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Zwölfuhrläuten Freihalden in Schwaben

Freihalden entstand als spätmittelalterliche Rodungssiedlung und liegt noch heute: im Wald. Im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder. Die einstige Zugehörigkeit zur Markgrafschaft Burgau hatte zur Folge, dass das kleine Dorf mehr als 500 Jahre dem Hause Habsburg unterstand.

Von: Regina Fanderl

Stand: 17.02.2019 | Archiv

Heute ist Freihalden ein Ortsteil des Marktes Jettingen-Scheppach und zeichnet sich vorrangig durch seine Partnerschaft mit Ars, der Wirkungsstätte des berühmten heiligen Pfarrers, einen eigenen Bahnhof, engagierte Vereine und nicht zuletzt durch die Pfarrkirche Mariä Verkündigung aus - eine der ungewöhnlichsten Dorfkirchen des 20. Jahrhunderts im Bistum Augsburg.

Sie wurde im Jahr 1929 von dem in Jettingen geborenen Kirchenbaumeister Dominikus Böhm an den bestehenden mittelalterlichen Chorturm angebaut, dem einzig erhaltenen Teil der Vorgängerkirche. Böhm wollte einen "ländlichen, kernigen Charakter", der Neubau sollte sich gut ins Ortsbild einfügen. So entstand ein kompakter Bau mit Satteldach und hohen Spitzbogenfenstern. An der Westseite zeichnen ihn das originelle Zwerchhaus über dem Vorbau und der stämmige Treppenturm für die Empore an der Nordwestecke aus.

Drei neue Bronzeglocken

Im Innenraum mit den mächtigen Wölbungsschalen bieten die rau verputzten Oberflächen dem seitlich einfallenden Licht viel Platz. Ein kühnes, expressionistisches Fresko mit Darstellung der Schutzmantelmadonna schmückt die Chorwand. Der Altarraum wurde – ganz im Sinne der Liturgiereform - 1968 von Alexander von Branca neugestaltet.

Seit 2014 hängen im Turm drei neue Bronzeglocken aus der altehrwürdigen Gießerei Grassmayr in Innsbruck. Die Schlagtöne e‘, g‘ und a‘ ergänzen - dank alter Konstruktionspläne - auf das schönste die noch vorhandene kleine Bronzeglocke von 1923 aus der Gießerei Wieland in Ulm.


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