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Zwölfuhrläuten Astheim in Unterfranken

Wenn in Astheim, dem schönen Winzerdorf in der Mainschleife, die Glocken läuten, dann passiert etwas besonderes. Denn im Dreiklang des Geläuts tönt eine Glocke mit, die seit einem halben Jahrtausend die Klangsilhouette Astheims bereichert und mindestens schon 20 Generationen von Dorfbewohnern auf ihrem Lebensweg begleitet hat.

Von: Regina Fanderl

Stand: 10.02.2019 | Archiv

Die 1518 gegossene Dionysiusglocke mit dem Schlagton b ist zwar unsigniert, kann aber eindeutig dem Schweinfurter Glockengießer Hans Zeitlos dem Älteren zugeschrieben werden. Die Astheimer haben den 500. Geburtstag ihrer Dionysiusglocke in allen Ehren gefeiert!

Kirche stammt aus frühem 16. Jh.

Die Johanneskirche, deren gedrungenen Turm eine Flachkuppel krönt, ist neben dem ehemaligen Kartäuserkloster Marienbrück ein Wahrzeichen des Winzerdorfes und stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Der Hochaltar mit den vier gedrehten Marmorsäulen ist gut 200 Jahre jünger, hat einen zweigeschossigen Tabernakelaufbau und anstelle eines Altargemäldes eine Kreuzigungsgruppe von 1789. Der Volksaltar wurde 1990 geweiht.

Abwandlung Ost- zu Astheim

Immer wieder dem Geschmack der Zeit angeglichen, außen wie innen, präsentiert sich St. Johannes heute als ein freundliches Gotteshaus, dessen Deckengemälde von 1908 mit dem "Kelchwunder" aus der Johanneslegende die Blicke nach oben lenkt. Aber nicht nur wandelnde Mode brachte Veränderungen: so brannte 1986 der seitliche Marienaltar, 2003 machten die Schäden durch das Dreikönigshochwasser eine erneute Renovierung unausweichlich.

Übrigens mit einem Ast hat der Ortsname nichts zu tun. Vielmehr wurde der Dorf früher einmal "marckt Ostheim" genannt. Die Abwandlung des Ost- zu Astheim geht wohl auf die Kartäusermönche zurück, die aus Frankreich kamen und nicht selten die Namen ihrer deutschen Dependancen der einfacheren Aussprache wegen einfach änderten.


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