BR Heimat


4

Zwölfuhrläuten Hofheim in Unterfranken

Das alte Landstädtchen mit seinen knapp 5.000 Einwohnern ist schon unter Karl dem Großen als Vogtei belegt. Heute gilt Hofheim als Mittelpunkt der westlichen Hassberge und liegt knapp 30 Kilometer östlich von Schweinfurt an der Bundesstraße 303.

Von: Georg Impler

Stand: 24.06.2012 | Archiv

Um 1100 als fränkische Urpfarrei erstmals urkundlich fassbar, wird Hofheim 1576 vom Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn zur Stadt erhoben, doch gab es bereits 200 Jahre früher ein "Stattbuch" und ebensolche Rechte.

Spuren aus dem 12. Jahrhundert

Mit seinen Fachwerkhäusern und Ringmauern hat sich der Ort vieles vom Charme der alten Zeit bewahrt. Die katholische Stadtpfarrkirche St. Johannes kann auf Vorgänger bis zurück in's 12. Jahrhundert verweisen, ein Abschnitt des Langhauses stammt noch aus der Spätgotik. Seine derzeitige Außengestalt einschließlich des typischen Echter Spitzhelms erhielt das Gotteshaus in der Barockzeit und während der Umgestaltungen des 19. Jahrhunderts.

Wechselnde Innenausstattung

Auch die Innenausstattung war dem Zeitgeschmack ausgesetzt: 1740 weitgehend barockisiert, zog 1865 die Neugotik ein, die aber 1956 wieder abgeschafft wurde. Die heutigen, wiederum neugotischen Altäre schließlich, hat man von Forst und Escherndorf ausgeliehen und vor 30 Jahren eingebaut.

Bewegte Glockengeschichte

St. Johannes besitzt drei wertvolle Barockglocken des Würzburger Gießers Adam Roth. Sie überstanden die Zeit, obwohl sie im Zweiten Weltkrieg auf dem Hamburger Glockenfriedhof schon für die Schmelzöfen der Rüstungsindustrie bereitstanden. Als am 10. Januar 1942 auch die vierte und tiefste Adam Roth-Glocke vom Turm geholt wurde, rissen die Seile. Sie wurde 1949 in Neu-Ulm nachgegossen.
Seit vergangenen November gibt es zudem noch die Schutzengelglocke, so dass die Hofheimer nun fünfstimmig und unüberhörbar zum Gottesdienst in die Stadtpfarrkirche St. Johannes geladen werden.


4