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Zwölfuhrläuten Augsburg-Inningen in Schwaben

Die Pfarreiengemeinschaft Göggingen-Inningen feiert heuer ein Doppeljubiläum: vor 300 Jahren, am 17. Oktober 1713 konnten beide Kirchen geweiht werden, nachdem acht Monate zuvor bei beiden auch am selben Tag der Grundstein gelegt wurde.

Von: Marianne Bitsch

Stand: 20.10.2013 | Archiv

So brauchte der Augsburger Weihbischof jeweils nur einmal die Fahrt auf der "Hochstraß" zu machen, der alten Römerstraße zwischen Lech und Wertach.

Augsburger Ulrichsturm als Vorbild

Durch die bischöfliche "Straßvogtei" und das Benediktinerstift St. Ulrich und Afra als Patronatsherr war Inningen mit der Stadt Augsburg verbunden, längst vor der Eingemeindung 1972. Der fruchtbare Lößlehmboden war seit der Jungsteinzeit besiedelt, später folgten Kelten und Alemannen. Erstmals erwähnt wird Inningen im Jahre 1071.
Wenig später stand eine stattliche romanische Kirche, das bezeugen noch sieben Untergeschosse des Kirchturms. Für Oktogon und Zwiebelhaube diente der Augsburger Ulrichsturm als Vorbild. Das 5-stimmige Geläut im Dur-Moll-Motiv wurde 1961 in Kempten gegossen. Eine weitere Barockglocke kann noch von Hand geläutet werden.

Schwarze Madonna aus dem 18. Jahrhundert

Der Kirchenraum überrascht mit einer außergewöhnlich prächtigen Barockausstattung, die zum Jubiläum in frischem Glanz erstrahlt. Reicher Wessobrunner Stuck auf zartfarbigem Grund umrahmt die Deckenbilder mit Szenen aus dem Leben der Kirchenpatrone St. Peter und Paul.
Ein Blickfang sind die Altäre mit ihren blauen, gewundenen Säulen. Über der Marienglorie im Hochaltar bevölkern Putten den Auszug und Gottvater schwebt über golddurchstrahltem Gewölk. Zum reichen Figurenschmuck gehört eine 1715 in Einsiedeln geweihte schwarze Madonna. Volksaltar und Ambo fügen sich als moderne Elemente in den barocken Rahmen. Innigen kann stolz sein auf eine der schönsten Dorfkirchen der Region.


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