins Auge. Sie haben noch in jener alten Kirche die Reformation eingeführt, aus der ein Taufstein von 1594 übernommen wurde.

Eine der ältesten Glocken im Landkreis

Erhalten hat sich aber auch die so genannte Weihnachtsglocke von 1487. Mit zwei rund sechs Jahrzehnte alten Neuanschaffungen erklingt sie aus dem Dachreiter der Kirche von Höllrich als eine der ältesten Glocken im Landkreis Main-Spessart. Weit älter ist allerdings Höllrich selber. Im August feiert das Dorf seine erste urkundliche Erwähnung vor 825 Jahren. 


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