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Zwölfuhrläuten Oberwiesenbach in Schwaben

Ob der Name Wiesenbach von selbigem Gewässer kommt oder vom Bach, zu dem die Wisente, also die europäischen Bisons, zur Tränke kamen, das wollten schon die historisch und statistischen Beschreibungen des Bistums Augsburg von 1897 nicht entscheiden.

Von: Georg Impler

Stand: 08.02.2015 | Archiv

Wie aber der Pfarrsitz Oberwiesenbach mit 42 Häusern - vier davon Halbbauern, die anderen Gütler, Handwerker und Taglöhner - zu so einer staunenswert schönen Kirche kam, ist erklärbar.

Prächtige Klosterkirche

Der Kirchensitz, der schon 1225 in einer Urkunde Papst Honorius III. erwähnt ist, war seit dem späteren vierzehnten Jahrhundert Teil des Roggenburger Klosterterritoriums und Abt Georg Lienhardt ließ St. Blasius gleichzeitig zur prächtigen Roggenburger Klosterkirche Ende der 1750er Jahre errichten. Denn so hieß es, die alte, baufällige Kirche konnte man nicht mehr "ohne Forcht" betreten. Und obwohl "das Gold aus den Truhen alles vermauert" war und keine "Börsen sich öffneten" zu einem "Goldregen, der den Bausand anfeuchten könnte", erhielt das Oberwiesenbacher Gotteshaus schon eineinhalb Jahre nach der Grundsteinlegung seine Weihe – am zehnten Oktober 1758.

Vornehmer, feierlicher Charakter

Regionale Künstler von hohem Niveau haben sie ausgestaltet, besonders die prächtigen Deckengemälde von Konrad Huber gefallen dem Auge. Die Stilmischung von Rokoko an der Decke und den Altären und die klassizistisch gestalteten Wände verleihen dem saalartigen Langhaus ihren vornehmen, feierlichen Charakter. Das moderne Hochaltarbild zeigt Christus als Weltenrichter, der Kirchenpatron St. Blasius hat seinen Platz am linken Seitenaltar.

Unter der Zwiebelhaube des Turms, der unübersehbar über die Dorfmitte aufragt, läuten vier Glocken, die erst kürzlich gerade Joche und einen hölzernen Glockenstuhl bekamen.


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