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Zwölfuhrläuten Schwabmühlhausen in Schwaben

Die "Untere Mühle" vor dem Dorf war auch für den Nachbarort wichtig, denn auf der Schotterheide am Lech gab es kein Mühlwasser, während die Singold zahlreiche Mühlen antreiben konnte. Das Martinspatrozinium der Pfarrkirche von Schwabmühlhausen deutet auf eine frühe Ortsgründung.

Von: Marianne Bitsch

Stand: 22.11.2009 | Archiv

Bei Ausgrabungen wurde das Skelett eines Reiters samt Pferd aus der Zeit der Völkerwanderung gefunden und weitere Gräber weisen auf die Merowingerzeit.

Klösterliche Kornkammer

Über Jahrhunderte war das Dorf auf der fruchtbaren Lössebene zwischen Lech und Wertach die Kornkammer für das Kloster Rottenbuch. Im Dachstuhl der Kirche befinden sich Reste zweier Hebekräne mit Holzzahnrädern, die halfen, das Getreide im Kirchendach einzulagern. Beim Kirchenneubau 1764 wurde der alte Turm erhöht. Seit 1949 bilden drei neue Glocken mit einer Vorkriegsglocke das Geläut.

Wessobrunner Stuck, meisterhafte Fresken

Die anmutige spätbarocke Kirche auf der Anhöhe mitten im Ort beherbergt einen der schönsten Kirchenräume Schwabens. Wessobrunner Stuck und vor allem die meisterhaften Fresken von Johann Baptist Enderle machen ihn zu einem von Kunstliebhabern viel besuchten Schmuckkästchen. Da bestechen die lebendig leuchtenden Freskofarben ebenso wie die bis ins kleinste Detail sorgfältig ausgearbeiteten Szenen: im Chorquadrat steht Maria als Rosenkranzkönigin in einem Triumphwagen, während Tod und Teufel am Triumphbogen angekettet sind. Im Langhaus zeigt das Deckenfresko Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons St. Martin.

Begehrte Emporenplätze

Einen besonders guten Blick auf die Deckenbilder, aber auch auf die Kirchenbesucher im Schiff haben die jungen Männer, die traditionell auf der Empore sitzen - die besten Plätze wurden früher sogar verkauft. Auch im Langhaus wird die alte Ordnung noch respektiert, vorne sitzen die Frauen, hinten die Männer.


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