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Zwölfuhrläuten Augsburg-Lechhausen in Schwaben

Die Geschichte des heutigen Augsburger Stadtteils Lechhausen und seiner Mutterkirche St. Pankratius ist nicht gerade von freudigen Ereignissen geprägt. Die einstige Hirtensiedlung entstand irgendwann im 8. Jahrhundert in einer Region, die der ungebändigte Lech regelmäßig in eine Sumpflandschaft verwandelte.

Von: Regina Fanderl

Stand: 20.10.2019 | Archiv

Dann: Wechselnde Grundherren, die Pest, Hochwasser, Hungersnöte, Brände und kriegerische Auseinandersetzungen – da gab’s nicht recht viel zu feiern.

Zeiten der Zerstörungen

Vielleicht war ja ein Tag im November des Jahres 1619 – vor 400 Jahren – ein schöner Termin. Da wurde, verfügt vom damaligen Landesfürsten, Herzog Maximilian von Bayern, St. Pankratius eingeweiht. Leider fiel das Bauwerk nur 13 Jahre später dem Dreißigjährigen Krieg zum Opfer.
Es gab eine neue Kirche, endlich auch einen Turm und gut war’s für rund 200 Jahre. Bis 1865. Da wurde die Pfarrkirche kurz vor Weihnachten wegen angeblicher Baufälligkeit gesperrt, bald abgerissen und neu aufgebaut. Aber kaum stand auch der von einem verheerenden Hochwasser malträtierte Turm wieder gerade, legten in einer eisigen Nacht des Jahres 1944 britische Bomberverbände das Gotteshaus und halb Lechhausen erneut in Trümmer.

Vier Bronzeglocken aus Kempten

Nach dem Inferno ist die Kirche St. Pankratius nach romanischem Vorbild wiedererstanden. Und weit über den großen Augsburger Stadtteil hinaus schallen vom Zwiebelturm die vier Bronzeglocken aus der Gießerei Gebhard in Kempten, wenn heute und noch ein paar Tage in aller Freude und Ausführlichkeit Kirchweih gefeiert wird. Das geschieht traditionell zusammen mit den evangelischen Christen - vereint in der Hoffnung, dass die Zeiten der Zerstörungen endlich vorbei sind.


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