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Zwölfuhrläuten Bergstetten in Schwaben

Bergstetten, die kleine Ansiedlung auf der Jurahöhe, ist mehr als nur einen flüchtigen Besuch wert. Ihr "Zentrum" besteht aus um einen Hof aneinandergereihten Gebäuden: einem schlossartigen Wohnhaus, Stallungen, Lagerhallen, einem überdachten Wehrgang und einer vergleichsweise großen Kirche mit grazilem Zwiebelturm.

Von: Regina Fanderl

Stand: 10.12.2017 | Archiv

Erst 50 Jahre ist es her, dass das Gotteshaus am Ende einer alten Lindenallee wieder seinem ursprünglichen Zweck zugeführt wurde: Bergstetten war einmal stattliches Klostergut des nahegelegenen Reichsstiftes der Zisterzienser Kaisheim.

Opfer der Säkularisation

Als das Kloster 1803 der Säkularisation zum Opfer fiel, kam die vormals klösterliche Ökonomie in den Besitz der Wittelsbacher, die dort ein Königlich-Bayerisches Hofgestüt gründeten. Die Kirche wurde kurzerhand entweiht und ausgeräumt. Die prächtige Kanzel, eine Kreuzigungsgruppe und diverse Figuren kamen in die Pfarrkirche von Baierfeld, die Seitenaltäre ins mittelfränkische Spalt. Das leere Gotteshaus diente fortan als Getreidelager und Pferdestall.

Wunsch nach Kirche

Nach dem 2. Weltkrieg wendete sich das Blatt. In den frei gewordenen Wohnungen der Gutsarbeiter wurden Heimatvertriebene untergebracht. Sie wünschten sich eine Kirche in der neuen Heimat. Erst nach zähen Verhandlungen war die Diözese Eichstätt bereit, das Kirchengebäude zu übernehmen und zu restaurieren. Selbstverständlich nur nach der Zusage der Bergstettener, fleißig und vor allem kostenlos mitzuarbeiten.

Vor nunmehr 50 Jahren wurde das Gotteshaus neu geweiht und unter das Patronat der Heiligsten Dreifaltigkeit gestellt. 880 Jahre ist es her, dass  Bergstetten als Gut  erstmals urkundlich erwähnt, ca. 330 dass das Kirchlein geweiht wurde. Es diente als Wallfahrtsort zu Ehren des Hl. Wendelin. 


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