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Zwölfuhrläuten Kreuzwertheim in Unterfranken

Etwa 4.400 Einwohner zählt die südöstlichste Gemeinde im Landkreis Main-Spessart. Ihr alter Ortskern liegt, vor Hochwasser geschützt, auf einer Hochterrasse über dem Main gegenüber der Taubermündung.

Von: Barbara Markus

Stand: 23.08.2009 | Archiv

Wehrhafte Ursprünge

"Werdheim" bedeutet soviel wie "Heimstatt an sicherem Ufer". Und früh wurde hier auch schon das Kreuz verehrt. Noch aus romanischer Zeit stammt das Schiff des Gotteshauses "Zum Heiligen Kreuz", einer alten Wehrkirche. Über und über mit massiven Eisenbändern ist seine alte, schmale Seitentüre aus Holz beschlagen. Ein Hufeisen darauf zeigt, dass die Kirche früher Ziel einer Pferdewallfahrt war. Der Chor stammt aus der Gotik, dem Kirchturm wurde im Barock die Haube aufgesetzt, unter der heute vier Glocken schwingen.

Ein Opfer des Bildersturms

Erst in napoleonischer Zeit kam der Altarschrein mit seiner spätgotischen Kreuzigungsdarstellung nach Kreuzwertheim. Ihre ursprüngliche Ausstattung hat die Kirche vermutlich im Bildersturm der Reformation weitgehend eingebüßt. Als persönlicher Freund Martin Luthers hatte Graf Georg von Wertheim den neuen Glauben bereits 1523 eingeführt, ebenso wie in der gleichnamigen Stadt links des Mains. Diese war um eine Burg entstanden, die das Adelsgeschlecht dort im 12. Jahrhundert zur besseren Kontrolle der Taubermündung errichtet hatte.

Von Marktrechten ...

Zur Unterscheidung vom neuen Wertheim, das jetzt zu Baden-Württemberg gehört, führt der ältere, bayerische Ort das Kreuz im Namen. Denn nicht nur seine Kirche ist ihm geweiht. Wahrzeichen des Ortes ist ein irisches Hochkreuz auf dem Kirchplatz. Niemand weiß, seit wann es dort steht. Fest steht nur, dass König Heinrich II. bereits 1009 der rechtsmainischen Ansiedlung das Marktrecht verliehen hat.

... und einem Zwetschgenfest

Und obwohl auch dieses Privileg bald vom neuen Wertheim auf der anderen Mainseite reklamiert wurde, feiert sich Kreuzwertheim 2009 als sein wahrer Empfänger beim traditionellen "Quätschichfest" am ersten Septemberwochenende. Es ist nach den Zwetschgen benannt, die in Kreuzwertheim einmal in großem Stil angebaut wurden.


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