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Zwölfuhrläuten Bischbrunn in Unterfranken

Einem Mainzer Bischof soll einst tief im Spessart ein frischer Trunk den Durst gestillt haben. Zum Dank erlaubte er, die Quelle Bischofsbrunnen zu nennen. Es entstand bald ein Forsthaus und später die Ansiedlung.

Von: Barbara Markus

Stand: 07.06.2009 | Archiv

Von Bischbrunn aus zieht sich der größte zusammenhängende Laubwald Deutschlands nach Westen und Norden und seine höchste Erhebung, der Geiersberg, liegt keine 10 Kilometer entfernt.

Eine Kapelle aus traurigem Anlass

Bis ins 18. Jahrhundert mussten die Dorfbewohner bei Wind und Wetter ins vier Kilometer entfernte Esselbach zum Gottesdienst, erst infolge einer Seuche bekam das Dorf schließlich eine eigene Kapelle: um 45 Menschen zu beweinen, die ein Fieber 1726 in kurzer Zeit dahingerafft hatte.

Ausbau im 19. Jahrhundert

Als das katholische Kirchlein nach 150 Jahren zu klein geworden war, verhalfen dem armen Dorf zwei gläubige Seelen zu einem geräumigen Gotteshaus: Zwei unverheiratet gebliebene Kinder einer reichen Posthalterfamilie aus Roßbrunn bei Würzburg finanzierten den Rohbau und die Innenausstattung. Die Gemeinde brachte den Baugrund ein, die Einwohnerschaft die Arbeitskraft. Von deren mühevoller Handarbeit zeugt die eindrucksvolle Buntsandsteinfassade der einschiffigen Kirche. Als Prunkstücke der neugotischen Innenausstattung haben sich die Altäre aus der Lohrer Werkstatt von Willhelm Driesler erhalten, einem der bedeutendsten Bildschnitzer des Historismus in Franken. Dabei war die Kirche 1964 im Zuge einer Liturgiereform leergeräumt worden. Doch aufgrund ihrer Qualität gelangten die Altäre ins Mainfränkische Museum und entgingen so der Zerstörung.

100. Weihejubiläum 1988

1988 kehrten sie zum 100. Weihejubiläum der Dreifaltigkeitskirche von Bischbrunn zurück, die heute ihr Namensfest feiert. Vier Glocken läuten dazu über dem Spessartdorf und seinen rund 950 Einwohnern.


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