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Zwölfuhrläuten Harburg in Schwaben

Im Tal der Wörnitz, an der Romantischen Straße zwischen Nördlingen und Donauwörth, liegt das rund 5.800 Einwohner zählende Städtchen Harburg. Wer es besucht, dessen Blick wird ganz automatisch von der eindrucksvollen Burg auf dem steilen Bergsporn über der Altstadt angezogen. Sie stammt aus staufischer Zeit und zählt zu den am besterhaltenen und größten Anlagen ihrer Art im süddeutschen Raum.

Von: Armin Reinsch

Stand: 05.04.2021 | Archiv

Zum weitläufigen Burggelände gehört auch eine Kapelle, die lange Zeit das einzige Gotteshaus im ganzen Ort war. Wegen des beschwerlichen Aufstiegs erbauten die Menschen 1426 am Burgberg eine erste kleine Kirche zur Heiligen Barbara. Fast 200 Jahre lang diente sie als Gottesdienststätte, bevor der Raum schließlich zu klein wurde.

Kunstwerke aus unterschiedlichen Jahrhunderten

Mittlerweile hatte in Harburg auch die Reformation Einzug gehalten. Deshalb ließ der Landesherr, Graf Gottfried zu Oettingen, 1612 die heutige evangelisch-lutherische Stadtkirche erbauen. Auf dieses Ereignis weist ein großes, weitgehend erhaltenes Wandfresko im Innenraum hin. Mehrfache Renovierungen haben auch die Ausstattung verändert. So ziert seit 1744 ein Gemälde mit der Darstellung der Himmelfahrt Christi die Kirchendecke. Altar, Kanzel und Taufstein wurden erst Mitte des 20. Jahrhunderts installiert.

Geläut mit sieben Glocken

Wer auf den Turm der Barbarakirche steigt, auf den warten zwei Überraschungen: Die erste gleich beim Eintritt, denn die Turmfundamente mussten wegen der Hanglage direkt in den Felsen des Burgbergs hineingebaut werden. Die zweite folgt einige Stockwerke höher, wo einen der freudige Klang der 1960 in Heilbronn gegossenen Glocken empfängt. Gleich sieben an der Zahl sind es! In wunderbarer Harmonie lassen sie in diesen Tagen die österliche Botschaft durch das Wörnitztal erschallen.


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